Einmalige Nationalspieler

Ein Spiel und weg vom Fenster: Die Eintagsfliegen der DFB-Elf

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Mit dem Jägermeister auf der Brust erspielte sich Bernd Gersdorff immerhin ein Länderspiel.
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Debüt und Abschied in einem: In unsere Fotostory haben es nur Spieler geschafft, die das DFB-Trikot genau einmal überstreifen durften.

München - Lothar Matthäus hat es mit 150 Länderspielen zum Rekordnationalspieler für den DFB gebracht. Eine solch legendäre Karriere kann jedoch nicht jeder hinlegen. Immer wieder nutzen die Bundestrainer unwichtigere Spiele dafür, neue Spieler zu testen und zu sehen, wie sie in der Mannschaft funktionieren. Viele Spieler kommen somit zu ihrem großen Länderspiel-Debüt - dürfen aber aufgrund von Verletzungen oder etwaigen anderen Gründen kein zweites Spiel bestreiten. Die große Fotostory zeigt die „Eintagsfliegen“ des DFB.

Karlheinz Pflipsen

In der U-15 bis zur U-21 Nationalmannschaft des DFB bestritt Karlheinz „Kalla“ Pflipsen über 40 Länderspiele für Deutschland. Nur ein einziges Mal kam er aber unter Nationaltrainer Berti Vogts bei einem A-Länderspiel zum Einsatz: Im Rahmen des US-Cups, einem Vier-Nationen-Turnier in den USA, war Pflipsen am 13. Juni 1993 in Chicago immerhin als Einwechselspieler mit von der Partie. Später spielte „Kalla“ nur noch in der Bundesliga: Nach einer erfolgreichen Zeit bei Alemannia Aachen wechselte er 2004 zum TSV 1860 München.

Rene Schneider

Nach seinen ersten Erfolgen in der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs spielte Rene Schneider für den BSV Brandenburg, Hansa Rostock, Borussia Dortmund, den Hamburger SV und den VfL Osnabrück. Am 15. Dezember 1995 trat der damalige Rostocker dann beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Südafrika an. Bundestrainer Berti Vogts sah ihn daraufhin auch für den Kader für die Europameisterschaft 1996 vor, wo er jedoch nie zum Einsatz kommen sollte.

Martin Max

Martin Max - „Torschützenkönig der Bundesliga“ - wurde am 17. April 2002 bei der 0:1-DFB-Niederlage gegen Argentinien acht Minuten vor Schluss für Torsten Frings eingewechselt. Teamchef Rudi Völler nominierte ihn danach aber nicht für die WM. In der Saison 2003/2004 war Max erneut der erfolgreichste deutsche Angreifer, was ihn wieder ins Gespräch für die EM 2004 brachte - doch Max lehnte ein Comeback für Portugal ab, hatte ihn Völler doch 2002 schon nicht berücksichtigt.

Ridle Baku

Auch Bote Nzuzi „Ridle“ Baku zählt zu den „Eintagsfliegen“ in der deutschen Nationalmannschaft - zumindest noch, denn der Newcomer hat noch genug Zeit, um weiter an seiner Karriere zu feilen. Bisher hat der vielversprechende Nachwuchsspieler des VfL Wolfsburg nur ein Spiel mit der National-Elf absolviert: Am 8. November 2020 berief Bundestrainer Joachim Löw Baku nachträglich in den erweiterten Kader der A-Nationalmannschaft für ein Freundschaftsspiel gegen Tschechien - hier feierte er dann schon wenige Tage später am 11. November sein Debüt.

Bernd Martin

Beim VfB Stuttgart lief es für Bernd Martin jahrelang wie geschmiert - auch in der B-Nationalmannschaft machte der Verteidiger eine gute Figur. Trotzdem gilt er als der deutsche Nationalspieler mit der kürzesten Einsatzzeit: Sein Debüt in einem A-Länderspiel gab Martin nämlich am 2. Mai 1979 in der 88. Minute eines EM-Qualifikationsspiels. Beim Länderspiel am 17. Oktober konnte er dann nicht wieder antreten, hatte er sich doch zuvor in der Bundesliga sowohl Schienbein als auch Knöchel gebrochen.

Marco Reich

Vom Top-Talent zum Transfer-Flop: Für drei Millionen Euro wechselte Marco Reich 2001 vom 1. FC Kaiserslautern zum 1. FC Köln, konnte dort aber nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen. Zuvor lief es für ihn auch in der Nationalmannschaft nicht berauschend - obwohl Reich doch neben Michael Ballack als große Hoffnung des deutschen Fußballs galt. Sein erster Einsatz blieb gleichzeitig sein letzter: Am 9. Februar 1999 spielte er in Miami unter Erich Ribbeck beim 3:3 gegen Kolumbien 79 Spielminuten lang für die deutsche National-Elf.

Ferdinand Keller

Als Stürmer spielte Ferdinand Keller (links im Bild neben Felix Magath) beim TSV 1860 München, Hannover 96 und dem Hamburger SV. Insgesamt 57 Tore erzielte er in der 1. und 52 Tore in der 2. Bundesliga. Nach dem Rücktritt Gerd Müllers wurde Keller im März 1975 erstmals in die B-Nationalmannschaft des DFB berufen: Am 2. September überzeugte den A-Natonaltrainer so nachhaltig mit einem Treffer, dass dieser ihn nach Wien zur A-Truppe nachkommen ließ. So debütierte Keller einen Tag später gegen Österreich - wenn auch nur für 20 Minuten.

Sebastian Jung

Von der Jugend ging es für Sebastian Jung in die erste Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Am 11. November 2012 wurde der Verteidiger von Bundestrainer Joachim Löw zwar für das Testspiel der deutschen A-Nationalmannschaft gegen die Niederlande nachnominiert, kam jedoch nicht zum Einsatz. Erst zwei Jahre später gab Jung dann am 13. Mai 2014 in einem Testspiel gegen die Auswahl Polens sein Debüt. Die Frankfurter waren trotzdem stolz, spielte mit ihm doch erstmals seit 1999 wieder ein Eintracht-Spieler in der deutschen National-Elf.

Paul Steiner

Paul Steiner hat zwar nur ein einziges Länderspiel mitgemacht, darf sich aber trotzdem für immer als Weltmeister betiteln. Bei der WM 1990 stand er zwar im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Sein Länderspiel-Debüt gab er bereits kurz vor dem Turnier bei einem Freundschaftsspiel gegen Dänemark, das mit 1:0 gewonnen werden konnte.

Rudolf Steiner

Paul Steiner und Rudolf Steiner verbindet nicht nur der Nachname. Beide sind auch „Eintagsfliegen“ in Sachen Nationalmannschaft. Wie bei seinem Namensvetter bedeutete auch Rudolf Steiners Debüt im A-Kader gleichzeitig Anfang und Ende einer kurzen Liaison. Bundestrainer Sepp Herberger holte den 1860-Verteidiger am 12. Mai 1964 für die Partie gegen Schottland an Bord. Auch beim Länderspiel am 7. Juni 1964 sollte Steiner zum deutschen Aufgebot gegen Finnland gehören, fiel dann jedoch durch eine Verletzung aus.

Tobias Weis

Bereits 2008 nominierte Bundestrainer Joachim Löw Tobias Weis für die deutsche Nationalmannschaft. Im Freundschaftsspiel gegen England kam dieser dann jedoch nicht zum Einsatz. Auch 2009 nahm Weis zwar an der Asien-Reise der Nationalmannschaft teil, kam im Spiel gegen China in Shanghai aber wieder nicht zum Zug. Vier Tage später wurde er damals immerhin endlich erlöst und durfte in Dubai in der 66. Minute für Thomas Hitzelsperger gegen die Auswahl der Vereinigten Arabischen Emirate antreten - bei diesem einen A-Länderspiel blieb es dann aber auch.

