TSB besiegt Viernheim 34:27

Handball, Oberliga
Michael Hieber atmete erst einmal tief durch und war gleichzeitig total begeistert: "Wir sind wieder eine Mannschaft! Das war besonders in der zweiten Halbzeit unfassbar gut". Der Trainer der Gmünder TSB-Handballer brauchte am Samstagabend kurz nach dem Abpfiff in der Rudolf-Harbig-Halle in Viernheim erst einmal eine Verschnaufpause, um den beeindruckenden 34:27-Auswärtssieg seiner Jungs beim Favoriten TSV Amicitia Viernheim so richtig zu begreifen.

Der Schüssel zur großen Überraschung hatte einen Namen – Aaron Fröhlich, der zehn Tore erzielte. „Phantastisch, wie fit der sich im erst zweiten Match nach neunmonatiger Verletzungspause schon wieder der präsentierte", lobte Hieber den „Kopf meiner Mannschaft". Der hievte seine Mitspieler wieder auf jenes Niveau, auf dem sich die TSB-Mannschaft in der vergangenen Saison bewegte, ehe sie wegen des Achillessehnenrisses von Aaron Fröhlich den durchaus möglichen Aufstieg in die 3.Liga verpasste.

 

Aber Michael Hieber bleibt sich selbst treu – und denkt bereits ans nächste Spiel: „Wir haben jetzt erst einmal acht Punkte, und bis ans rettende Ufer in dieser extrem ausgeglichen Oberliga ist noch ein weiter Weg!" Der nächste TSB-Gegner am kommenden Samstag um 19.30 Uhr in der Großsporthalle heißt TSV Blaustein, der an Samstag den Meisterschaftsanwärter TV Willstädt kurzerhand mit 37:29 von der Platte putzte. „Das wird ein extrem hartes Ding, worauf wir uns jetzt freuen und akribisch vorbereiten."

 

Bei aller Wertschätzung der ansteckenden Siegermentalität von Fröhlich vergaß der Gmünder Trainer aber nicht, andere Leistungsträger zu loben: „Dass Abwehrrecke Christian Waibel wieder dabei ist und mit Lukas Waldenmaier vor einem erneut phantastisch halten Torwart Sebastian Fabian vor allem in der zweiten Halbzeit unsere Abwehrkette zusammenzurrte war für unseren Erfolg ebenso ein wichtiger Baustein wie die Torgefährlichkeit von Kreisläufer Jonas Waldenmaier (6 Tore) und Rechtsaußen Wolfgang Bächle (fünf Treffer)." Und der siebenfache Torschütze Dominik Sos konnte, befreit vom Druck der alleinigen Verantwortung für den Torwurf, seine großen Fähigkeiten im Abschluss und Zuspiel entfalten.

 

Viernheims Trainer Frank Schmitt hatte seine Mannschaft vor dem TSB gewarnt („Die Gmünder sind mit Fröhlich um Längen stärker als es der aktuelle Tabellenplatz aussagt") und entsprechend gut eingestellt. Die Gastgeber hielten so die Partie in der ersten Halbzeit offen und lagen nach einem 5:6-Rückstand beim 8:6 sogar mit zzwei Treffern in Front. Zur Pause führten die Gmünder 15:14, doch das Spiel war völlig offen. Das änderte sich in der zweiten Halbzeit. Der TSB stand hinten kompakt und wirbelte im Angriff furios. Beim Stand on 22:27 nach 48 Minuten war die Entscheidung gefallen, zwei Minuten vor der Schlußsirene lagen die Gmünder beim 24:34 sogar mit zehn Toren vorn.

 

So spielten sie:
TSV Amicitia 06/09 Viernheim: Patrick Koch; Philipp Bernhardt (1), Joshua Brahm, Dominik Seib, Philipp Gunst (4), Sven Walther (4), Dennis Hoffmann, Sebastian Knierim (5), Jannik Geisler (2), Jan Willner (3), Holger Hubert (2), Marcel Koch, Marcel König (6/1).
TSB Schwäbisch Gmünd: Sebastian Fabian (1), Wolfgang Bächle (5), Jan Häfner (1), Christian Waibel (1), Aaron Fröhlich (10), Lukas Waldenmaier, Philipp Schwenk (1), Felix Häfner (1), Sven Petersen (1), Dominik Sos (7/2), Jonas Leinß, Jonas Waldenmaier (6).
Schiedsrichter: Magnus-Otto Enßle, Holger Krieg (beide JSG Rosenstein)

© Schwäbische Post 12.11.2017 08:37
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