„Gequirlter Quark“

Müller spricht über Menschenrechts-Verletzungen in Katar und löst Shitstorm aus - „Schwafelhans“

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Nationalspieler Thomas Müller sorgte mit Aussagen über die Menschenrechte in Katar für Kopfschütteln.
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Nationalspieler Thomas Müller steht nach Aussagen zu Menschenrechtsverletzungen in Katar heftig in der Kritik. Auf Twitter gab es einen Shistorm.

München - Thomas Müller kann es nicht nur mit dem Fuß, sondern ist auch als Freund des geflügelten Wortes bekannt. Besonders nach Bayern-Siegen darf man sich eigentlich immer schon auf ein launiges Interview mit viel Augenzwinkern freuen. Doch diesmal sorgen seine zaudernden, abwägenden Aussagen für massive Kritik.

Konkret ging es um das Land Katar, den Gastgeber der diesjährigen Fußball-WM. Müller wurde als Nationalspieler auf einer Pressekonferenz zu den Menschenrechts-Verletzungen dort gefragt. Nicht erst seit der WM-Vergabe oder der Partnerschaft des FC Bayern mit Qatar Airways wird oft darauf hingewiesen, wie moralisch korrekt es ist, trotz der schlimmen Arbeits- und Lebensbedingungen vieler Menschen in dem Emirat mit diesem Geschäfte zu machen. Nachdem DFB-Manager Oliver Bierhoff Vertreter von Menschenrechtsorganisationen zur Nationalelf eingeladen hatte, wurde am nächsten Tag Thomas Müller um seine Meinung gebeten.

Thomas Müller äußert sich ausweichend zum Thema Menschenrechte in Katar

Müller aber gab ungewohnterweise keine klare Kante zu dem Thema, sondern äußerte sich ausweichend. Er sagte, es gebe in jedem Land, auch in Deutschland, Menschenrechtsverletzungen, und erklärte weiter: „In Ländern mit einer anderen Kultur, wie im Nahen Osten rund um Katar, werden Dinge, die wir mittlerweile als normal ansehen, anders umgesetzt – ob das Frauenrechte sind oder eben auch das Thema mit dem Arbeitsrecht. Da haben wir eine andere Gesetzesgrundlage.“

Müller erklärte weiter, die Nationalspieler werden „versuchen, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen“, doch bei der WM werde man dennoch „das Sportliche an erste Stelle stellen. Seine Hoffnung sei, dass vom DFB und der FIFA „größere Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die Umsetzung der Menschenrechte vor Ort zu verbessern“.

WM 2022 in Katar: „... und dann kommt so ein Schwafelhans wie Thomas Müller und macht alles wieder kaputt“

Viele User auf Twitter sind empört über Müllers Ansichten, so auch Philipp Köster, Chefredakteur des 11Freunde-Magazins. So twitterte er: „Gerade haben sich Bierhoff und Flick so ein schönes, neues, nachdenkliches Wording zu Katar draufgeschafft, da kommt so ein Schwafelhans wie Thomas Müller und macht alles wieder kaputt.“

Viele User stimmen Köster zu. Sein Tweet erhielt über 4300 „Gefällt mir“-Angaben (Stand 25. März, 9:45 Uhr). „Oh Gott, warum bittet man immer wieder Leute um politische und gesellschaftliche Statements, die ihr Geld mit dem möglichst präzisen Kullern von Bällen verdienen? Und warum äußert der sich, wenn da so in gequirlter Quark raus kommt?“, schreibt eine Userin.

„So eine Stammtischmentalität kann man sich als Profisportler einfach nicht erlauben“, findet ein weiterer.

„Ja, in Deutschland gibt es schließlich auch Menschenrechtsverletzungen, Thomas Müller. Kannst Du mir vielleicht auf die Sprünge helfen, wann die letzten von der deutschen Regierung angeordnet/gebilligt wurden?“, so ein anderer Kommentar.

Nutzer schockiert von Thomas Müllers Aussagen über Katar - „Hatte er einen Schlaganfall?“

„Hatte er gerade einen Schlaganfall? Ist das dieses „cringe“, von dem die Jugend spricht?“, fragt sich ein weiterer Nutzer.

„Kopfbälle! Ganz schlecht fürs Hirn!“, schreibt ein anderer. Und ein weiterer habe das Video mit Müllers Aussagen angeklickt, aber „Keine zehn Sekunden ausgehalten wegen Fremdschämen.“

„Das Geschwafel beweist leider auch, dass er sich vorher nie mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Und so ein Hans ist Multimillionär“, kommentiert ein weiterer User. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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