Helmut Roleder

Torwart Helmut Roleder spielte 17 Jahre lang für den VfB Stuttgart und wurde 1984 Deutscher Meister. Internationale Felder betrat er schon früh, fand am 29. April 1969 doch sein erstes Länderspiel mit der Schülernationalmannschaft statt. Mit 17 Jahren debütierte Roleder in der DFB-Jugendauswahl. Zwischen 1980 und 1981 bestritt er dann vier Länderspiele für die B-Nationalmannschaft. Sein einziges A-Länderspiel blieb jedoch die Partie gegen die UdSSR-Auswahl am 28. März 1984, wo er in der Halbzeit für Stammkeeper Toni Schumacher eingewechselt wurde.

Kurt Niedermayer

Kurt Niedermayer erging es ähnlich wie seinem VfB-Kollegen Helmut Roleder: Zwar spielte er insgesamt fünfmal in Serie für die DFB-Jugendauswahl und dreimal für die B-Nationalmannschaft, schaffte es aber nicht sich nach seinem ersten (und einzigen) A-Länderspiel in der National-Elf zu halten. Bei seinem Debütspiel am 11. Oktober 1980 trennte sich die deutsche Nationalmannschaft in Eindhoven nicht nur von den Niederländern - sondern auch von Niedermayer. An der Mundialito zur Jahreswende 1980/81 nahm der Abwehrspieler zwar noch teil, kam aber nicht mehr zum Einsatz.

Arno Steffenhagen

Zwischen Arno Steffenhagen (links im Bild) und Hertha-Trainer Helmut Kronsbein soll es immer wieder Streitereien gegeben haben, da letzterer langhaarige Spieler nicht leiden konnte. Kronsbein schickte Steffenhagen bei einem Auswärtsspiel sogar einmal in den Bus zurück, damit ihm dort die Haare geschnitten werden konnten. Offenbar hatte Bundestrainer Helmut Schön (Mitte) kein Problem mit den Langhaarfrisuren Steffenhagens und Dieter Zembskis (rechts im Bild). Dennoch: Für Steffenhagen war nach seinem ersten Länderspiel am 8. September 1971 schon wieder Schluss mit der DFB-Elf.

Marvin Compper

Marvin Compper zählt ebenso zu den „Eintagsfliegen“ unter den deutschen Nationalspielern: Sein einziges Spiel bestritt er am 19. November 2008 in Berlin - bei einer 1:2-Niederlage in einem Freundschaftsspiel gegen England. Einen weitaus positiveren Rekord hält er damit allerdings ebenfalls: Mit seinen 77 Spielminuten in jenem Match war er der erste deutsche Nationalspieler der TSG Hoffenheim.

Bernd Hobsch

Zwischen April 1988 und November 1989 absolvierte Bernd Hobsch in der DDR-U-21-Auswahl elf Länderspiele, wo er insgesamt vier Tore erzielte. Für die DFB-Nationalmannschaft trat er aber nur ein einziges Mal an: Am 22. September 1993 wurde er im Freundschaftsspiel gegen Tunesien in der 77. Minute eingewechselt. In der Bundesliga lief es dafür rund: Mit Werder Bremen wurde Hobsch noch im gleichen Jahr Deutscher Meister und 1994 DFB-Pokalsieger.

Andre Hahn

Bereits am 28. Februar 2014 wurde Andre Hahn - in der Saison 2020/ 2021 steht er beim FC Augsburg unter Vertrag - für das Freundschaftsspiel gegen Chile in den Kader der deutschen A-Nationalmannschaft berufen. Am 5. März kam er dann allerdings doch nicht zum Einsatz. Ebenso erging es ihm am 13. Mai 2014 bei einem Benefiz-Spiel gegen Polen, nachdem er kurz zuvor für den vorläufigen Kader der WM 2014 nominiert worden war. Erst zur zweiten Halbzeit hatte Hahns Warten auf der Bank ein Ende, sodass er endlich sein erstes Länderspiel absolvieren konnte - schon einen Tag später wurde er aber dann im WM-Kader durch Christoph Kramer ersetzt.

