Kommentar Carsten Muth über verantwortungsbewusste Profis

Profis mit Herz

  • Carsten Muth. Foto: Volkmar Könneke
Von wegen oberflächliche Millionaros. Viele Profifußballer denken sehr wohl über ihren Tellerrand hinaus, wie etliche Beispiele in der Corona-Krise zeigen. Zur Erinnerung: Es waren prominente Spieler wie Bayerns Thiago, die die sofortige Aussetzung des Spielbetriebs forderten, als die Funktionäre trotz heranrückender Pandemie noch herumeierten. Es sind Nationalspieler wie Leon Goretzka und Joshua Kimmich, die mit ihrer Initiative eine Welle der Hilfsbereitschaft losgetreten haben. Und es sind nicht zuletzt Megastars wie Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, zu denen Millionen Fans aufschauen, die Kliniken mit Millionen-Spenden unterstützen.

Sicher, besagte Herren können sich diese Hilfe locker leisten und werden auch künftig finanziell absolut dazu in der Lage sein, sich täglich ein warmes Mittagessen zu gönnen. Dennoch ist ihr Engagement bemerkenswert – auch wegen seiner Signalwirkung in unsere Gesellschaft hinein.

Messi, Kimmich und Co. leben Solidarität und Hilfsbereitschaft vor, machen auf diese Weise klar, worauf es dieser Tage ankommt. Dem schließen sich immer mehr Profis an – auch jene, die bei weitem nicht das Salär der Topstars erhalten, Zweitliga-Kicker etwa. Sie üben sich in Gehaltsverzicht, um ihre Vereine zu entlasten, die Jobs von Klubangestellten zu sichern. Obwohl viele dieser Spieler derzeit ohnehin deutliche Einnahmeverluste hinnehmen müssen, weil sie mitunter bis zu 50 Prozent ihres Gehalts aus Auflaufprämien generieren. Diese Haltung verdient Respekt.
© Südwest Presse 26.03.2020 07:45
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