Es ist nicht nur der Sport, der einem abhanden kommt

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Max Häfner an der Kraftmaschine im Squash & Fit in Waldstetten. Der Gmünder Handballprofi in Diensten des TVB Stuttgart hofft, dass die neue Bundesligasaison im September beginnt.
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Der Gmünder Bundesligaprofi Max Häfner hält sich mit Joggen und im Fitnessstudio fit – und büffelt fürs Studium an der PH.

Dass "wir anfang September wieder spielen werden", davon geht der Gmünder Handballprofi Max Häfner fest aus. Den Trainingsauftakt hat der Bundesligist TVB Stuttgart bereits fest ins Auge gefasst. Dienstag, 7. Juli. Doch ob's tatsächlich so kommen und wann die Liga wirklich wieder starten wird, das steht noch in den Sternen.

Als die Saison mitte März zunächst unter- und im April dann abgebrochen wurde, "habe ich erst einmal zwei Wochen nichts gemacht. Es war ja schnell klar, dass es so bald nicht weitergehen würde", sagt Häfner. Jürgen Schweikhardt, der Trainer und Geschäftsführer des TVB Stuttgart, hat das Team in regelmäßigen Abständen per Videokonferenz zusammengerufen, um die Lage zu besprechen. "Dadurch sind wir stets auf dem Laufenden gewesen", sagt Häfner. Das ist bis heute so. Der Kontakt der Spieler untereinander läuft zudem über die üblichen Kommunikationswege. Telefongespräche, WhatsApp.

Wie im Fußball und anderen Sportarten auch, so sind auch die Handballprofis der Bundesligavereine in Kurzarbeit. "Das ist in einer solchen Situation so. Damit muss man klar kommen. Wir Sportler sind ja nicht die Einzigen, die auf Gehalt verzichten müssen. Das geht großen Teilen der Bevölkerung so", zeigt der Handballprofi Verständnis.

Fit hält er sich seit Wochen auf eigene Faust. Joggen, Krafttraining. Seit die Fitnessstudios wieder geöffnet haben, kann er für Letzeres dort wieder an die Geräte. Auch im Squash & Fit in Waldstetten ist er gelegentlich anzutreffen. Inzwischen hat Max Häfner auch in seiner Stuttgarter Wohnung eine Ecke eingerichtet, in der unter anderem eine Hantelbank steht und ein paar Gewichte bereitliegen.

Und er weiß, sich "abzulenken". Der 24-Jährige nutzt die Zeit nämlich, um sein Studium an der Gmünder PH (5. Semester Mathe und Sport) weiterzutreiben. Häfner weiß: Es wird auch eine Zeit nach dem Profisport geben. "Seit Mitte April läuft ja das Semester wieder", sagt er. Da gelte es, Veranstaltungen zu besuchen und an Vorlesungen teilzunehmen. Auch das gibt es für die Studierenden an der PH wieder.

Es sind einfach die sozialen Kontakte, die fehlen.

Max Häfner Handballprofi beim TVB Stuttgart

Und dennoch: Max Häfner brennt riesig darauf, endlich wieder einen Ball in die Hand zu bekommen, im gemeinsamen Training mit seinen Mitspielern in der Halle zu werfen, rennen und taktische Finessen zu üben. "Das fehlt mir schon", sagt er. "Es ist ja nicht nur der Sport alleine, der einem abhanden kommt. Man redet ja auch viel miteinander. Es sind einfach die sozialen Kontakte, die fehlen. Das fängst du nicht alleine mit Telefongesprächen auf."

Ein paar Wochen muss er sich noch gedulden. Wenn es so läuft, wie derzeit alle glauben, dann beginnt am 7. Juli wieder das gemeinsame Training beim Stuttgarter Bundesligisten. Auch das geplante Trainingslager in Österreich ist bereits gebucht.

"Ich gehe davon aus, dass wir im September wieder spielen werden", hofft Häfner. Ob mit oder ohne Zuschauer, auch das wird noch zu klären sein. "Natürlich macht es mehr Spaß, wenn man von den Zuschauern in einer vollen Halle angefeuert wird", weiß der Gmünder Handballprofi. Und setzt darauf, "dass der Fußball dabei vielleicht eine Vorreiterrolle übernehmen kann."

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