Zoltan Sebescen

Mit Zoltan Sebescen wurde im Jahr 2000 erstmals ein Wolfsburger in die deutsche Nationalmannschaft einberufen. Doch die Sache hatte einen Haken: Bundestrainer Erich Ribbeck wollte den vorher weitgehend unbekannten Sebescen auf einer für ihn ungewohnten Defensivposition spielen lassen - und das in einem Spiel gegen eine Spitzenmannschaft wie die Niederlande. Am 23. Februar 2000 kam dann eines zum anderen: Die Deutschen kassierten in der ersten Halbzeit zwei Gegentore - und an beiden war unglücklicherweise Debütant Sebescen beteiligt.

Peter Dietrich

Nach einer Rückenoperation startete Peter Dietrich 1970 wieder voll durch und holte mit Mönchengladbach die erste deutsche Meisterschaft. Bundestrainer Helmut Schön ließ diese Leistung nicht unbeeindruckt, sodass er Dietrich zum Abschlusslehrgang der Nationalmannschaft für die Fußball-WM 1970 in Mexiko lud. Im vorbereitenden Länderspiel gegen Irland debütierte der Gladbacher dann am 9. Mai in Berlin und gehörte fortan zum WM-Kader. Zum Zug kam er dann jedoch nicht, verletzte er sich doch kurz zuvor im Training am Knöchel.

Oliver Reck

Für die Kickers Offenbach, Werder Bremen und den FC Schalke 04 absolvierte Oliver Reck von 1983 bis 2003 als Torwart insgesamt 471 Bundesliga-Spiele. Bereits 1988 nahm er mit der deutschen Olympia-Mannschaft an den Olympischen Spielen in Seoul teil. Die Deutschen gewannen zwar Bronze, Reck kam allerdings nicht zum Einsatz. Ebenso erging es ihm 1996 bei der Fußball-EM in England. Nur ein einziges Mal durfte er als Keeper der Nationalmannschaft ran: Beim 9:1-Sieg gegen Liechtenstein am 4. Juni 1996. Inzwischen arbeitet Reck als Trainer.

Thomas Ritter

In der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs gab der Dresdener Thomas Ritter bereits in der Saison 1986/87 sein Debüt. Beim Sieg gegen die BSG Energie Cottbus wurde der Newcomer für Reinhard Häfner eingewechselt. 1993 kam der Verteidiger in der deutschen Nationalmannschaft dann aber nur ein einziges Mal zum Einsatz: Beim 5:0-Sieg gegen Uruguay wurde Ritter im Karlsruher Wildparkstadion kurz vor dem Schlusspfiff - in der 87. Minute - für Stefan Effenberg eingewechselt. Diese vier Minuten Ruhm und Ehre in der Nationalmannschaft unterbot mit drei Minuten im Jahr 1979 nur Bernd Martin vom VfB Stuttgart.

Hanno Balitsch

Hanno Balitsch durchspielte die DFB-Jugend bis zur U-21-Nationalmannschaft. Bei Letzterer fungierte er 2004 sogar in 20 Spielen als Kapitän. In der A-Nationalmannschaft konnte Balitsch sich nicht so profilieren, kam er doch im Februar 2003 nur ein einziges Mal bei einem Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Spanien zum Einsatz. In der 62. Minute für Frank Baumann eingewechselt, ging das Spiel in Palma damals 1:3 verloren. Nach seiner aktiven Karriere steht der Ex-Nationalspieler inzwischen als Fußballexperte auf dem Platz.

Bernd Gersdorff

Zu den „Eintagsfliegen“ unter den Mitgliedern der deutschen Nationalmannschaft gehört auch Bernd Gersdorff: Am 3. September 1975 durfte er sich mit seinem späteren BSC-Mannschaftskameraden Erich Beer über einen 2:0-Sieg gegen Österreich freuen. Für Gersdorff blieb dies allerdings das einzige A-Länderspiel, auch wenn er ein paar Wochen später mit der B-Nationalmannschaft noch gegen die rumänische Auswahl bestehen konnte.

