Wegen Coronazahlen in Gmünd: Kein Pokalfinale in Bettringen

  • Weitere
    schließen
+
Jubelnd strecken die Spieler von 08 Unterkochen die Bezirkspokal-Trophäe in die Höhe. Sie haben sie sich im vergangenen Jahr im mit einem 2:1-Sieg gegen die TSG Hofherrnweiler II gesichert.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd untersagt der SG Bettringen die Ausrichtung des Bezirkspokalfinales. Auch Normannia gegen die Kickers fällt aus. Von Werner Röhrich

Der Schock saß tief bei den Verantwortlichen der SG Bettringen, als sie am Dienstagvormittag erfuhren, dass sie das Bezirkspokalfinale der Herren am kommenden Sonntag nicht ausrichten dürfen. Auf Anraten des Gesundheitsamts hat die Stadt Schwäbisch Gmünd keine Genehmigung erteilt. Der Grund ist die in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit einer Trauerfeier weit überduchschnittlich gestiegene Zahl von Corona-Infizierten im Gmünder Raum.

Auch die Gmünder Normannia reagierte am Dienstagnachmittag auf diese Situation und sagte ihre für Mittwochabend geplante Team-Präsentation im Hotel Remspark sowie das für Samstag im Schwezer geplante Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers ab. "Wir bedauern diese Entscheidung, möchten aber aufgrund der aktuellen Situation die Gesundheit aller Beteiligten in den Vordergrund stellen", sagt FCN-Fußball-Abteilungsleiter Marco Biegert.

"Die Entscheidung tut mir unheimlich weh", sagt der Sportliche Leiter der Fußballabteilung der SG Bettringen, Oliver Glass. "Wir alle haben uns alle schon sehr darauf gefreut, dass das Pokalfinale bei uns stattfinden kann." Aber, fügt er hinzu: "Die Gesundheit geht absolut vor. Die Entscheidung ist die richtige. Ich kann das nachvollziehen."

Dass "wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht" haben, das betont der Leiter des Gmünder Amtes für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt. Im intensiven Meinungsaustausch mit Oberbürgermeister Richard Arnold, Sportbürgermeister Dr. Joachim Bläse und dem Ordnungsamt sei man übereinstimmend zu der Auffassung gekommen, dass es "in dieser Situation richtig ist, dieses Spiel an diesem Wochenende nicht in Bettringen auszutragen."

Arnholdt betont: "Wir haben keinen Zweifel daran, dass die SG Bettringen dieses Spiel absolut korrekt und sauber nach den vorliegenden Hygienevorschriften des Württembergischen Fußballverbandes organisiert und durchgezogen hätte." Aber angesichts der besonderen Situation, in der Schwäbisch Gmünd durch die rapide gestiegenen Fallzahlen gerade stecke, "erachten wir es für vernüftiger, dieses Spiel an diesem Wochenende nicht in Bettringen zu machen."

Wenn die sagen, es geht nicht. Dann geht es nicht. Ich kann das alles nachvollziehen.

Jens-Peter Schuller Bezirksvorsitzender

Auch die Verantwortlichen des Fußballbezirkes Ostwürttemberg sind von dieser Entscheidung überrascht worden. Die Vergabe des Spielorts für das Bezirkspokalfinale, so Pokalspielleiter Roland Wagner, sei in Abstimmung mit den vier noch im Wettbewerb verbliebenen Halbfinalisten per Los erfolgt. Wagner: "Das Los fiel auf die SG Bettringen."

"Ich bin überzeugt, dass die SG Bettringen das super gemacht hätte", betont auch Bezirksvorsitzender Jens-Peter Schuller. In Sachen Entscheidungsfindung sagt er aber auch: "Ich habe größtes Vertrauen in den Landrat. Und ich habe größtes Vertrauen in die Stadt Schwäbisch Gmünd. Und wenn die sagen, es geht nicht. Dann geht es nicht. Ich kann das alles nachvollziehen."

Noch am Dienstagnachmittag, so Schuller, seien die anderen drei Halbfinalisten über die Situation benachrichtigt und angefragt worden, wer es sich vorstellen könne, dieses Finale zu übernehmen. Wenn es jemand mit 500 Zuschauern – so viele dürfen zu einem Fußballspiel ab 1. August kommen – ausrichten darf, finde das Spiel an diesem Ort statt. "Zur Not werden wir versuchen, das Spiel auch ohne Zuschauer durchzuführen. Das ist immer noch besser, als zu losen", sagt Schuller. Fakt ist, dass die betreffende Kommune ihre Genehmigung erteilen muss.

Die Halbfinalspiele finden an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) statt. Und zwar zwischen dem TV Bopfingen und der SG Bettringen sowie dem FC Spraitbach und der TSG Hofherrnweiler II. Der Bezirkspokalsieger nimmt am WFV-Pokalwettbewerb teil.

Zurück zur Übersicht: Fußball

WEITERE ARTIKEL