Stimmen zum Pilsen-Spiel

Trainer-Diskussion? Kahn und Nagelsmann geben detaillierten Einblick in ihr Verhältnis

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Macht der FC Bayern mit einem Sieg gegen Viktoria Pilsen das Achtelfinale der Champions League klar? Die Stimmen zum Spiel.

Pilsen - Eine Mannschaft mit zwei Gesichtern: Während Siege in der Bundesliga beim FC Bayern erstaunlich rar geworden sind, glänzte die Nagelsmann-Elf bisher mit maximaler Punktausbeute und null Gegentoren in der Champions League.

Mit einem Sieg gegen Viktoria Pilsen (das Spiel im Live-Ticker) könnten die Münchner den Einzug ins Achtelfinale so gut wie eintüten. Wenn Inter Mailand parallel nicht gegen den FC Barcelona verliert, steht der FC Bayern mit einem Sieg gegen Pilsen als Achtelfinalteilnehmer fest.

Vor und nach dem Spiel gab es natürlich eine Menge Redebedarf. Wir haben die Stimmen von DAZN und aus dem Stadion gesammelt.

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern) nach dem Spiel über ...

... das Spiel: „Bei 0:4 war jetzt nicht mehr der letzte Punch drin. Wir haben es in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Das war die schwerste Gruppe dieses Jahr, wir sind souverän weitergekommen.“

... die Auswechslung von Thomas Müller: „Die Rückenmuskulatur hat ein bisschen zugemacht. Es ist aber nichts Dramatisches, eine reine Vorsichtsmaßnahme für Sonntag.“

... Manuel Neuer: „Das Schmerzbild war ein bisschen besser, mehr aber auch nicht.“

... den kommenden Gegner Freiburg: „Ab morgen geht es sehr geradlinig in die Vorbereitung auf Freiburg, um auch in der Bundesliga wieder die richtige Richtung einzuschlagen. Es ist normal, dass wir Sonntag im Kopf haben, weil es auch ein sehr wichtiges Spiel ist.

Oliver Kahn und Julian Nagelsmann unterhalten sich in Pilsen über den FC Bayern.

... die Diskussion um seine Person: „Generell möchte ich betonen, dass kein Blatt zwischen Oli Kahn, Hasan Salihamdzic, Herbert Hainer und mich passt. Wir sind alle sehr eng und tauschen uns viel aus und haben ein extrem gutes Miteinander. Dennoch gibt es Dinge, die man einfach mal diskutiert. Dann haben alle viele Interviews. Dann benutzen beide ein Wort, das nie böse gemeint war. Das habe ich jetzt auch nie so extrem böse aufgefasst. Man muss einfach mal gucken, was es für eine Wirkung hat. Und natürlich freue ich mich, wenn Oli das richtig eingeordnet hat. Da tun wir alle gut daran, dass wir diese Verbundenheit, die wir alle im Klub leben, durch Gespräche nach außen zu transportieren. Weil es so ist und eine gelebte Verbundenheit ist. Demnach bin ich froh, dass das Thema abgehakt ist. Es war in meinem Kopf jetzt nicht so groß, wie es vielleicht gemacht wurde. Nochmal: Ich habe mit keinem dieser Protagonisten ein Problem. Ganz im Gegenteil. Wir arbeiten alle hochzufrieden eng zusammen und haben alle ein Interesse: Bayern München maximal erfolgreich dastehen zu lassen.“

Thomas Müller (FC Bayern) nach dem Spiel über ...

... das Spiel: „Ich habe nicht viel gesehen, muss ich zugeben. Die Minuten, die ich mitbekommen habe, in denen haben wir ein gutes Spiel gemacht. Es ist nicht selbstverständlich Spiele in der Champions League mit so vielen Toren und so einer Dominanz zu bestreiten. Natürlich haben wir hinten raus noch zwei Tore kassiert, aber wir bringen uns immer wieder in Situationen, in denen wir Spiele derart dominieren - und das ist meiner Meinung nach nicht selbstverständlich.“

... den Einzug ins Achtelfinale: „Das Weiterkommen ist natürlich super. Wir sind nach vier spielen ganz oben, hatten bis dato eine makellose Gegentorbilanz und sind bei 13 Toren. In dieser Gruppe: Chapeau würde ich sagen, wenn ich selber den Hut vor unserer Truppe ziehen müsste.“

... seine Verletzung: „Es ist aus meiner Sicht nichts Schlimmes. Es sieht nach einer Nerven-Geschichte aus. Der alte Rücken. Ich hoffe natürlich. Ich werde die Zeit nutzen und schauen, was Sache ist. Gehe von nix Schlimmen aus.“

... das wichtige Spiel gegen Freiburg: „Spiel bedeutet wenig für Sonntag. An sich erwarte ich von uns und glaube auch daran, dass wir nicht so viel psychologische Unterstützung von Einzelergebnissen brauchen. Das ist zumindest meine Herangehensweise. Wir sollten wissen, was in uns steckt. Wir haben das oft genug gezeigt - und auch dieses Jahr schon mehrfach gezeigt. Wir wissen um die Ergebnisse in der Bundesliga. Wir wissen auch teilweise, wie sie zustande gekommen sind. Und natürlich haben wir bei diesen negativen Ergebnissen in der Bundesliga auch unsere Aktien drin, wo wir Dinge nicht gut gemacht haben. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir verunsichert sein brauchen oder ein gutes Ergebnis brauchen, um mit einem guten Gefühl in den Sonntag zu gehen. Wir haben ein Heimspiel gegen Freiburg, wir wissen, wer wir sind - und das versuchen wir auf den Platz zu bringen. Es wird sehr wichtig sein, dass wir das Spiel gewinnen. Wir werden alles daran setzen und schauen, was wir damit kriegen.“

... seine veränderte Position: „Ich habe jetzt zwei-, dreimal vorne drin gespielt. Ich habe gegen Leverkusen ein Tor gemacht, gewonnen. Heute ein Tor gemacht, gewonnen. Ich kann nicht klagen. Schauen wir mal!“

Sven Ulreich (FC Bayern) nach dem Spiel über ...