Dietmar Beiersdorfer

Das Beispiel Dietmar Beiersdorfer zeigt: Um in der Fußballwelt Rang und Namen zu erlangen, muss man das Trikot der Nationalmannschaft nicht unbedingt sehr lange getragen haben. Der heutige Fußball-Funktionär trat für die DFB-Elf nur ein einziges Mal an: Am 1. Mai 1991 spielte der damalige HSV-Stürmer in einem Qualifikationsspiel zur EM 1992 im Niedersachsenstadion gegen Belgien.

Manfred Bockenfeld

Unter Trainer Jörg Berger lief Manfred Bockenfeld bei Fortuna Düsseldorf zu Höchstformen auf, sodass auch Bundestrainer Jupp Derwall auf den erfolgreichen Rechtsverteidiger aufmerksam wurde. Im Februar 1984 trat Bockenfeld im Nationalteam bei einem Vorbereitungsspiel zur Fußball-EM 1984 gegen Bulgarien an. Dieser Ausflug blieb in seiner Karriere zwar einmalig, doch mit Werder Bremen gewann Bockenfeld 1992 den Europapokal und 1993 die deutsche Meisterschaft.

Oliver Sorg

Auch Oliver Sorg durfte nur ein einziges Mal im Trikot der Nationalmannschaft auf den Rasen: Am 8. Mai 2014 wurde er für das Freundschaftsspiel gegen Polen erstmals in den Kader der deutschen A-Nationalmannschaft berufen, absolvierte aber nur diese eine Partie in Hamburg.

Heiko Scholz

Bereits 1986 wurde Heiko Scholz in den Kader der Nachwuchsnationalmannschaft der DDR aufgenommen - am 29. April 1987 folgte die Berufung in die A-Nationalmannschaft. Im EM-Qualifikationsspiel gegen die Sowjetunion wurde der Angriffsspieler gleich eingewechselt und bestritt bis 1990 insgesamt sieben Länderspiele mit der A-Auswahl. Nach der Wende betrat er für die deutsche Nationalmannschaft aber nur mehr einmal den Rasen - am 14. Oktober 1992 beim Match gegen Mexiko.

Joachim Bäse

Joachim Bäse spielte von 1959 bis 1973 für Eintracht Braunschweig, mit der er 1967 als Kapitän auch deutscher Meister wurde. Mit seiner Elf kam er im Europapokal der Landesmeister dann sogar bis in das Viertelfinale. Obwohl Bäse bei der Eintracht also eine echte Fußballer-Karriere hinlegte, kam er in der deutschen Nationalmannschaft nicht mehrmals zum Zug. Am 8. Mai 1968 trat er bei deren 329. Spiel, einem Länderspiel gegen Wales, in Cardiff an. Es sollte sein einziges Match mit der DFB-Elf bleiben.

Thomas Kroth

Heute ist er Spieler-Vermittler und Präsident der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung - zuvor spielte Thomas Kroth 14 Jahre lang in der Bundesliga und gewann mit dem 1. FC Köln, dem HSV und Borussia Dortmund jeweils den DFB-Pokal. Obwohl Kroth schon 1982 die Vize-Europameisterschaft* mit der U-21-Auswahl holte, trat er für die A-Nationalmannschaft 1985 nur ein einziges Mal auf das Spielfeld.

Klaus „Cäsar“ Wunder

Klaus „Cäsar“ Wunder kann zwar auf beachtliche Erfolge in der Nationalmannschaft zurückblicken, wurde „bei den Großen“ jedoch nur zur „Eintagsfliege“: Zwischen 1970 und 1972 bestritt er insgesamt 20 Spiele für die Amateur-Nationalmannschaft, wobei er am 7. September 1971 sogar seine ersten beiden Tore im Nationaltrikot schoss. Auch in der B-Nationalmannschaft und der U-23-Auswahl erzielte er beachtliche Erfolge. Mit der A-Nationalmannschaft gewann Wunder am 5. September 1973 - in der 64. Minute für Jurgen Graboswi eingewechselt - 1:0 gegen die Sowjetunion.

