Zecke veröffentlicht Buch

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Über viele Monate hinweg saß Christian Zech daheim im Wohnzimmer am Laptop. Jetzt ist das 120-seitige Werk vollendet. Der Keeper der SF Dorfmerkingen hat das Buch "Das Dorf merk' ich mir" veröffentlicht.
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Double, DFB-Pokal und Pokal-Klau auf Mallorca: Christian Zech von den SF Dorfmerkingen verfasst das Taschenbuch "Das Dorf merk' ich mir".

Am Anfang war's eine Schnapsidee. Es war bei der Weihnachtsfeier der SF Dorfmerkingen im Jahr 2017, als Mitspieler Christian Scherer zu später Stunde zu Kapitän Christian Zech sagte: "Schreib doch ein Buch!" Drei Jahre und viele Arbeitsstunden später liegt es auf dem Tisch: das 120-seitige Werk "Das Dorf merk' ich mir – Wie ein Amateurkicker sein schwarz-rotes Wunder erlebte."

Geschichten gab's in jenem Jahr 2017 viele. So viele, dass Christian Zech sagt, dass "ich so ein Jahr sicher nie wieder erleben werde". Als Zechs Ehefrau Bernadette die Idee nicht mit einem "Spinnst Du ...?" kommentierte, klappte der 35-Jährige seinen Laptop auf. "Ich habe einfach damit begonnen, die Erinnerungen an dieses denkwürdige Jahr niederzuschreiben." Dass er am Ende tatsächlich ein Buch veröffentlichen würde, "war damals weit weg". Stattdessen hat sich die Dorfmerkinger Kultfigur die Option offengelassen, das Niedergeschriebene in die Schublade zu legen und "es irgendwann meinen Sohn Loris Jakob lesen lassen". Der ist heute gerade einmal ein Jahr alt.

Fußball statt Miami

Zech tippte die ersten Zeilen. Und legte den Laptop wieder beiseite. "Es ist dann einige Zeit nichts passiert", sagt er. Bis Anfang 2020 Corona kam. Und: "Ich war an dem Punkt angelangt, an dem die Zeit, die ich bis dahin investiert hatte, ein unvollendetes Werk nicht mehr zuließ. Somit gab es nur noch die Flucht nach vorne ..." Zech saß jetzt in jeder freien Minute auf dem Sofa und schrieb das Werk. Sein Werk. "Im Buch kommt sehr oft das Wort ‘ich' vor. Ich weiß, dass ich all das vielen Personen zu verdanken habe und es nur mit einem Team klappt, aber ich kann diese Emotionen nur aus meinem persönlichen Blickwinkel schildern.

Kapitel eins – wie könnte es bei einem Kicker anders sein – heißt "Anstoß". Der Autor benutzt das Wort "surreal", und was auf den nächsten gut 100 Seiten folgt, wird dieser Bezeichnung noch öfter gerecht. Zech versteht es, seine Erlebnisse so zu schildern, dass man als Leser teil davon wird. Wenn er vor dem Halbfinale im WFV-Pokal über das "abgesperrte Eingangstor klettert", um den Zustand des schneebedeckten Platzes zu testen.

23 Seiten ist dem langjährigen Kapitän Kapitel 4 wert: der "Finaltag". Es war der 25. Mai 2017, als die Sportfreunde im Finale des WFV-Pokals völlig unerwartet den großen Favoriten Stuttgarter Kickers in dessen Stadion mit 3:1 besiegten und den Pott aufs Härtsfeld holten. Zech erinnert sich noch genau an diesen Tag. Wie ihm seine zukünftige Frau nach dem Spiel beim Feuerwehrfest in Dorfmerkingen gesagt hat: "Viel Spaß und tu mir den Gefallen und komm so heim, dass Du morgen noch ‘ja' sagen kannst ..." Ja sagen auf dem Standesamt in Lauchheim. Denn nur wenige Stunden nach dem Pokal-Coup landete der Keeper auch seinen privaten Coup und heiratete seine langjährige Freundin Bernadette. Der Pokal stand dabei auf dem Traualtar. "Das hatte ich der Bürgermeisterin versprochen."

Als der Pokal plötzlich weg war

Ich bin Fußballer, kein Schriftsteller!

Christian Zech Torwart der SF Dorfmerkingen

Christian Zech gibt in seinem Buch noch mehr Einblick in sein Privatleben. Beispielsweise wie er seine Flitterwochen in den USA verkürzte, nur um das DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig nicht zu verpassen. "Ich habe zu meiner Frau gesagt: Flitterwochen ja, aber beim Spiel muss ich dabei sein ..." So wurde es nur ein Tag Miami statt der geplanten sechs.

Endgültig bundesweit bekannt wurde das 1000-Seelen-Dorf auf der Härtsfeld aber durch den Pokalklau auf Mallorca. Es ist das Kapitel 8, in dem Zech von jenem feuchtfröhlichen Abend am Ballermann berichtet, als der Pokal im "Bierkönig" geklaut wurde und hinterher ein riesiges Medienereignis daraus wurde. "Danach kannte uns in Deutschland wirklich jeder", sagt Zech.

Wer das Werk von Christian Zech liest, kann mitfühlen, welch Emotionen dieses kleine Dorf erleben durfte. Dementsprechend groß ist die Resonanz. "Unglaubliche viele positive Nachrichten mit Screenshots von Käufern" habe er bislang für sein Buch bekommen, dessen Cover von Martin Schill designed wurde.

Apropos Schill: Er bekam eines der ersten Exemplare vom Autor. Mit einer Widmung drin: "Vielen Dank für Deine Hilfe bei meinem ersten und letzten Buch." Eines stellt Christian Zech klar: "Ein zweites Buch wird es definitiv nicht geben."

Denn: "Ich bin Fußballer, kein Schriftsteller ...!"

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