Die Aufholjagd des TSB bleibt unbelohnt

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Gmünds Aaron Fröhlich (am Ball) im Zweikampf mit Bittenfelds Fynn Nicolaus. Mit neun Treffern war der Gmünder wieder einmal der wurfgewaltigste Spieler. Die Niederlage konnte allerdings auch er nicht abwenden.

Der TSB Gmünd macht beim TV Bittenfeld II Vier-Tore-Rückstand wett und verliert dennoch mit 26:29.

Drauf und dran waren die "Jets" am Samstagabend, ihre erste Niederlage unter der Regie von Trainer Dragos Oprea noch abzuwenden. Die Gelegenheit, das Spiel noch zu den eigenen Gunsten zu wenden, war vorhanden. Doch trotz einer klaren Leistungssteigerung nach der Pause musste sich der TSB Gmünd der äußerst jungen Truppe vom TV Bittenfeld II knapp mit 26:29 (12:15) geschlagen geben.

Nachdem neben Tom Abt (Bänderriss), Marian Rascher (Knieprobleme) und Jonas Waldenmaier (Urlaub) kurzfristig auch noch die angeschlagenen Routiniers Sebastian Fabian und Christian Waibel passen mussten, kam der TSB umso mehr auf dem Zahnfleisch daher. "Es wäre das Einfachste zu sagen, dass wir verloren haben, weil viele Hauptakteure gefehlt haben", wollte Oprea allerdings keine Ausreden suchen: "Jeder Einzelne hat bewiesen, dass er die Qualität und das Potenzial für die Oberliga besitzt." Dazu zählte auch Kreisläufer Kai Kiesel aus der eigenen A-Jugend, der in einer hektischen Schlussphase sein Oberligadebüt feiern sollte.

Mit dem Auftreten seiner Mannen im ersten Durchgang konnte der TSB-Trainer aber kaum zufrieden sein. Zwar begannen die "Jets" schwungvoll und Rechtsaußen Wolfgang Bächle verwertete einen weiten Abwurf des zunächst gut aufgelegten Schlussmannes Daniel Mühleisen in Kempa-Manier sehenswert zum 3:1 (5.). Bittenfeld allerdings ließ sich von der offensiven Gmünder Deckung keineswegs einschüchtern und zog beim 4:4 (7.) schnell gleich.

Während sich in der TSB-Offensive zahlreiche Flüchtigkeitsfehler und überhastete Würfe einschlichen, ergriffen die Gastgeber zunehmend die Initiative. Obwohl Mühleisen einen Strafwurf parierte, legte der TVB mit vier Treffern in Folge ein 10:6 (19.) vor und so sah sich Oprea zu seiner ersten Auszeit gezwungen. Doch die unnötigen Ballverluste im Gmünder Spiel rissen nicht ab und wurden eiskalt bestraft. TSB-Betreuer Holger Sohnle stellte beim 12:15-Pausenstand treffend fest: "Uns fehlt die letzte Überzeugung."

Zurück aus der Kabine, pendelte sich der Rückstand zunächst bei vier Toren ein. Die Leistungssteigerung war dennoch in allen Belangen unübersehbar: In der Defensive präsentierten sich die Gmünder entschlossener und selbstbewusster, jeder Zweikampf und jeder Ballgewinn lautstark bejubelt. Durch das Konterspiel gelang der Anschluss, Linksaußen Moritz Knück sorgte schließlich für den lang ersehnten 22:22-Gleichstand (44.). Der TVB legte erneut vor, doch der TSB ließ nicht locker. Aaron Fröhlich und Sven Petersen hatten mit ihren Rückraumwürfen die passende Antwort parat - 24:24 (48.). Doch den TSB verließ das Spielglück. Der eingewechselte TVB-Keeper Finn Hummel verhinderte mit einer Parade die mögliche Führung durch Fröhlich, im direkten Gegenzug wurde Stephan Mühleisen mit der dritten Zeitstrafe disqualifiziert (50.).

Auch Oprea hatte einen Torwartwechsel gewagt: Giovanni Gentile fügte sich hervorragend ein, vereitelte sogar einen gegnerischen Konter. Machtlos war Gentile allerdings, als Junioren-Nationalspieler Luis Foege im Rückraum hochstieg und mit einem Doppelschlag zum 24:27 (55.) einnetzte.

Ich habe den Jungs gesagt, dass sie ihren Kopf oben behalten und stolz sein sollen.

Dragos Oprea TSB-Cheftrainer

Am Pfosten verzweifelt

Beim TSB hingegen verzweifelten Petersen und Youngster Kiesel, der nun die Rolle von Stephan Mühleisen einnahm, jeweils am Pfosten. Dessen Bruder Daniel Mühleisen kehrte derweil zurück zwischen die Pfosten, wurde aber aus sieben Metern zum 25:28 (58.) überwunden. Petersens sechster Treffer 90 Sekunden vor dem Ende ließ noch einmal kurz Hoffnung aufkeimen. Doch als Bischoff durchbrach und zum 26:29 (60.) vollstreckte, war die erste TSB-Saisonniederlage besiegelt.

Ein Abend, aus dem man nur lernen kann, wie Oprea befand: "Ich habe den Jungs nach Spielende nur gesagt, dass sie ihren Kopf oben behalten und stolz sein sollen auf die vielen guten Dinge, die sie auf die Platte gebracht haben. Wir haben den Weg in die richtige Richtung eingeschlagen und werden wegen dieser knappen Niederlage nicht davon abweichen."

TVB II: Sebastian Rica-Kovac, Finn Hummel, Daniel Sdunek - Alexander Bischoff (8), Luis Foege (7), Yannick Wissmann (5/2), Peer Wisst (3), Maurice Widmaier (2), Fynn Nicolaus (1), Leon Agner (1), Philipp Kusche (1), Niklas Bolkart (1), Jan Luca Mauch, Johannes Theurer, Fabian Kornmann TSB: Daniel Mühleisen (1. bis 47.Minute und 55.-60.), Giovanni Gentile (47.-55.) - Aaron Fröhlich (9/2), Sven Petersen (6), Wolfgang Bächle (4), Moritz Knück (3), Nicola Rascher (2), Valentin Pick (1), Stephan Mühleisen (1), Aleksa Djokic, Kai Kiesel, Patrick Watzl (n.e.), Arian Pleißner (n.e.) Siebenmeter: TVB 3/2 - TSB 2/2 Zeitstrafen: TVB 12 Minuten - TSB 16 Minuten Rote Karte: Stephan Mühleisen (TSB/50./Dritte Zeitstrafe) Schiedsrichter: Stefan Schmid-Denzinger, Tobias Hägele (TV Altbach) Zuschauer: Keine Zuschauer zugelassen

Nico Schoch

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