Mark Uth

Seine Profilaufbahn begann Mark Uth beim niederländischen Erstligisten SC Heerenveen. Vom TSG 1899 Hoffenheim wechselte der Stürmer zur Saison 2018/2019 zum FC Schalke 04, der ihn in der Winterpause 2019/ 2020 an den 1. FC Köln auslieh. 2018 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw für den A-Kader für die Nations League nominiert - nur wenige Tage später gab Uth am 13. Oktober 2018 sein Debüt in der Nationalmannschaft gegen die Niederlande. Als aktiver Spieler könnte er sich des Rufs der „Eintagsfliege“ vielleicht ja noch entledigen...

Bernd Nickel

Kein anderer Mittelfeldspieler hat in der Bundesliga mehr Tore erzielt als Bernd Nickel. Für Eintracht Frankfurt absolvierte er 426 Bundesliga-Spiele und schoss 141 Tore - 1974, 1975 und 1981 gewann die Mannschaft den DFB- und 1980 den UEFA-Pokal. Bei seinem Debüt in der B-Nationalmannschaft gegen die Luxemburger A-Nationalmannschaft schoss Nickel zwei Tore, was ihm Ende des Jahres 1974 wohl zum Einstand in die deutsche A-Nationalmannschaft verhalf. Nichtsdestotrotz blieb hier sein erstes Spiel - die EM-Qualifikation am 22. Dezember gegen Malta - gleichzeitig sein letztes.

Thomas Wolter

Sein Profi-Debüt gab Thomas Wolter am 24. November 1984 bei Werder Bremen. Im Match gegen Eintracht Braunschweig wurde der Defensivspieler in der 82. Minute erstmals eingewechselt - und er blieb dem Verein treu. Unter Trainer Otto Rehhagel feierte er am 6. Mai 1992 zwar den Europapokal-Sieg gegen den AS Monaco, bestritt mit der deutschen Nationalmannschaft aber im selben Jahr nur ein Länderspiel. Im Freundschaftsspiel gegen Brasilien stand Wolter am 16. Dezember 1992 aber immerhin bis zur 59. Minute in der Startformation des DFB.

Bernd Rupp

Bernd Rupp spielte von 1965 bis 1974 als Stürmer bei Borussia Mönchengladbach*, Werder Bremen und dem 1. FC Köln und schoss in 274 Bundesliga-Spielen insgesamt 119 Tore. Dass Bundestrainer Helmut Schön nach der WM Ausschau nach einigen neuen Spielern hielt, kam dem Nachwuchstalent zu Gute. Am 12. Oktober 1966 landete Rupp bei seinem ersten und letzten Länderspiel in der 85. Spielminute den Treffer zum 2:0 gegen die Türkei. Bei jenem Spiel gab damals übrigens auch Gerd Müller sein Debüt in der Nationalmannschaft...

Dieter Brenninger

Fast zehn Jahre lang spielte Dieter „Mucki“ Brenninger von 1962 bis 1971 beim FC Bayern München (auf dem Bild rechts, zweiter von links: Franz Beckenbauer*), später dann beim VfB Stuttgart. Heute gilt Brenninger als Legende - und das obwohl er nur ein einziges Mal für die deutsche Nationalmannschaft antrat. Am 10. Mai 1969 gab Brenninger sein Länderspiel-Debüt im Qualifikationsspiel für die WM 1970 gegen Österreich. Peter Pumm - eigentlich Bayern-Kollege, da aber gleichzeitig Gegenspieler - kannte „Muckis“ Taktik gut und macht es ihm schwer. Bundestrainer Helmut Schön ließ Brenninger künftig nicht mehr antreten.

