SV Neresheim mit knappem Personal

  • Weitere
    schließen
+
Das aktuelle Mannschaftsbild. Obere Reihe v. links: Dario Cutura, Denis Werner, Max Wanner, Flavio Herzberger, Lukas Kleebauer, Oguzhan Cay; mittlere Reihe v. links: Teammanager Stefan Aubele, Sportlicher Leiter Harald Zettl, Physiotherapeutin Carolin Rahm, Simon Fischer, Yannik Knaus, Sven Lukina, Patrick Bühler, Andreas Mayer, Torwarttrainer Marco Herzberger, Trainer Manfred Raab; untere Reihe v. links: Thorben Joos, Mike Marianek, Jens Jakobschy, Dirk Lang, Samuel Aubele, Julian Hubel, Dominik Pfeifer, Amir Werner, Fabio Mango.

Der SV Neresheim erwartet eine harte zweite Landesliga-Saison. Der kleine Kader ist bereits jetzt durch Verletzungen gebeutelt.

Gespannt blicken die Verantwortlichen beim SV Neresheim auf die kommende Saison 2020/21, die zweite in der Landesliga Staffel 2. Angesichts der verschärften Abstiegsregelung in der 19er-Liga – sechs Mannschaften steigen sicher ab, eventuell sogar sieben – erwarten Trainer Manfred Raab und Abteilungsleiter Stefan Aubele eine aufreibende Saison mit hartem Kampf um die Plätze.

Manfred Raab kam Mitte Oktober 2019 zum SVN, als der mitten im Abstiegskampf steckte. "Und seither ist er in neun Punktspielen ungeschlagen", sagt der Abteilungsleiter. "Er hat mit der Mannschaft das Ruder schnell herumgerissen und die Klasse gehalten."

Jetzt steckt der Trainer mit einer runderneuerten jungen Mannschaft in der Endphase der insgesamt siebenwöchigen Vorbereitung - und trotz namhafter Neuzugänge vor neuen Sorgen. "Im eh schon knappen Kader mit 18 Feldspielern und drei Torhütern haben wir jetzt mit Fabio Mango, Amir Wanner und Flavio Herzberger drei längere Zeit verletzte, und dazu zwei weitere angeschlagene Spieler, da wird's eng", erzählt er. Ein als Neuzugang geplanter Spieler sei zudem wieder abgesprungen.

Nein zur Favoritenrolle

Deshalb wehrt er sich ebenso wie Aubele gegen die Favoritenrolle, die dem SVN zugesprochen werde. Andere Vereine, wie der SC Geislingen und Bonlanden hätten sich deutlich verstärkt. Nach der vergangenen Saison habe man beschlossen, den zu großen Kader auszudünnen. Der ein oder andere Spieler, den der Trainer gern gehalten hätte, sei weggegangen und hätte eine Lücke hinterlassen, andere seien gewechselt, um im neuen Verein mehr Spielanteile zu erhalten.

Mit dem Verlauf der Vorbereitung ist der Trainer insgesamt zufrieden. Die Mannschaft sei engagiert, der Teamspirit gut, man habe sich nach der langen Pause an die Belastungsgrade herangetastet. Die Spieler hätten vorher individuell trainiert, "der eine mehr, der andere weniger", wie Aubele anmerkt. Jetzt seien alle auf einem guten Level, ergänzt Raab. "Aber bei den Verletzten mache ich mir schon Gedanken."

Da ist harte Arbeit und viel Wille und Engagement nötig.

Manfred Raab, Trainer

Derzeit ist ein vereinsloser Gastspieler im Training, eine Entscheidung zur Verpflichtung ist noch nicht gefallen. Stefan Aubele sagt, dass sich einige Spieler sehr gut unter Raab entwickelt hätten. Man habe gut zusammengefunden. Weil im Team nur ein gelernter Innenverteidiger zur Verfügung steht, war ein Punkt in der Vorbereitung das Umschulen von Max Wanner und Patrick Bühler auf diese Position. Und das habe gut funktioniert.

Mayer als spielender Co-Trainer

Die Neuzugänge ergänzen den Kader gut, sie passen gut ins bisherige Team. Raab betont, dass er sich auf sein Team um die Mannschaft verlassen könne, der 55-Jährige fühlt Rückhalt und Unterstützung von den Verantwortlichen im Verein, von Aubele und dem Trainerteam. Dazu gehört jetzt auch Neuzugang Andreas "Bobo" Mayer als spielender Co-Trainer und Führungsspieler. Schon quasi eine Institution ist Torwarttrainer Marco Herzberger. "Wichtig sind aber auch Sven Lukina und Denis Werner als weitere Führungsspieler der sonst jungen Mannschaft auf dem Platz", ergänzt der Trainer. Sie sollen während des Spiels die Feinheiten der Strategie in der Mannschaft regeln. Seine Strategie und Taktik Raab nach den eigenen Spielern ausrichten, aber auch nach dem Gegner. "Die Mannschaft hat das Potential, sich weiter zu entwickeln. Wichtig wird sein, eine gesunde Mischung zwischen Offensive und Defensive zu finden", blickt er voraus. "Das zweite Jahr in der Liga wird erfahrungsgemäß das Schwierigere, jetzt besonders mit mehr Spielen, mit englischen Wochen", ergänzt er. "Da ist harte Arbeit und viel Wille und Engagement nötig, um die Klasse zu halten."

Vorfreude auf Dorfmerkingen

Ein erster Erfolg war der 4:0-Sieg in der ersten Runde des WFV-Pokals gegen das unterklassige und überforderte Buch II, trotz der Ausfälle. Jetzt freut man sich auf das Derby gegen Oberligist SF Dorfmerkingen am kommenden Samstag um 15.30 Uhr im eigenen Stadion. "Das wird ein Highlight, das gilt es mit Freude mitzunehmen, auch wenn der Gegner hoher Favorit ist", freut sich Stefan Aubele.

Jürgen Eschenhorn

Zurück zur Übersicht: Fußball

WEITERE ARTIKEL