Trotzdem fiebert man genauso mit

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So haben Fußball-Fans von der Ostalb den ersten Geisterspieltag in den beiden Bundesligen erlebt.

Der erste Geisterspieltag in der Bundesliga ist Geschichte. Fußball-Fans von der Ostalb ziehen ein Fazit. Patrick Schiehlen, Sportlicher Leiter TSV Essingen: "Es ist gut, dass wieder gestartet wurde. Im Fußball steckt nicht nur das Geld dahinter, sondern auch sehr viele Arbeitsplätze. Ich denke, keiner, der das anschaut, kann sagen, dass es ihm ohne Fans gefällt. Ohne sie macht das Ganze nur halb so viel Spaß - wenn nicht noch weniger. Das hat mir am Wochenende schon sehr gefehlt, auch wenn meine Mannschaft St. Pauli gegen Nürnberg gewonnen hat. Für mich ist es einfach wichtig, dass es weitergeht. Es ist in Ordnung, dass gespielt wird, wenn kein Risiko für Außenstehende besteht und die Mannschaften sich an ihre Vorschriften und Regeln halten." Andreas Singer, FC Bayern Fanclub Ebnat-Süd: "Wie für wahrscheinlich alle war dieser Spieltag sehr ungewohnt. Trotzdem fiebert man natürlich mit seiner Mannschaft mit. Es war mal wieder schön, den Fußball zu sehen - und dass es ein anderes Thema wie Corona gibt. Die aktuelle Saison muss mit den Geisterspielen beendet werden, das geht nicht anders. Doch die kommende Saison sollte erst beginnen, wenn wieder Fans ins Stadion dürfen. Es gibt viele, die sagen: Weshalb wird wieder Fußball gespielt und die Schüler dürfen noch nicht in die Schule? Doch Fußball ist auch ein Wirtschaftszweig, da geht es um nicht wenig Geld. Die ersten Spiele konnte man schon anschauen, auch wenn es ohne die Atmosphäre nicht so ist wie gewohnt. Aber nach rund neun Wochen Pause hat man sich schon darauf gefreut, dass der Ball endlich wieder rollt." Sepp Schill, Koordinator Sportfreunde Dorfmerkingen: "Die Spiele habe ich gut gefunden - wie die Mannschaften zu Werke gegangen sind. Natürlich hat die Stimmung gefehlt, das hat man beim Zuschauen am Fernseher gemerkt. Mein Fazit vom ersten Geisterspieltag ist aber positiv ausgefallen: Der Torjubel von Hertha war etwas überzogen, aber alles andere war gut. Was mir noch aufgefallen ist: dass Spieler nach wie vor auf den Rasen spucken. In fast jeder Mannschaft gab es jemanden, der das gemacht hat. Es wäre klasse, wenn man das noch abstellen könnte."

Benjamin Bilger, Trainer TSG Hofherrnweiler: "Natürlich sind die Geisterspiele gewöhnungsbedürftig. Aber für den sozialen Aspekt und für Fußball-Fans war es eine positive Abwechslung - der Schritt nach vorne und nicht zurück, und dass wir uns von dem Virus nicht komplett beherrschen lassen. Ich war froh, dass wir wieder Fußball schauen konnten. Mit Fans wäre es natürlich schöner gewesen. Aber ich denke, in naher Zukunft wird das wieder kommen." Benjamin Nagel, Spielleiter TSV Großdeinbach: "Man hatte das Gefühl, dass man ein Trainingsspiel anschaut, da die Kulisse gefehlt hat. Trotzdem fiebert man genauso mit. Es war etwas ungewöhnlich, aber ich denke, daran wird man sich für den Rest der Runde gewöhnen müssen. Auf lange Sicht wäre es aber schon besser, wenn die Fans wieder dabei sein können. Ich bin selber Dauerkartenbesitzer beim VfB Stuttgart und gehe sehr gerne ins Stadion. Wenn das Publikum dabei wäre, wäre es schon besser. Aber - besser so als letztlich gar nicht."

tim

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