Rudolf „Rudi“ Nafziger

Das Schicksal, als „Eintagsfliege“ in der deutschen Nationalmannschaft zu gelten, ereilte nicht nur Bayern-Legende Brenninger (zweiter von rechts), sondern auch seinen damaligen Teamkollegen „Rudi“ Nafziger (links auf dem Bild). Der „ballgewandte Techniker“ galt nicht nur als erster „Schönling der Bundesliga“, sondern zeichnete sich mit Brenninger, Rainer Ohlhauser und Gerd Müller (zweiter und dritter von links) durch eine hohe Trefferquote aus. Mit nur 20 Jahren und kurz nach Beginn seiner ersten Bundesliga-Saison wurde Nafziger von Helmut Schön 1965 in die A-Nationalmannschaft berufen - Zukunft hatte das aber nicht.

Rainer Ohlhauser

Nach Brenninger (links im Bild) und Nafziger ist Rainer Ohlhauser (rechts im Bild) der dritte im Bunde: Beim FC Bayern München* und in der Bundesliga lief es für sie mehr als rund - dafür wollte es mit einem Stammplatz in der DFB-Elf nicht so recht klappen. Ohlhauser durfte im Rahmen einer Südamerikareise der A-Nationalmannschaft am 18. Dezember 1968 zwar sein Debüt in Santiago de Chile geben, trat nach der 1:2-Niederlage aber nie wieder für die National-Elf an.

Herbert Neumann

Herbert Neumann wurde 1969 vom Jugendtrainer des 1. FC Köln* entdeckt und spielte bis 1980 für den Verein. Der große Durchbruch ließ zunächst noch auf sich warten, hatte Neumann doch immer wieder mit Wachstumsstörungen und Zerrungen zu kämpfen. Gemeinsam mit Helmut Flohe bildete Neumann dennoch die zentrale Achse des 1. FC Köln, wodurch auch Bundestrainer Helmut Schön für die WM 1978 auf den früheren Jugendnationalspieler aufmerksam wurde. Sein Debüt gab Neumann dann noch im selben Jahr beim 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen England - doch es blieb bei nur dieser Partie.

Theodor Redder

BVB-Urgestein Theodor Redder gehört ebenfalls auf die Liste der „Eintagsfliegen“ in der deutschen Nationalmannschaft: Bundestrainer Sepp Herberger nominierte den Dortmunder für sein „Abschiedsspiel“ gegen Finnland am 7. Juni 1964 in Helsinki. Doch danach war in der obersten National-Elf Schluss für den Dortmunder Verteidiger.

Christian Schreier

Auch Christian Schreier (vorne im Bild) zählt in Sachen Nationalmannschaft zu den „Eintagsfliegen“: Nur einmal kam er 1984 in einem Freundschaftsspiel gegen Argentinien zum Einsatz und sicherte sich - ebenso wie Teamkollege Michael Frontzeck (hinten im Bild) - direkt vor Ort noch ein Trikot als unvergessliches Andenken. Von 1981 bis 1992 spielte Schreier in der deutschen Bundesliga aber erfolgreich für den VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf* sowie Bayer 04 Leverkusen.

Diego Demme

Diego Demme steht nach Stationen bei Arminia Bielefeld* und dem RB Leipzig* derzeit beim SSC Neapel unter Vertrag. Bereits 2017 nominierte Joachim Löw den Mittelfeldspieler für den Kader der deutschen Nationalmannschaft: Nicht die Stammspieler, sondern eine Perspektivmannschaft von jungen Spielern sollte für den Konförderationen-Pokal an den Start gehen. Im Qualifikationsspiel zur WM 2018 gegen San Marino wurde Demme erstmals in der 78. Spielminute eingewechselt - aufgrund von Rückenproblemen konnte der Deutsch-Italiener dann am eigentlichen Turnier nicht mehr teilnehmen.

Jürgen Sundermann

Lange bevor er sich als VfB-Trainer um den Spitznamen „Wundermann“ verdient gemacht hat, gab Jürgen Sundermann* mit nur 20 Jahren im März 1960 unter Nationaltrainer Sepp Herberger sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. Nach zwei Einsätzen in der U-23 war Sundermanns internationale Laufbahn auf Auswahlebene dann aber auch beendet.

