Vereinsheim wartet auf Besuch

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Nach und nach geht es bei den Arbeiten im Vereinsheim des SC Unterschneidheim voran. Trotz des Lockdowns konnte fleißig saniert werden.

Beim Sportclub Unterschneidheim wurde trotz Lockdown-Einschränkungen die Sanierung des Vereinsheims vorangetrieben.

Den SC Unterscheidheim hat die Pandemie mit den beiden Lockdowns mitten in einem Großprojekt erwischt: Über 30 Jahre nach seiner Erbauung war das Vereinsheim reif für eine große Sanierung.

Obwohl die Krise viele Dinge erschwerte, sei der Umbau inzwischen weit vorangeschritten, sagt Vorsitzender Repräsentation und Sport Johannes Hald. "Wir haben über den Sommer das komplette Dach saniert. Da war die Lage entspannter; das hat gut funktioniert. Jetzt über den Winter sind wir am Innenausbau." Viele Helferstunden waren als Eigenleistung eingeplant, die nun eben auf wenigen Schultern verteilt werden müssten.

Ein Vorteil war, dass durch den Lockdown ohnehin keine Nutzung des Vereinsheims angestanden habe, so habe man dort gut arbeiten können – in Kleingruppen wegen der Kontaktverbote. "Wir sind gut vorangekommen und kurz davor, fertig zu werden", sagt Hald, der seinen Mitstreitern dankt: "Wir waren so zwar nur einige wenige Personen, die dafür aber umso mehr geleistet haben." Der eine oder andere Helfer habe wohl durch den Lockdown auch mehr Zeit für Eigenleistungen aufbringen können, sieht der Vorstand einen weiteren positiven Effekt.

Mitgliederzahl und Finanzen stabil

Auch die Spendenbereitschaft im Umfeld des Sportclubs scheint nicht negativ beeinträchtigt. Über das Spendenportal "Gut für die Ostalb" wurden für die Dachsanierung bereits 5000 Euro über Kleinspenden eingesammelt, weitere 3000 Euro werden in diesen Tagen als Ziel einer zweiten Kampagne für den Innenausbau erreicht. "Wir haben in den vergangenen Jahren ausreichend Rücklagen gebildet, außerdem muss man sagen, dass uns der WLSB und die Gemeinde sehr gut unterstützen", sagt Hald.

Bei allen Streitereien um Saisonwertungen und Öffnungsstrategien, ist Hald in Sachen Corona auf den Verband gut zu sprechen: "Es wird versucht, den Vereinen unter die Arme zu greifen. Was in der Krise über den Verband abzuwickeln war, lief problemlos." Übungsleiterpauschalen und Zuschüsse seien ohne große bürokratische Hürden freigegeben worden. "Aber natürlich fehlen auch uns als Verein die Einnahmen aus den üblichen Veranstaltungen, da sind wir normal sehr aktiv." Die Kirchweih sei komplett ausgefallen, zu den Unterschneidheimer Festtagen habe man zumindest mit To-Go-Angeboten "ein bisschen was reinbekommen".

Rückhalt der Mitglieder

Wir sind kurz davor, fertig zu werden.

Johannes Hald, Vorsitzender Repräsentation und Sport

Größere Sorgen müsse er sich als Vorsitzender keine machen. "Ich habe noch von keinem gehört, der uns wegen Corona verlassen hat. Klar: Unsere Angebote sind eingeschränkt, es passiert nicht viel im Verein, aber es freuen sich schon alle, dass es irgendwann auch wieder losgeht", sagt Hald.

Die Verbundenheit mit dem Verein sei gerade auch im ländlichen Raum hoch. "Für das, was wir alles anbieten, sind unsere Mitgliedsbeiträge schon immer sehr niedrig. Im Vergleich zu manchem Stadtverein nur ein Bruchteil." Turnen, Fußball, Tischtennis, Volleyball – alle Abteilungen treffe der Lockdown im Winter gleichermaßen hart. "Wobei wir schon erwarten, dass die Outdoor-Aktivitäten wieder als erstes starten können", sagt Hald. So lange versuche man, so gut es eben geht, über Onlineangebote "die Leute bei Laune zu halten".

Ob die Krise den Mehrspartenverein nicht doch einige Mitglieder kosten werde, könne man möglicherweise erst sehen, "wenn es wieder los geht. Es kann schon sein, das manche dann feststellen, dass ihnen nichts gefehlt hat und sie nicht wiederkommen", sagt Hald. Zuletzt hatte man mit leichten Zuwächsen die 1000-Mitglieder-Marke geknackt, halte diese seither. "Darauf sind wir als Verein aus einem 1500-Einwohner-Ort schon stolz", sagt Hald.

Trainingspläne und Hygienekonzepte kenne man schon von der ersten Öffnungszeit im vergangenen Sommer. "Die liegen in der Schublade und warten darauf, dass es wieder los geht. Es liegt aktuell aber nicht in unserer Hand." Im Sommer oder Herbst soll dann – wenn es die Vorschriften zulassen – auch das sanierte Vereinsheim noch offiziell mit einem Fest wiedereröffnet werden. Hald macht den Vereinsmitgliedern schon Lust darauf, dort wieder zusammenzutreffen. "Viele haben die Baustelle in den letzten Wochen gar nicht mehr gesehen. Für die wird das schon ein Überraschungseffekt, wie jetzt alles aussieht. Es wird sehr schön!"

Der Lockdown hatte für die Sanierung sogar Vorteile: Das Vereinsheim wurde ohnehin nicht genutzt.
Mit den Rücklagen des Vereins, Spenden und der Unterstützung des WLSB konnte das Projekt letztendlich umgesetzt werden.

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