In der Öffentlichkeit küssen ist Tabu

Hotels, Bier, One-Night-Stands: Eine etwas andere WM für Fans

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Die Wüsten-WM ist keine WM wie jede andere, auch für die Fans vor Ort. So gibt es beispielsweise keine öffentlichen Bier-Partys – und auch keine One-Night-Stands.

Doha – Eine WM wie keine andere: Hotels, Bier, Geschlechtsverkehr – in dem konservativ muslimischen Golf-Emirat Katar sind für Besucher einige Gesetze und Sitten zu beachten. „In vielerlei Hinsicht wird dieses Turnier einzigartig“, schreibt FIFA-Präsident Gianni Infantino im offiziellen Fan-Leitfaden – und liegt damit wohl ziemlich richtig.

Ein großer Unterschied zum Westen besteht im Trinken: So wird bei der WM 2022 zum Beispiel in den Stadien kein Bier ausgeschenkt. Deutsche Fans, die sich insgesamt 35.000 Karten für die WM gesichert haben, können aber ebenso wie die anderen Gäste aus aller Welt vor und nach den Spielen in speziellen Verkaufszelten, die möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen sollen, Bier kaufen – wenn gewünscht.

Deutschlands Kader für die WM 2022 in Katar

Manuel Neuer (* 27. März 1986), beim FC Bayern unter Vertrag, wurde 2014 Weltmeister. Er ist seit 2009 fester Bestandteil der A-Nationalmannschaft.
Tor: Manuel Neuer (* 27. März 1986), beim FC Bayern unter Vertrag, wurde 2014 Weltmeister. Er ist seit 2009 fester Bestandteil der A-Nationalmannschaft. © Mladen Lackovic/IMAGO
Tor: Marc-André ter Stegen (* 30. April 1992) ist beim FC Barcelona unter Vertrag. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2012.
Tor: Marc-André ter Stegen (* 30. April 1992) ist beim FC Barcelona unter Vertrag. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2012. © Juanjo Martin/IMAGO
Tor: Kevin Trapp (* 8. Juli 1990) steht seit 2018 wieder für Eintracht Frankfurt auf dem Platz. 2017 debütierte er im Kader der A-Nationalmannschaft.
Tor: Kevin Trapp (* 8. Juli 1990) steht seit 2018 wieder für Eintracht Frankfurt auf dem Platz. 2017 debütierte er im Kader der A-Nationalmannschaft. © Jürgen Kessler/IMAGO
Abwehr: Armel Bella-Kotchap (* 11. Dezember 1992) kickt zur Zeit für den FC Southampton. Er ist seit 2022 Teil der deutschen A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Armel Bella-Kotchap (* 11. Dezember 1992) steht zur Zeit bei FC Southampton unter Vertrag. Er gab 2022 sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. © Marc Niemeyer/IMAGO
Abwehr: Matthias Ginter (* 19. Januar 1994) läuft für den SC Freiburg auf. Er gab bereits 2014 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Matthias Ginter (* 19. Januar 1994) steht beim SC Freiburg unter Vertrag. Er gab bereits 2014 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. © Grant Hubbs/IMAGO
Abwehr: Thilo Kehrer (* 21. September 1996) steht bei West Ham United unter Vertrag. 2018 debütierte der Tübinger in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Thilo Kehrer (* 21. September 1996) steht bei West Ham United unter Vertrag. 2018 debütierte der Tübinger in der A-Nationalmannschaft. © Sebastian Frej/IMAGO
Christian Günter (* 28. Februar 1993) ist beim SC Freiburg unter Vertrag. Günter gab sein Länderspiel-Debüt in der A-Nationalmannschaft im Jahr 2014 bei einem Testspiel.
Abwehr: Christian Günter (* 28. Februar 1993) ist beim SC Freiburg unter Vertrag. Günter gab sein Debüt in der A-Nationalmannschaft im Jahr 2014. © Gerd Gründl/IMAGO
Abwehr: Lukas Klostermann (* 3. Juni 1996) steht bei RB Leipzig unter Vertrag. 2019 debütierte er in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Lukas Klostermann (* 3. Juni 1996) steht beim RB Leipzig unter Vertrag. 2019 debütierte er in der A-Nationalmannschaft. © IMAGO
Abwehr: David Raum (* 22. April 1998) ist bei RB Leipzig unter Vertrag. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2021.
Abwehr: David Raum (* 22. April 1998) ist beim RB Leipzig unter Vertrag. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2021. © Robin Rudel/IMAGO
Abwehr: Antonio „Toni“ Rüdiger (* 3. März 1993) spielt zur Zeit für Real Madrid. 2014 debütierte er in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Antonio „Toni“ Rüdiger (* 3. März 1993) spielt zur Zeit für Real Madrid. 2014 debütierte er in der A-Nationalmannschaft. © Bert Harzer/IMAGO
Abwehr: Nico Schlotterbeck (* 1. Dezember 1999) spielt bei Borussia Dortmund. 2022 debütierte er in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Nico Schlotterbeck (* 1. Dezember 1999) spielt für Borussia Dortmund. 2022 debütierte er in der A-Nationalmannschaft. © Marco Steinbrenner/IMAGO
Abwehr: Niklas Süle (* 3. September 1995) ist Innenverteidiger bei Borussia Dortmund. Im Jahr 2016 gab er in der A-Nationalmannschaft sein Debüt.
Abwehr: Niklas Süle (* 3. September 1995) ist Innenverteidiger bei Borussia Dortmund. Im Jahr 2016 gab er in der A-Nationalmannschaft sein Debüt. © Marco Steinbrenner/IMAGO