Christian Günter

Christian Günter steht seit 2012 beim Bundesligisten SC Freiburg* unter Vertrag. Für die U-20-Nationalmannschaft gab er am 12. Oktober 2013 beim Vier-Nationen-Turnier in Gemert seinen Einstand. Ein Jahr später folgte die U-21-Nominierung für zwei EM-Qualifikationsspiele. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab der Abwehrspieler dann am 13. Mai 2014 in einem Test-Länderspiel gegen Polen. In der 81. Minute wurde Günter damals für Oliver Sorg eingewechselt - für beide blieb es bekanntlich der erste und letzte Einsatz in der DFB-Elf.

Frank Neubarth

Von 1982 bis 1996 spielte Frank Neubarth für Werder Bremen* - internationale Felder betrat er zwar öfter, aber nur einmal mit der deutschen National-Elf. Während der Offensivspieler in sieben von insgesamt acht möglichen Europapokal-Spielen zum Einsatz kam und drei Treffer erzielen konnte, durfte er am 2. April 1988 gegen Argentinien kaum zehn Minuten lang ran. Erst der 81. Minute wechselte Franz Beckenbauer Neubarth damals für Dieter Eckstein ein.

Volkmar Groß

Als Original-Berliner wurde Volkmar Groß zur Saison 1967/68 von Hertha BSC* verpflichtet und gewann gleich zum Ende seiner ersten Profi-Saison die Berliner Meisterschaft und stieg somit in die 1. Bundesliga auf. Neben Schalke nahmen Groß später auch Fußball-Clubs aus Südafrika und den USA unter Vertrag - international ging es für ihn aber mit der deutschen National-Elf nur ein einziges Mal zu: Sein erstes und letztes A-Länderspiel bestritt der Torwart am 22. November 1970 in Piräus gegen die Griechenland-Auswahl.

Matthias „Matthes“ Mauritz

Für „Matthes“ Mauritz (rechts auf dem Bild neben Jupp Derwall) muss es nicht nur aus Karriere-Sicht sondern auch persönlich ein ganz großer Tag gewesen sein: Mit 34 Jahren (!) wurde der Düsseldorfer von Bundestrainer Sepp Herberger am 20. Mai 1959 zum Länderspiel der deutschen A-Nationalmannschaft gegen Polen berufen. Gemeinsam mit Erich Juskowiak verteidigte er das Tor von Günter Sawitzki an jenem Tag in Hamburg. Durch Herbergers Berufung ging Mauritz als ältester Debütant in die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft sein.

Yannik Gerhardt

Von der Jugend des 1. FC Köln wurde Yannik Gerhardt zur Saison 2013/2014 von Peter Stöger in den Profi-Kader aufgenommen. Später verschlug es den Mittelfeldspieler zum VfL Wolfsburg*, wo er am 27. August 2016 gegen den FC Augsburg sein Bundesliga-Debüt gab. Dann ging alles Schlag auf Schlag, durfte Gerhardt doch nur wenig später am 15. November 2016 mit der obersten DFB-Elf in Mailand gegen Italien antreten.

Heinz „Heiner“ Kördell

Einst Sohn eines Bergmanns, heute Schalke-Legende: Heinz „Heiner“ Kördell (links im Bild neben Bernard Dietz) wurde 1956 vom FC Schalke 04* verpflichtet und gewann zwei Jahre später als Mittelfeldspieler am 18. Mai 1958 die bislang letzte deutsche Meisterschaft in der Vereinsgeschichte. Bevor er später zum Liga-Konkurrenten Schwarz-Weiß Essen wechselte, bestritt Kördell am 28. Dezember 1958 sein erstes und letztes A-Länderspiel bei der 1:2-Niederlage gegen Ägypten. Damit zählt auch er zu den „Eintagsfliegen“ unter den DFB-Spielern.

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