Ex-Münchner vor dem Aus

Lewandowski-Trainer hadert nach Beinahe-K.o. mit den Bayern - „Grausame Champions League“

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„Lebensversicherung“ des FC Barcelona: Ex-Bayern-Stürmer Robert Lewandowski.
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Robert Lewandowski bewahrt den FC Barcelona mit einem Last-Minute-Treffer vor dem Champions-League-Aus. Trainer Xavi hadert - und blickt nach München. Die spanische Presse analysiert schonungslos.

München/Barcelona - Der Frust stand Robert Lewandowski und seinen Mitstreitern ins Gesicht geschrieben. Der FC Barcelona muss nach dem 3:3 (1:0) gegen Inter Mailand mehr denn je in dieser Saison um das Achtelfinale der Champions League bangen.

Mehr noch: Die Katalanen dürfen sich beim früheren Torjäger des FC Bayern München bedanken, dass sie überhaupt noch auf das Weiterkommen in der Königsklasse hoffen dürfen. Wenn auch minimal.

FC Barcelona: Robert Lewandowski und sein Klub stehen vor dem Champions-League-Aus

Es war ein wahrer Krimi in Camp Nou am Mittwochabend: Nachdem der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (40. Minute) die Spanier in Führung gebracht hatte, glichen die Italiener durch Nicolo Barella (50.) aus. Schließlich egalisierte Lewandowski (82./90.+2) eine zweimalige Führung der Mailänder durch den überragenden Argentinier Lautaro Martinez (63.) und den deutschen Nationalspieler Robin Gosens (89.).

Die Bayern hatten sich parallel durch ein 4:2 (4:0) bei Viktoria Pilsen bereits für die nächste Runde qualifiziert. Und in Barcelona? An der Mittelmeerküste herrscht - zumindest fußballerisch gesehen - Tristesse. Gerade mal vier Punkte haben die erfolgsverwöhnten Katalanen nach vier Spieltagen. Das macht in Gruppe C nur Platz drei, hinter den Münchnern (12 Punkte) und dem FC Internazionale (7), der im Kampf um Platz zwei nun alle Trümpfe in der Hand hat. Droht dem 34-jährigen Lewandowski und Barcelona das Fiasko?

Im Video: Dank Doppelpacker Goretzka - FC Bayern vorzeitig im Champions-League-Achtelfinale

Die spanische as titelte auf ihrer Website: „Barça hängt von einem Wunder ab. Das Blaugrana-Team steht am Rande des europäischen Abgrunds.“ Xavis „Projekt“ erhalte „vier Tage vor dem Clásico einen sehr harten Schlag“, schrieb die Sportzeitung weiter mit Blick auf den Klassiker bei Real Madrid am Sonntag (16.15 Uhr). Die in Barcelona ansässige Mundo Deportivo schrieb noch hoffnungsvoller: „Inter verlässt Barcelona in Erwartung eines Wunders.“ Zu viel Zweckoptimismus?

FC Bayern steht im Achtelfinale der Champions League - FC Barcelona vor dem K.o.

„Diese Champions League ist sehr grausam“, erklärte Barça-Trainer Xavi auf der Pressekonferenz und haderte auch mit dem FC Bayern als Gruppengegner: „Wir haben in der zweiten Halbzeit viel kassiert. Die erste Hälfte war wieder hervorragend. Grausam ist diese Saison von München (0:2 im Hinspiel, d. Red.) über Mailand (0:1 im Hinspiel) bis heute. Wir haben mehr verdient, aber das ist die Champions League.“

Diese Champions League ist sehr grausam.

Barça-Trainer Xavi

Fußball sei ein Spiel der Fehler „und wir haben heute nicht gut verteidigt“, sagte Xavi und meinte: „Im ersten Durchgang war die Intensität ausgezeichnet. Wir mussten weitermachen und haben Fehler teuer bezahlt. Ganz schwere Fehler, die uns das Spiel gekostet haben.“ Der einstige Spieler nahm den neuerlichen Misserfolg in einer durchwachsenen Europapokal-Saison auf sich: „Ich denke, der Ansatz war gut. Vielleicht habe ich es versäumt, die Intensität im zweiten Durchgang zu vermitteln. Wenn die Abwehr versagt, versage auch ich. Wenn Piqué oder Busquets scheitern, versage ich als Trainer. Ich übernehme die volle Verantwortung.“ Ob es hilft?

Treffer zum 3:3-Ausgleich: Robert Lewandowski (li.) bewahrt den FC Barcelona vor dem frühzeitigen Champions-League-Aus.

Robert Lewandowski: Kaum noch eine Chance mit dem FC Barcelona in der Königsklasse

„Barça in den Händen der Pilsener“, kommentierte die as. Was damit gemeint ist: Am kommenden Spieltag (26. Oktober) empfängt Barcelona in Camp Nou den deutschen Bundesliga-Rekordmeister. Und zwar erst um 21 Uhr. Gewinnt Inter Mailand am selben Tag gegen den tschechischen Meister aus Pilsen, war es das mit dem Achtelfinale für den spanischen Fußball-Riesen. Markant: Die Partie in der Lombardei wird bereits um 18.45 Uhr angepfiffen.

Internazionale hätte bei einem Sieg sechs Punkte Vorsprung auf Barca, dem selbst zwei Siege in zwei verbleibenden Partien und eine Niederlage der Italiener in der Münchner Allianz Arena nichts mehr nutzen würde. Denn: In der Champions League würde dann der direkte Vergleich zweier punktgleicher Teams zählen - und diesen haben die Italiener für sich entschieden. (pm)

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