Schmidt: Das soll einfach Lust machen auf mehr

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Im Geschichtsbuch des FC Heidenheim ist der 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart auf ewig fest verankert. Egal, was die nächsten Jahre bringen werden, über diesen Coup des David von der Brenz gegen den Goliath vom Neckar werden die Fußballfans noch lange reden. Schnatterer und Co. indes haben bereits den nächsten Gegner vor Augen. Alltag eben im Profigeschäft.

"Natürlich war das für uns ein ganz besonderes Spiel. Natürlich war das ein besonderes Derby. Es war ein absolutes Highlight in dieser Saison." FCH-Cheftrainer Frank Schmidt lässt seiner Freude freien Lauf. "Genauso wie unsere Fans haben wir diesen Sieg am Freitagabend auch gebührend gefeiert", erzählt er. Der 42-jährige Fußballlehrer kann schon sehr gut einschätzen, was seinen Jungs mit diesem 2:1-Coup gegen den haushohen Favoriten vor über 50 000 Zuschauern in der stimmungsgeladenen Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena gelungen ist. "Wir haben ein stückweit Geschichte geschrieben", weiß er. "Es war beeindruckend, die fünf-, sechstausend Fans in Blau in Stuttgart zu sehen." Deshalb will der Heidenheimer Fußballcoach diesen Sieg gegen den VfB Stuttgart auch als "Geschenk an unsere Fans" verstanden wissen. "Das soll einfach Lust auf mehr machen, um uns verstärkt auch zu unseren Auswärtsspielen zu begleiten." Während die Heidenheimer Fans noch Tage über dieses Fußballmatch reden werden, war die Partie nach dem Auslauftraining und der anschließenden Spielanalyse bereits am Samstagvormittag Vergangenheit. "Wir müssen das ganz pragmatisch sehen. Wir haben drei Punkte geholt. In einer Woche geht es bereits um neue Punkte." Am Samstag (13 Uhr) kommt Düsseldorf zum Auftakt einer englischen Woche in die Heidenheimer Voith-Arena. Frank Schmidt saß am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein auf der Tribüne der Düsseldorfer Esprit-Arena und schaute sich das 1:1 der Fortuna gegen Stefan Ruthenbecks Greuther Fürth an. Das gehört im Profifußball zum Tagesgeschäft eines Trainers. Auch von seinen Spielern erwartet er diese Einstellung. Ein Bonbon in Form vielleicht eines trainingsfreien Tages gab und gibt es nicht für die Leistung seiner Elf in Stuttgart. "Das wäre im Profifußball zu diesem Zeitpunkt ein verheerend falsches Signal", sagt Schmidt. "Dazu ist die Saison noch zu jung." Die Spieler haben nach der Niederlage gegen Würzburg beim großen VfB Stuttgart sich mit dem Sieg selbst den schönsten Lohn bereitet. "Sie haben einen Erfolg gefeiert, der den Hunger nach mehr noch größer macht", freut sich der Frank Schmidt. Aber solche Erfolge müsse man sich hart erarbeiten. Ganz wichtig sei es jetzt, "geradlinig weiterzuarbeiten und gerade im Erfolg bescheiden zu bleiben." Es könnte die richtige Grundeinstellung für weitere Heidenheimer Erfolge sein. "Als Heidenheim noch gegen die Normannia gespielt hat, ..." Dass das große der VfB-Fans im Lande nach den bisherigen vier Saisonspielen enttäuscht drein blickt, liegt auf der Hand. "Als Heidenheim vor ein paar Jahren noch gegen die Normannia gespielt hat, da haben wir schon fast in der Champions-League gespielt. Das muss man mal sehen", betont Jürgen Helmli. "Natürlich bin ich enttäuscht", sagt der Vorsitzende des Lindacher VfB-Fanclubs Loutsen. "Mit dieser Leistung und dem fehlenden Willen wird man den Wiederaufstieg in die Bundesliga nicht schaffen", befürchtet er. Er will auch nicht glauben, dass die Heidenheimer Niederlage ein Weckruf gewesen sein könnte. "Das habe ich schon nach der Niederlage gegen Düsseldorf gehofft." Dann sagt er trotzdem: "Wir steigen trotzdem auf. Ich wäre doch kein VfB-Fan, wenn ich das nicht glauben würde." Er setzt auf den ausgeglichenen Kader, der am Ende einer langen Saison ausschlaggebend sein werde. Und er setzt auf die drei Neuen, Carlos Mané (Sporting Lissabon), Benjamin Bavard (Lille OSC) und Takuma Asano (Arsenal London). "Mal schauen, was die bringen."

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