Heidenheim empfängt den VfB-Bezwinger

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SV Wehen Wiesbaden am Freitag beim Geisterspiel des FCH.

Nicht ein Plakat kündet das erste Heimspiel des Fußball-Zweitligisten FC Heidenheim nach der Saisonunterbrechung an, die die Corona-Pandemie auch den Fußballern eingebrockt hat. Leere Laternenmasten entlang der Straßen, in denen normalerweise FCH-Plakate die Zuschauer in die Voith-Arena locken sollen. Keines in Schwäbisch Gmünd, nichts zu sehen in Heubach, Bartholomä oder Steinheim. Selbst in Heidenheim erfährt die Bevölkerung in diesen Tagen nur über Presse und Rundfunk vom Heimspiel der Schmidt-Elf am Freitag (18.30 Uhr) gegen VfB-Bezwinger Wehen Wiesbaden.

Kein Wunder. Das Spiel auf dem Heidenheimer Schlossberg findet wie derzeit alle Fußballspiele der 1. und 2. Bundesliga ohne Zuschauer statt. Rund 300 Menschen, die Mannschaften, der Betreuerstab, das Schirigespann, nur wenige Offizielle von beiden Vereinen, ein paar Journalisten. Mehr lassen die Corona-Bestimmungen, die sich die Deutsche Fußball Liga selbst gegeben hat, nicht zu.

Zu brav und zu anständig

Die Stimmung in den Stadien ist entsprechend. Das hat bereits das vergangene Wochenende bewiesen. Ob die gähnende Leere sich auf das Gemüt seiner Spieler ausgewirkt hat, das wollte Frank Schmidt nicht näher ergründen. Heidenheims Chefcoach lässt allerdings keinen Zweifel daran, dass seine Elf bei der 0:3-Niederlage vergangenen Samstag in Bochum bei Weitem nicht das auf den Platz gebracht hat, was man von ihr erwarten darf. "Wir waren zu brav, zu anständig." Und wer 20 bis 30 Prozent seines Potenzials vermissen lasse, dürfe sich über eine Niederlage nicht wundern, betont der FCH-Coach.

Am Laufpensum hat's nicht gelegen. Das hat Schmidt nach der Auswertung der Daten schwarz auf weiß. "Wir sind fit", sagt er. Aber: Es fehlte die Aggressivität, der schnelle Zugriff auf den Gegner, um ihm die Chancen erst gar nicht zu eröffnen. Dass die Bochumer aus ihren ersten beiden Möglichkeiten gleich zwei Tore machen durften, unter anderem darin sucht Schmidt die Gründe für die deutliche Niederlage.

Am Freitagabend, da ist er sich sicher, soll das anders aussehen. Um 18.30 Uhr steht dann dem FCH in seinem ersten "Corona-Heimspiel" mit dem SV Wehen Wiesbaden ein Team gegenüber, das mitten im Abstiegskampf steckt, das aber die letzten beiden Spiele gewonnen und zuvor auch Spitzenreiter Bielefeld "das Leben schwer gemacht" (Schmidt) hat.

Jüngstes Opfer war der VfB Stuttgart, der am vergangenen Sonntag in Wiesbaden 1:2 baden ging. Die Bilanz ist – auch wenn der VfB wegen des zweifelhaften Elfmeters Einspruch eingelegt hat – beeindruckend.

Frank Schmidt hat die Entwicklung der Hessen genau beobachtet und festgestellt: "In der Vorrunde haben sie oft zwei und mehr Gegentore erhalten." Das ist nicht mehr so. "Die Defensive steht kompakt."

Die gilt es am Freitagabend für Schnatterer & Co. zu knacken. Mit viel Geduld, einem viel besseren Passspiel als in Bochum und möglichst dem Heidenheimer Führungstreffer. Schmidt: "Immer wenn wir in Führung gegangen sind, haben wir gewonnen."

Ein Sieg, das steht fest, würde den Tabellenvierten FC Heidenheim weiterhin im Rennen um einen der möglichen Aufstiegsplätze halten. Frank Schmidt: "Drei Punkte zu holen ist unser Ziel."

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