Wo Häfner mit den Junioren WM-Gold holte

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Patrick Groetzki (links) und Kai Häfner. In der New Capital Sports Hall in Kairo wurden die Beiden 2009 Junioren-Weltmeister. Werden sie jetzt dort auch den Einzug ins Viertelfinale dieser Weltmeisterschaft schaffen?
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Als Kai Häfner 2009 Junioren-Weltmeister wurde, war Vater Wolfgang Häfner in Ägypten dabei. Das geht jetzt nicht.

Wolfgang Häfner war bislang bei jedem großen Handballereignis dabei, bei dem Sohn Kai in der Halle stand. "Eigentlich wäre ich jetzt geflogen", sagt Häfner. Doch die WM in Ägypten läuft ohne Zuschauer. Wegen Corona. Also schaut sich der Papa – der einst selbst zu den Handballgrößen Schwäbisch Gmünds gehörte – die Spiele Deutschlands zuhause am Fernsehen an. Auch die bittere 28:29-Niederlage am Dienstagabend gegen Ungarn.

Dass Deutschland damit nur zwei anstatt der möglichen vier Punkte mit in die Hauptrunde nimmt, bedeutet für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason, dass seine Jungs jedes der drei Hauptrundenspiele gegen Spanien (Donnerstag, 20.30 Uhr), Brasilien (Samstag, 20.30 Uhr) und Polen (Montag, 20.30 Uhr) gewinnen müssen. Der Druck ist groß. Das weiß auch Wolfgang Häfner. Doch: "Die können sich schon ihren Weg machen und weiter dabei sein", sagt er. Genau das habe er seinem Sohn Kai gleich nach der Schlusssirene am Dienstagabend per SMS geschrieben. Die Antwort folgte wenig später. "Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen", schrieb Kai Häfner zurück.

Dass aus diesen Worten auch Frust mitschwang, "das verstehe ich", sagt Wolfgang Häfner. Ungarn hatte den Siegtreffer nur wenige Sekunden vor dem Spielende erzielt. Papa Häfner: "Der Sport kann brutal sein."

Mit der Leistung seines Sohnes Kai zeigte sich Wolfgang Häfner zufrieden. "Er hat gut gespielt. Es war eine Steigerung zum Spiel gegen Uruguay. Meiner Meinung nach hätte er das eine oder andere mal selber gehen können", sagt Wolfgang Häfner. Die drei erzielten Treffer waren dem Vater etwas zu wenig. Aber er betont: "Für einen Vater ist es immer schwierig, das neutral zu beurteilen."

In der Hauptrunde darf Deutschland nun keines seiner drei Spiele verlieren, um ins Viertelfinale einzuziehen.

Die Spiele nach dem Umzug der deutschen Mannschaft von Gizeh nach Kairo finden in der New Capital Sports Hall in Kairo statt und damit genau in der Halle, in der Kai Häfner 2009 mit der U21 Junioren-Weltmeister wurde. "Ich war damals auch dabei", erzählt Wolfgang Häfner und fügt hinzu: "Das sind Erinnerung, die vergisst du als Spieler nie." Natürlich hätten Kai und er vor dieser WM diese Erinnerungen wieder ausgegraben. Und der Vater ist sich sicher, dass Kai Häfner sie mit im Gepäck hat. Auch Patrick Groetzki war aus dem jetzigen Kader damals bei der Junioren-WM in Ägypten mit dabei.

Meiner Meinung nach hätte er das eine oder andere mal selber gehen können.

Wolfgang Häfner Vater von Kai Häfner

Ob es die Beiden beflügelt, wenn es jetzt gegen den Europameister Spanien geht? Fakt ist, dass Spanien selbst einen markanten Eckstein im Sportlerleben von Gmünds Nationalspieler Kai Häfner darstellt. 2016 bei der EM in Krakau ließ Deutschland den Iberern im Finale mit 24:17 keine Chance und holte sich den Titel. Gefeierter Held war Kai Häfner, dem es als Nachrücker gelang, dieser EM seinen Stempel aufzudrücken und im Finale mit sieben Toren den Weg für die Goldmedaille zu bahnen.

Schlüsselspiel gegen Spanien

Spanien zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Mannschaften der Welt, wurde 2018 und 2020 Europameister. Im Kader stehen nicht weniger als acht Spieler, die schon über hundert Länderspiele haben, einige davon sogar über 200. Viran Morros zum Beispiel. Der 37-Jährige wurde schon 2013 Weltmeister und stand auch im Finale von Krakau. Auch Adria Figueras (32), Joan Ganellas (34) und natürlich Julen Aguinagalde (38) zählen zur inzwischen in die Jahre gekommenen Creme de la Creme der spanischen Weltklasse-Handballer. "Wenn die Olympischen Spiele nicht verschoben worden wären, dann hätten solche Spieler sicherlich im vergangenen Jahr ihre internationale Karriere beendet", vermutet Wolfgang Häfner. "So aber wollen sie bei Olympia in diesem Jahr bestimmt noch einmal etwas reißen", glaubt er. Die jetzige WM passe da noch rein.

Das Spiel gegen die Spanier an diesem Donnerstagabend wird für Deutschland gleich zum Schlüsselspiel der Hauptrunde. "Spanien ist auf jeden Fall der Favorit", sagt Wolfgang Häfner. Doch Deutschland muss gewinnen. "Wenn das gelingt, dann wird das so viel Auftrieb geben, dass noch vieles bei dieser WM möglich ist. Dann ist der Turbo gezündet, der der Mannschaft den richtigen Schub geben wird", ist Wolfgang Häfner überzeugt. Nach der Leistung vor allem der zweiten Halbzeit gegen die Ungarn traut er dies dem Team von Trainer Alfred Gislason allemal zu.

W. Häfner.
Patrick Groetzki (links) und Kai Häfner. In der New Capital Sports Hall in Kairo wurden die Beiden 2009 Junioren-Weltmeister. Werden sie jetzt dort auch den Einzug ins Viertelfinale dieser Weltmeisterschaft schaffen?

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