HSV macht Heidenheim den Weg frei

Der FCH darf sich trotz der 0:3-Niederlage in Bielefeld auf die Relegation gegen Werder freuen.
  • Konstantin Kerschbaumer (r.) und dem 1. FCH gelang kein Tor in Bielefeld. Foto: dpa
„Der Club is a Depp“, lautet eine Redewendung über den Fußball-Traditionsverein 1. FC Nürnberg, die sich auch am Sonntag wieder bewahrheitete (siehe nebenstehende Meldung). Der einstige Bundesliga-Dino Hamburger SV freilich ist noch viel „depperter“ und verpasste mit der peinlichen 1:5-Heimniederlage gegen den SV Sandhausen den Sprung auf Relegationsplatz drei in der 2. Bundesliga.

Den nimmt trotz der 0:3-Niederlage am letzten Zweitliga-Spieltag bei Meister Arminia Bielefeld weiter der 1. FC Heidenheim ein. Der darf sich jetzt auf die Relegationsspiele um den letzten freien Bundesliga-Platz am Donnerstag und Montag gegen Werder Bremen (jeweils 20.30 Uhr/DAZN) freuen.

Die seit 16 Partien ungeschlagenen Bielefelder, die bereits vor knapp zwei Wochen den Aufstieg perfekt gemacht hatten, erhielten nach dem Schlusspfiff aus den Händen des DFL-Bosses Christian Seifert die Schale für die Zweitliga-Meisterschaft.

„Auch wenn wir heute keinen guten Tag hatten, haben wir uns die Relegation verdient“, sagte Trainer Frank Schmidt bei Sky: „Die Uhren werden jetzt auf null gestellt. Wir sind in der Lage, immer wieder aufzustehen.“ In Bremen, wo der FCH im DFB-Pokal am 30. Oktober 1:4 verlor, will der Coach die erste Partie am Donnerstag „ausgeglichener machen, um im Rückspiel an das Wunder zu glauben“.

„Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn man vor solch einem Relegations-Spiel, das ja neu ist für uns, noch mal richtig einen auf den Sack kriegt“, sagte der 46-Jährige: „Wir freuen uns tierisch auf die Spiele. Wir wollen die Sensation und wollen alles dafür tun.“

Derweil zeigten die bereits als Aufsteiger feststehenden Bielefelder große Mentalität. Kapitän Fabian Klos, der sich mit seinem 21. Saisontor (14.) endgültig den Titel des Torschützenkönigs sicherte, der frühere Heidenheimer Andreas Voglsammer (17.) und Jonathan Clauss (53.) trafen für den Meister.

Werder Bremens Geschäftsführer Frank Baumann sieht sein Team in der Relegation zwar in der Favoritenrolle, warnte aber auch vor dem Außenseiter. Es gebe für Bremen „keinen Grund, überheblich zu sein, denn Heidenheim hat alles in allem eine sehr gute Saison gespielt. „Das sind K.o.-Spiele, die haben einen ganz besonderen Charakter“, sagt Werder-Caoch Florian Kohfeldt. Deshalb müssen wir einen ganz, ganz großen Fokus auf uns und unsere Leistung legen.“ Über die Heidenheimer sagte Kohfeldt: „Wer am Ende der Saison auf Platz drei der zweiten Liga steht, der kann sehr gut Fußball spielen. Da müssen wir sehr gute Lösungen finden.“ dpa/sid/gek
© Südwest Presse 29.06.2020 07:45
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy