Nur die Meister steigen auf

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Den Jubel gab's letztes Jahr, als der FC Spraitbach in die Kreisliga aufgestiegen ist. Obwohl die Spraitbacher wieder Grund zum Feiern hätten – sie haben den Durchmarsch in die Bezirksliga geschafft – müssen sie wegen der Corona-Krise auf die Feierlichkeiten verzichten. Archivfoto: jps
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Beim virtuellen außerordentlichen WFV-Verbandstag befürwortet über 90 Prozent der Delegierten die Vorschläge des Verbandes. Ein Aufsteiger, keine Relegation, kein Absteiger.

Die Fußballsaison ist zu Ende. Zumindest was den Ligabetrieb betrifft. Der WFV-Pokal soll noch ausgespielt werden, um den Teilnehmer des DFB-Pokals zu ermitteln. Auch die Bezirkspokalwettbewerbe in den Bezirken können noch ausgespielt werden. Es steigen aber nur die durch die Quotientenregel ermittelten Meister auf. Die Zweitplatzierten, die eine Aufstiegschance über eine Relegation erhalten hätten, erhalten diese in dieser Saison nicht. Absteiger gibt es keine.

Dies ist das Ergebnis des virtuellen außerordentlichen Verbandstages des Württembergischen Fußballverbandes, das WFV-Präsident Matthias Schöck nach der Auszählung der Stimmabgaben der Delegierten bekannt gab. Es bestätigt mit großer Mehrheit (90,15 Prozent) die bereits im Mai kommunizierten Vorschläge des Verbandes.

Schöck zeigte sich bei einer virtuellen Pressekonferenz am Samstagabend zufrieden: "Dass es keine Lösung gibt, die alle Beteiligten zufrieden stellen kann, war uns klar" sagte er an die Adresse all der Vereine, die als Zweitplatzierte nicht die Chance einer Aufstiegsrelegation erhalten werden und die – obwohl vielleicht Tabellenführer – nicht aufsteigen werden, weil sie aufgrund der beschlossenen Quotientenregel das Nachsehen haben. Schöck: "Ich vertraue aber nun darauf, dass sich auch diejenigen mit der Entscheidung arrangieren können, die einen anderen Ausgang erhofft haben."

Auch der Vorsitzende des Fußballbezirks Ostwürttemberg, Jens-Peter Schuller zeigte sich "zufrieden mit diesem Ergebnis, wohl wissend, dass manche nicht zufrieden sind." Dennoch halte er die vorliegenden Beschlüsse "für alternativlos. Ich wüsste keine Alternative. Ich halte das, was jetzt gemacht wird, nicht nur aus rechtlicher Sicht, sondern auch sportlich in dieser Situation für die fairste Lösung."

Von den 278 Delegierten im gesamten Verbandsbereich, die von Mittwoch bis Samstag per Online-Voting ihre Stimme abgaben, kommen auch 21 Delegierte aus dem Bezirks Ostwürttemberg. "Diese haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht", betont Schuller und erinnert daran, dass die Entscheidungsfindung aufgrund der Conora-Krise sehr zeitaufwändig erarbeitet werden musste. Schuller: "Für die Bereitschaft dafür möchte ich allen danken."

Was das Thema Absage der Relegation betrifft, bittet er die betroffenen Vereine, bei allem Verständnis für die Verärgerung auch zu bedenken, dass die Vergangenheit gezeigt habe, dass durchschnittlich von vier Vereinen nur einer den Sprung nach oben geschafft habe.

WFV- und Bezirkspokal sollen noch ausgespielt werden

Weil auch der Südbadische und der Badische Fußballverband am Samstag zu den inhaltlich selben Beschlüssen gelangten, ist die Saison im Amateurfußball in ganz Baden-Württemberg am 30. Juni 2020 zu Ende. Mit einer Ausnahme: dem Pokal.

Ich halte das, was jetzt gemacht wird, nicht nur aus rechtlicher Sicht, sondern auch sportlich in dieser Situation für die fairste Lösung.

Jens-Peter Schuller Bezirksvorsitzender Ostwürttemberg

Der WFV will versuchen, den WFV-Pokal sportlich zu Ende zu spielen, auch um dem Sieger die Teilnahme am DFB-Pokal zu ermöglichen. Auch den Bezirken wird ermöglicht, nach eigenem Entscheiden die Bezirkspokalwettbewerbe der Männer und Frauen zu Ende zu führen. "Wir haben Pläne, wie wir das machen könnten," sagt Jens-Peter Schuller dazu. Vielleicht im Rahmen eines Final-Four-Turniers vor Saisonbeginn. Bei den Männern sei das etwas einfacher, weil hier nur noch vier Teams im Wettbewerb sind (Bopfingen, Bettringen, Spraitbach, Hofherrnweiler II) . Bei den Frauen sind es noch sechs (FC Mögglingen, Ruppertshofen, Hüttlingen, SGM Alfdorf/Eschach, Neuler/DJK SG Wasseralfingen und Sontheim). Nach Lage der Dinge werden die Pokalspiele allerdings mit den Mannschaften der neuen Saison gespielt werden müssen.

Die große Frage, die auch der Verbandstag nicht beantworten konnte, nämlich ist, wann es weitergehen kann mit Fußball spielen. In einem Schreiben haben sich die Präsidenten der drei Fußball-Landesverbände jetzt diesbezüglich an Kultus- und Sportministerin Susanne Eisenmann gewandt.

Wann und mit welchen Modus geht's weiter?

Der Verbandstag hat am Samstag mit 87,22 Prozent der Stimmen den WFV-Beirat ermächtigt, zu gegebener Zeit endgültig über den Spielmodus für das Spieljahr 2020/21 zu entscheiden. Es sei natürlich der Wunsch, die kommende Saison im üblichen Spielmodus (Hin- und Rückrunde) auszutragen, erklärte WFV-Hauptgeschäftsführer Frank Thumm bei der Online-Pressekonferenz. Aber: "Wir müssen auf Szenarien vorbereitet sein." Und: "Wir werden vorbereitet sein. Modelle dazu liegen in der Schublade."

Verschärfter Abstieg innerhalb einer Saison?

Auch die Frage, wie und bis wann die Staffeln mit zum Teil weit erhöhter Mannschaftszahl wieder auf Normalmaß reduziert werden können, ist noch nicht geklärt. Die favorisierte Variante sei es, so Thumm, dies innerhalb eines Spieljahres zu schaffen. Aber: "Wir werden uns zunächst die einzelnen Spielklassen anschauen und dann entscheiden."

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