Poldis Wette hilft Haien aus der Klemme

Die DEL-Saison soll am 18. Dezember beginnen. Daran hat auch der Fußball-Weltmeister sein spezielles Verdienst.
  • Kölner Kufen-Fan: Lukas Podolski.Foto: -/AP/dpa Foto: dpa
Bei den Kölner Haien wurde noch einmal mit spitzem Bleistift gerechnet, das eine oder andere fehlende Dokument angemahnt – und nach Schlittschuhen für Lukas Podolski gesucht. Der Eishockey-Traditionsverein tat sich trotz der Hilfe des Fußball-Weltmeisters, der nun selbst aufs Eis will, mit seinem Ja-Wort zur bereits zweimal verschobenen Saison besonders schwer.

Doch bei den Telefonaten und Videoschalten am Mittwoch zwischen der Zentrale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und den Klubs ging es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. Spätestens seit die „Sorgenkinder“ Augsburger Panther, Straubing Tigers und Iserlohn Roosters grünes Licht gegeben hatten, war klar: Die 27. DEL-Spielzeit beginnt am 18. Dezember.

Offen war nur noch, ob alle 14 Klubs teilnehmen und nach welchem Modus gespielt wird. Diese letzten Entscheidungen sollen am Donnerstag bei einer virtuellen Gesellschafterversammlung fallen. Favorisiert wird offenbar eine verkürzte Saison mit zwei regionalen Gruppen und anschließenden Play-offs. Vor allem aus finanziellen Gründen, denn die Einbußen sind ohne Zuschauer gewaltig. „Wir gehen alle ein enormes wirtschaftliches Risiko ein“, sagte Mannheims Gesellschafter Daniel Hopp stellvertretend.Auch die Hygienevorgaben wären bei kürzeren Reisen besser einzuhalten. Mut macht den Verantwortlichen, dass es beim Testlauf MagentaSport Cup bislang keinen Coronafall gab.

Am Mittwoch warteten zunächst alle auf die Haie. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte Geschäftsführer Philipp Walter. Bei den Kölnern schlagen Geisterspiele besonders ins Kontor. Fast 80 Prozent ihrer Einnahmen generieren sie an den Spieltagen. Mit 100 000 virtuellen Eintrittskarten soll zumindest ein Teil der Ausfälle kompensiert werden.

Diese Marke wurde am Mittwoch erreicht, der bekennende Haie-Fan Podolski gewann damit seine Wette und will nun „Haie-Spieler werden“. Seine künftigen Teamkollegen verzichteten wie auch andernorts auf bis zu 60 Prozent ihres Gehalts. Kapitän Moritz Müller: „Das ist alternativlos, der einzige Weg.“ sid
© Südwest Presse 19.11.2020 07:45
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