Beim Spiel am Montagabend

Wegen EM-Kommentator Bartels: ARD bittet um Entschuldigung

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ARD-Kommentator Tom Bartels wurde für seine Berichterstattung beim EM-Spiel zwischen Dänemark und Russland kritisiert.
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ARD-Kommentator Tom Bartels wird im Netz für seine Berichterstattung bei der EM kritisiert. Die Sportschau reagiert sofort und bittet um Entschuldigung.

Kopenhagen - Es war einer der emotionalen Abende dieser Europameisterschaft*. Der Parken in Kopenhagen, das kleinste Stadion dieser EM*, wurde zum Tollhaus. Denn Dänemark* besiegte Russland* in einem begeisternden Spiel mit 4:1 und schaffte noch den Sprung ins Achtelfinale.

Nach zwei Niederlagen und der Herzattacke ihres Superstars Christian Eriksen zum Auftakt feierten die Dänen ein kleines Fußball-Märchen. Auch der ARD*-Kommentator Tom Bartels fieberte am Mikrofon mit, was ihm nun Kritik aus dem Netz einbringt.

Zuschauer-Kritik gegen ARD-Kommentator Tom Bartels - Sportschau bittet um Entschuldigung

Der 55-Jährige wird für seine sachlichen und fachlichen Analysen bei Live-Spielen geschätzt. Doch auch der sonst so besonnene Bartels ließ sich verständlicherweise von der ekstatischen Stimmung der Fans anstecken und hielt es offensichtlich nicht zuletzt wegen der tragischen Vorgeschichte um Eriksen mit den Dänen. Das ging an den TV-Geräten wohl manchem Zuschauer zu weit. So warf ein User bei Twitter dem ARD-Kommentator vor, die Partie zu einseitig zu begleiten.

„Selten so einen parteiischen Kommentator gehört. Wirklich schade“, twitterte ein Zuschauer an die Sportschau* gerichtet. Nur zwölf Minuten später antwortete diese auf den Tweet und bat um Entschuldigung. „Tom Bartels kommentiert die Spiele mit bestem Wissen und Gewissen aus einer neutralen Perspektive“, lautete die Reaktion auf die Kritik: „Dass das in manch einer emotionalen Situation gegebenenfalls nicht immer gelingt, bitten wir zu entschuldigen.“ Der Twitter-User dankte daraufhin für die Antwort und erklärte, er möge Bartels‘ Art des Kommentierens für gewöhnlich. Seinen ursprünglichen Tweet löschte er später.

EM 2021: ARD und ZDF verstärken Social-Media-Team - Kommentatoren-Frau im Netz angegriffen

Dank der Europameisterschaft steigen nicht nur die TV-Quoten, auch die Zahl der Social-Media-Posts schießt in die Höhe. Das meiste ist sogar amüsant, doch manches ist schlicht unflätig, sexistisch oder rassistisch. Um dem entgegenzuwirken, haben ARD und ZDF notgedrungen personell aufgestockt. Kein Wunder also, dass die Antwort auf die Bartels-Kritik nicht lange auf sich warten ließ.

„Wir wollen Raum für Diskussionen zur Verfügung stellen, das muss aber moderiert werden“, sagte EM-Programmchef Christian Wagner von der ARD. „Uns war daher klar, dass wir unser Engagement-Team stärken müssen. Wir haben uns für die EM auch Spezialisten aus anderen Redaktionen ausgeliehen.“

Einen Shitstorm musste Bartels, der vielen Zuschauern noch vom deutschen WM-Sieg 2014 in Brasilien in Erinnerung ist, nicht aushalten. Im Gegensatz zu seiner ZDF-Kollegin Claudia Neumann, die sich zuletzt beim Spiel zwischen Dänemark und Belgien erneut mit Kritiken im Internet unter der Gürtellinie ausgesetzt sah. Die ARD-Sportschau hatte Neumann daraufhin gegen die Anfeindungen im Netz verteidigt. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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