Erste Spielabsage wegen Corona

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Das Pokal- und das erste Punktspiel des FC Ellwangen mussten abgesagt werden – wegen eines Coronafalls. Ein stenges Hygienekonzept hat vielen Spielern die Quarantäne erspart.

Für den FC Ellwangen startet die Saison in der Kreisliga A II eine Woche später als geplant – ungewollt. "Der Grund war, dass wir einen Coronafall hatten", beginnt Spielleiter Tobias Braun zu erzählen. Vier weitere Spieler mussten in Quarantäne.

Das Spiel hätten aus Sicht des Verbandes und des Gesundheitsamtes stattfinden dürfen, doch mit fünf Spielern in Quarantäne wäre der FC Ellwangen für die erste Runde im Bezirkspokal und den Saisonauftakt zu dünn besetzt gewesen.

"Das Gute ist", so Braun weiter, "dass nicht gleich die komplette Mannschaft in Quarantäne musste." Sondern nur jene, die mit dem Urlaubsrückkehrer engen Kontakt im Training hatten. Jener zeigte zu diesem Zeitpunkt noch keine Anzeichen, erst wenige später. Da hat ein strenges Hygienekonzept den Verein vor Schlimmerem bewahrt: "Wir haben auf alles geachtet, was in unserer Hand liegt."

Das Training hätte aus Sicht des Gesundheitsamtes weiterhin stattfinden können. "Es war unsere eigene Entscheidung, mit dem Training auszusetzen." Man wollte vorsichtig sein, Ruhe reinbringen. Denn auch die Mannschaft sei verunsichert gewesen: Was bedeutet das nun für uns? Die Mannschaft ist nun wieder ins Training gestartet, während der Pause habe kein weiterer Ellwanger Spieler Symptome gezeigt, auch die fünf, die in Quarantäne waren, können zum Nachholtermin des Pokalspiels am Mittwoch wieder auf dem Platz stehen. "Die Spieler sind gesund und fit", versichert der Spielleiter.

Direkt ans Online-Meldeportal

Doch wie ist das Ganze dann abgelaufen? Als der Spieler die Symptome bemerkte, habe er sich testen lassen. Nach dem positiven Ergebnis galt es, alle Personen zu ermitteln, mit denen er in den vergangenen Tagen Kontakt gehabt hatte. Die Aufgabe des Vereins war es, den Fall über das Meldeportal an den Württembergischen Fußballverband weiterzugeben. "Wir haben eine Online-Meldestelle eingerichtet, über die Vereine uns über Verdachtsfälle und bestätige Fälle informieren müssen", teilt Arne Bauer, Pressesprecher des WFV mit. "Wir möchten die Vereine und unsere Mitarbeiter in den Bezirken damit bestmöglich unterstützen und eine einheitliche, sichere Linie in der Entscheidung über mögliche Spielverlegungen finden."

Nicht die komplette Mannschaft musste in Quarantäne.

Tobias Braun, Spielleiter FC Ellwangen

Beim FC Ellwangen sei das auch so angekommen: "Der WFV hat uns da sehr gut geholfen, fast schon fürsorglich." Man habe danach geschaut, mögliche Zweifel und Ängste nicht noch weiter zu schüren. Zudem stand der Verein stets im engen Kontakt mit den Staffelleitern und dem Gesundheitsamt, um sich weiter abzusichern.

Das Fußballgeschehen für eine Woche lahmzulegen, sei eine gute und richtige Entscheidung gewesen. Das habe alle beruhigt. Trotz allem: "Das war eine Aufregung, auf die hätten wir gerne verzichtet." Auch der infizierte Spieler selbst, weiß Braun: "Er hat das ja nicht mit Absicht gemacht und fühlt sich nicht gut, dass so ein Aufwand betrieben werden musste."

Deshalb gilt im Verein: Das Hygienekonzept muss weiter so streng wie möglich fortgesetzt werden. Auch hier gibt's Infos des Verbandes, der ein Hygiene-Musterkonzept ausgearbeitet hat. Bevor Vereine den Trainings- und Spielbetrieb wieder aufnehmen, müssen sie ein individuelles Hygienekonzept erstellen, das die allgemeinen Vorgaben des Landes sowie die Begebenheiten vor Ort berücksichtigt. "Um die Vereine dabei zu unterstützen, haben wir gemeinsam mit den badischen Fußballverbänden ein Hygiene-Musterkonzept entworfen, auf dessen Basis die Vereine ihr individuelles Konzept erstellen können. Dieses wurde über diverse Kanäle sowie in den Bezirken, zum Beispiel auf Staffeltagen, kommuniziert", lässt Bauer wissen.

Die klare Haltung des Ellwanger Vereins macht Spielleiter Braun jedenfalls deutlich: Wer aus dem Urlaub kommt, insbesondere aus einem Risikogebiet, sollte zuerst alles abklären, sich absichern. "So schnell müssen wir das nicht mehr haben."

Das tut der WFV im Coronafall – und im Worst Case

Werden vonseiten des WFV Hygienemaßnahmen der Vereine kontrolliert? WFV-Sprecher Arne Bauer: Als Verband werden wir, im Interesse aller Beteiligten, natürlich ein Auge darauf haben, dass unsere Vorgaben umgesetzt werden. Verstöße sind aber verbandsrechtlich nicht strafbewehrt und es gehört auch nicht zu den Aufgaben der Schiedsrichter, die Einhaltung des Hygienekonzepts zu überwachen. Wenn wir feststellen, dass Vereine in diesem Bereich nachlässig sind, wollen wir vor allem das Gespräch suchen und die Vereine in Zusammenarbeit mit den Bezirken unterstützen, die Vorgaben einzuhalten und auf ihrem Sportgelände in die Praxis umzusetzen. Die Kontrolle, Vorgaben der Corona-Verordnung Sport eingehalten werden, ist aber grundsätzlich Sache der Ordnungsämter.

Was, wenn häufiger Fälle auftreten? Werden diese Spiele dann nachgeholt? Grundsätzlich ist es unser Bestreben, ausgefallene Spiele schnellstmöglich nachzuholen. Für ein Gelingen der Spielzeit 2020/21 sind maximale Flexibilität und Kompromissbereitschaft von allen Beteiligten erforderlich, das ist uns bewusst. Für den Fall der Fälle hat unser Beirat eine vorläufige Ordnungsänderung beschlossen, die eine "Wertung im Falle höherer Gewalt" vorsieht. So wird der Beirat nach Anhörung der betroffenen Vereine bemächtigt, alternative Modelle, zum Beispiel Playoff- und Playdown nach einfacher Hinrunde, in Erwägung zu ziehen. Im Worst Case ist damit ist auch eine vorzeitige Beendigung der Saison geregelt.

Im Corona-Infoportal können sich Vereine informieren – wie unterstützt der WFV seine Vereine anderweitig? Wie beschrieben, versuchen wir auf verschiedenen Wegen, die umfassenden Informationen und Hilfestellungen in die Vereine zu tragen und bei Fragen als Ansprechpartner erreichbar zu sein. Unser Abteilungsleiter Spielbetrieb, Thomas Proksch, war beispielsweise selbst bei mehreren Staffeltagen vor Ort, um das Hygiene-Musterkonzept vorzustellen. Wir sind sehr bemüht, unsere Vereine möglichst praxisnah im Umgang mit dem Corona-Virus zu unterstützen beziehungsweise die Vorgaben der Landesregierung umzusetzen. sas

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