Leon Goretzka (* 6. Februar 1995) läuft seit 2018 für den FC Bayern auf. Der Mittelfeldspieler hatte 2014 sein erstes Spiel in der A-Nationalmannschaft, flog aber verletzungsbedingt wieder aus dem Kader.
Mittelfeld/Angriff: Leon Goretzka (* 6. Februar 1995) läuft seit 2018 für FC Bayern auf. Der Mittelfeldspieler hatte 2014 sein erstes Spiel in der A-Nationalmannschaft, flog aber verletzungsbedingt wieder aus dem Kader. © Philippe Ruiz/IMAGO
Serge Gnabry (* 14. Juli 1995) wechselte von TSG 1899 Hoffenheim zum FC Bayern. 2016 hatte er seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Serge Gnabry (* 14. Juli 1995) wechselte von TSG 1899 Hoffenheim zu FC Bayern. 2016 hatte er seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft. © IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Ilkay Gündoğan (* 24. Oktober 1990) kickt zur Zeit für Manchester City. Er ist seit 2011 Teil der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Ilkay Gündoğan (* 24. Oktober 1990) spielt zur Zeit für Manchester City. Er debütierte 2011 in der A-Nationalmannschaft. © Ryan Browne/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Kai Havertz (* 11. Juni 1999) läuft seit 2020 für den FC Chelsea auf. 2018 nominierte ihn Jogi Löw erstmals für die A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Kai Havertz (* 11. Juni 1999) läuft seit 2020 für FC Chelsea auf. 2018 debütierte er in der A-Nationalmannschaft. © Conor Molloy/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Jonas Hofmann (* 14. Juli 1992) steht bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. Seit 2020 ist er auch Teil der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Jonas Hofmann (* 14. Juli 1992) steht bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. 2020 hatte er seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft. © Norbert Jansen/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Joshua Kimmich (* 8. Februar 1995), zur Zeit beim FC Bayern unter Vertrag, debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Joshua Kimmich (* 8. Februar 1995), zur Zeit beim FC Bayern unter Vertrag, debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft. © Martin Hangen/IMAGO
Thomas Müller (* 13. September 1989) ist FC-Bayern-Urgestein. Seit 2010 ist er auch in der Nationalmannschaft fest gesetzt.
Mittelfeld/Angriff: Thomas Müller (* 13. September 1989) ist FC-Bayern-Urgestein. 2010 gab er in der A-Nationalmannschaft sein Debüt. © Jose Breton/IMAGO
Jamal Musiala (* 26. Februar 2003) spielt für den FC Bayern. Als viertjüngster Spieler überhaupt hatte er seinen ersten Nationalmannschafts-Einsatz bei der Qualifikation für die WM 2022.
Mittelfeld/Angriff: Jamal Musiala (* 26. Februar 2003) spielt für FC Bayern. Musiala hatte seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft im Jahr 2021. © IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Leroy Sané (* 11. Januar 1996), zur Zeit bei FC Bayern unter Vertrag, debütierte 2015 in der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Leroy Sané (* 11. Januar 1996), zur Zeit beim FC Bayern unter Vertrag, debütierte 2015 in der A-Nationalmannschaft.  © Mladen Lackovic/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (* 2. Mai 1996) läuft für Borussia Dortmund auf. Der Bremer debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (* 2. Mai 1996) läuft für Borussia Dortmund auf. Der Bremer debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft. © Teresa Kroeger/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Niclas Füllkrug (* 9. Februar 1993) steht bei SV Werder Bremen unter Vertrag. Es ist seine erste Berufung in die A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Niclas Füllkrug (* 9. Februar 1993) steht beim SV Werder Bremen unter Vertrag. Es ist seine erste Berufung in die A-Nationalmannschaft. © Burghard Schreyer/IMAGO
Youssoufa Moukoko (* 20. November 2004) läuft zur Zeit für Borussia Dortmund auf. Der deutsch-kamerunische Stürmer ist zum ersten Mal in der Nationalmannschaft dabei.
Mittelfeld/Angriff: Youssoufa Moukoko (* 20. November 2004) läuft zur Zeit für Borussia Dortmund auf. Der deutsch-kamerunische Stürmer ist zum ersten Mal in der A-Nationalmannschaft dabei. © Dennis Ewert/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Mario Götze (* 3. Juni 1992) läuft für Eintracht Frankfurt auf. 2010 debütierte er in der A-Nationalmannschaft und wurde 2014 Weltmeister.
Mittelfeld/Angriff: Mario Götze (* 3. Juni 1992) läuft für Eintracht Frankfurt auf. 2010 debütierte er in der A-Nationalmannschaft und wurde 2014 Weltmeister. © Sven Simon/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Karim Adeyemi (* 18. Januar 2002) spielt zur Zeit für Borussia Dortmund. Der Münchner wurde 2021 erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen.
Mittelfeld/Angriff: Karim Adeyemi (* 18. Januar 2002) spielt zur Zeit für Borussia Dortmund. Der Münchner wurde 2021 erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen. © Marco Steinbrenner/IMAGO