... das Spiel: „Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt und nichts anbrennen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen wenig gemacht, das war unnötig. Wir wollten natürlich wieder zu null spielen. Das müssen wir aufarbeiten, da haben wir Nachholbedarf.“

... einen möglichen Einsatz am Sonntag: „Bei Manu schauen wir von Tag zu Tag. Ich bin diese Situation gewohnt.“

Leon Goretzka (FC Bayern) nach dem Spiel über ...

... seine Treffsicherheit in den letzten Spielen: „Es ist eine schöne Momentaufnahme. Ich erwarte jetzt aber nicht, dass es genau so weitergeht.“

... den Schlendrian, der in der zweiten Halbzeit wieder einkehrte: „Wenn wir es wüssten, würden wir es abstellen. Heute kriegen wir auch wieder zwei Gegentore. Das ist nicht gut.“

... den Sieg: „Es war ganz wichtig, gleich wieder in die richtige Richtung zu marschieren. Wir haben nach Dortmund wieder viel Kritik bekommen.“

Oliver Kahn (Vorstandschef FC Bayern) vor dem Spiel über ...

... seinen Ausraster nach dem BVB-Ausgleich durch Modeste: „Ich finde, ich habe sehr schnell die Fassung wieder gefunden. Wenn man in der 94. Minute ein Spiel verliert, kann man sich schon mal ärgern.“

... seine Aufgaben: „Wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich einschalten muss, schalte ich mich ein. Das ist Teil meiner Aufgabe. Am Anfang habe ich es ein bisschen ruhiger angehen lassen. Ich bin jemand, der im Großen und Ganzen eher zurückhaltender ist. Es gibt aber Momente, da kommt wieder der Fußballer in mir zum Vorschein. Das holt alte Gefühle wieder hoch.“

... Julian Nagelsmann: „Es gibt überhaupt gar keine Zweifel an seiner Arbeit. Ich nehme diese Diskussionen wahr. Es geht nicht um das Alter, sondern um die Qualität. Julian hat eine unglaubliche Qualität. Wir sind weiterhin total überzeugt von ihm. Ich lerne auch jeden Tag dazu. Das ist keine Frage von Erfahrung oder Alter. Es ist etwas Besonderes beim FC Bayern. Egal, ob du jetzt 35 oder 65 bist, hier muss sich jeder Trainer so ein bisschen einfinden. Dass Julian keine Erfahrung hat, also... da frage ich mich wirklich, wo das her kommt. Diese Diskussion ist ja fast aberwitzig. Beim FC Bayern werden immer Dinge aus dem Umfeld reingetragen. Das sind wir gewohnt. Jeder Trainer hatte hier Phasen, wo es mal schwieriger war. Wir gehen jetzt durch diese holprige Phase durch.“

... die teils unsachliche Kritik an Julian Nagelsmann: „Inhaltlich kann man diskutieren. Auf eine persönliche Ebene zu gehen und dann anfangen mit dem Outfit oder so... Das braucht es nicht. Lasst uns auf der Fußball-Ebene bleiben. Da sind wir auch total kritikfähig.“

... den herausfordernden Spielplan: „Wir brauchen in dieser Saison einen extrem breiten Kader. Jeder wird zum Einsatz kommen. Diese Saison ist brutal. Wir spielen einen Rhythmus, der es in sich hat.“

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern) vor dem Spiel über ...

... die Aufstellung: „Alles hat sich nicht von selbst ergeben. Wir haben schon noch ein bisschen Auswahl. Sadio wird wieder auf dem Flügel spielen, Thomas in der Mitte.“

... Eric Maxim Choupo-Moting: „Er hat sehr gut trainiert, das habe ich ihm auch mitgeteilt. Thomas spielt heute die erste Hälfte, in der Halbzeit werden wir dann reagieren, wenn alles normal läuft. Es tut mir leid für ihn, aber wir müssen eine Entscheidung treffen.“

... die Kommunikation mit seinen Spielern: „Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, wer ein Gespräch braucht. Du musst dich aber auch nicht hundertfach erklären. Die Spieler merken sich jedes Wort.“

Julian Nagelsmann mit einem DAZN-Mikrofon.

... die Königsklasse: „Die Champions League ist aktuell gut für die Seele. Es ist eine extrem schwere Gruppe. Wir wollen uns mit diesem Spiel die Ruhe für Sonntag holen. Das Spiel ist extrem wichtig für uns.“

... den Gegner: „Ich kann mir vorstellen, dass sie heute mutiger spielen. Ich gehe aber trotzdem davon aus, dass wir gegen einen tiefen Gegner spielen und viel den Ball haben werden.“

(epp/pm)

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