Alkohol ist in Katar verboten – eigentlich

Alkohol ist in Katar eigentlich verboten, wird aber in einigen Hotels angeboten. Auch auf dem großen Fan-Festival im al-Bidda-Park im Zentrum von Doha wird es Bier geben – aber erst ab 18.30 Uhr Ortszeit. Und es wird teuer: 0,5 Liter kosten umgerechnet über 13 Euro. Dafür bekommt man auch einen Softdrink, plus Burger und Pommes. (Spielplan der WM 2022 in Katar)

Fans müssen bei der WM in Katar in den Stadien auf Bier verzichten.

Drogen gegenüber pflegen katarische Behörden eine Null-Toleranz-Politik, warnt das Auswärtige Amt. Auch Cannabis ist verboten. Drogendelikte können die Ausweisung, hohe Geldstrafen oder lange Gefängnisstrafen zur Folge haben, beim Handel mit Drogen droht sogar die Todesstrafe. Bei Medikamenten sollten Einreisende vorab klären, ob diese in Katar legal sind.

Katar ist für die rund eine Million erwarteten Fans viel zu klein. Deshalb sind etwa die Preise für Hotelzimmer explodiert – drei riesige Kreuzfahrtschiffe als schwimmende Hotels im Hafen sollen etwas Linderung verschaffen. Wegen des Mangels wird auch das Camp des „Fan Clubs Nationalmannschaft“ in Dubai aufgeschlagen, mit Flugzeugen geht es zu den Spielen nach Katar und wieder zurück. „Im Sinne der Nachhaltigkeit“ hätte sich der DFB eine „andere Lösung gewünscht. Die Umsetzung eines Fan-Camps im WM-Austragungsland Katar war aber organisatorisch nicht möglich.“

Homosexuelle Beziehungen sind in Katar verboten

Für die WM wurden in Doha extra neue, mehrspurige Straßen gebaut. Um dennoch einen Verkehrskollaps zu verhindern, sollen die Fans mit der neuen U-Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmittel zu den acht Stadien fahren. Diese sind für Ticketinhaber dank ihrer Hayya-Karte, die zur Einreise benötigt wird, kostenlos.

Und sonst? Zärtlichkeiten und Küsse in der Öffentlichkeit sind in Katar tabu – Händchenhalten wird allerdings in der Regel akzeptiert. Das Auswärtige Amt hebt hervor, dass nichtehelicher Geschlechtsverkehr verboten ist und strafrechtlich verfolgt werden kann. Homosexuelle Beziehungen sind in Katar verboten, die Behörden versicherten zuletzt aber, dass auch unverheiratete und gleichgeschlechtliche Paare, die ein WM-Spiel besuchen, im selben Zimmer schlafen dürfen.

Innenministerin Nancy Faeser hatte vom Premierminister ein „Sicherheitsgarantie“ für alle Fans bekommen, homophobe Äußerungen eines offiziellen WM-Botschafters sorgten danach allerdings für Entsetzen. Der DFB richtet in Doha „eine Fanbotschaft mit geschultem Personal ein, die vor Ort für Fans ansprechbar ist und Unterstützung anbietet“, wie es heißt. Diese werde „eng mit der deutschen Botschaft in Katar“ zusammenarbeiten.

Religiöse Bücher und Pornos dürfen nicht eingeführt werden

Und es gibt noch mehr Verbote: Die Einfuhr von religiösen Büchern und Materialien sowie von pornografischem Material ist strengstens untersagt, auch Sex-Spielzeug bleibt besser zu Hause. Frauen sind nicht zum Tragen eines Schleiers verpflichtet. Allen Besuchern wird aber empfohlen, sich zumindest in öffentlichen Gebäuden „züchtig“ zu kleiden, also auch Schultern und Knie zu bedecken. In Deutschland unbedenkliche Äußerungen zu Religionsfragen können in Katar als Beleidigung des Islam oder des Propheten Mohammed mit Geld-, oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden.

„Das Warten hat ein Ende“, schreibt Infantino noch in seinem Grußwort. Die Fans könnten „lebenslange Erinnerungen“ von der „größten Show der Welt“ mitnehmen. (cg mit dpa)

Bei der WM 2022 in Katar werden 32 Mannschaften um den Titel kämpfen. Alle Teilnehmer stehen fest – der Überblick.

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Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow/dpa

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