Aalen gibt in Mainz Spiel aus der Hand

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Leon Volz jubelt über seinen schnellen Führungstreffer. Doch der VfR Aalen versäumte es bei der U23 des FSV Mainz, nachzulegen, und sich für ein tolles und engagiertes Fußballspiel in der ersten Halbzeit zu belohnen. Mit einer 1:3-Niederlage mussten die Aalener die Heimreise antreten.
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Der VfR Aalen dominiert gegen die Mainzer Bundesligareserve über weite Strecken und bringt den Sieg nicht nach Hause. 1:3-Niederlage.

Mainz

Der VfR Aalen gab am Sonntagnachmittag bei der U23 des Bundesligsten FSV Mainz nach einer schnellen 1:0-Führung ein Spiel aus der Hand, das er nie und nimmer hätte verlieren müssen. Am Ende mussten die Ostälbler mit 1:3 die Segel streichen. Es war wieder einmal das Ergebnis verpasster Torchancen, zu denen auch ein verschossener Elfmeter von Alessandro Abruscia zählte. Der Abstieg zur Gefahrenzone, die nach den Gerichtsverfahren einiger Oberligisten wieder bei den sechs letzten Teams angenommen werden muss, beträgt für den VfR Aalen vier Spieltage vor Saisonende fünf Punkte.

Dass der 19-jährige Holger Bux von den eigenen A-Junioren sein Debut bei den VfR-Profis gleich in der Starelf feiern dürfe, das hatte Aalens Übungsleiter Uwe Wolf schon am Freitag angekündigt. Um es vorweg zu sagen: Der Bruder von Daniel Bux aus Rosenberg, der auch schon das VfR-Regionlligatrikot getragen hat und jetzt beim TSV Essingen spielt, hat seine Sache im Sturmzentrum sehr gut gemacht. Wolf: „Er hat mich schon im Training absolut überzeugt. Er hat seine Sache klasse gemacht. Wir werden noch viel Freude an ihm haben.“

Bux war nicht der einzige, der am Sonntagnachmittag im altehrwürdigen Bruchwegstadion sein Profidebut geben durfte. „Da wo das Herz des FSV Mainz schlägt“, wie es der Stadionsprecher ankündigte, und wo die Jürgen Klopp mit den Mainzern seine Erfolge feierte, durfte mit Michael Schaupp sich ein weiterer VfR-Jungspund des älteren A-Juniorenjahrgangs für einen Profivertrag für die kommende Saison empfehlen.

Herrmann in der Startelf

Es waren nicht die einzigen Überraschungen. Kolja Herrmann - ein Opfer der Umstellung Wolfs von der Vierer- auf die Dreierkette - stand nach langer Zeit wieder in der Startelf. Doch nicht als Außenverteidiger, sondern in der Offensive auf der rechten Außenbahn. Und er verstand sich im Wechselspiel mit Leon Volz dort sehr gut.

Die beiden sorgten auch gleich für einen Auftakt nach Maß. Aalen eröffnete die Partie mit einem fulminanten Angriffsfeuerwerk. Nach kaum drei Minuten führten die Gäste von der Ostalb bereits 1:0. Kolja Herrmann hatte Leon Volz aufgelegt. Der musste freistehend nur noch einschieben. Aalen ließ nicht locker und setzte den Mainzer Bundesliganachwuchs gehörig unter Druck. Dennoch dauerte es bis zur 21. Minute, ehe nach einem Freistoß von Alessandro Abruscia FSV-Keeper Hanin Omer erstmals wieder richtig geprüft wurde, als er den Kopfball des großgewachsenen Holger Bux über die Latte lenkte. Es wäre ohnehin Abseits gewesen.

Keine Minute später blieb nach einer Herrmann-Flanke ein Kopfball von Kai Merk in der Abwehr hängen. Zwei glasklare Möglichkeiten hatten die Aalener noch in den ersten 45 Minuten, um die Führung auszubauen: Als Kai Merk in der 37. Minute das Leder Leon Volz genial in die Gasse spielte, vergab der Torschütze zum 0:1 freistehend. Sein Schuss landete direkt in den Armen des gegnerischen Torwarts. Uwe Wolf: „Uns fehlt einfach der Killerinstinkt.“

Dann, es lief bereits die 45. Minute, versuchte Merk nach einer schönen Aalener Ballstafette, mit einem Heber FSV-Keeper Hanin zu überwinden, der allerdings kläglich misslang.

Wie wichtig ein 0:2 gewesen wäre, wurde den Akteuren nur eine Minute später deutlich. Als alle bereits auf den Halbzeitpfiff warteten, markierte Romario Roesch aus dem Nichts den Mainzer 1:1-Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit dieser ersten Halbzeit.

Kai Merk eröffnete die zweite Halbzeit mit einem fulminanten 20-Meter-Schuss, den Hanin Omer gerade noch zur Ecke lenken konnte. Doch dann waren es die Gastgeber, die plötzlich den Druck verschärften. VfR-Kapitän Daniel Bernhardt konnte den Rückstand in der 54. Minute gerade noch verhindern. Eine Minute später war er machtlos, als der aufgerückte Michael Akoto eine Flanke von Roesch zur Mainzer 2:1-Führung versenkte.

90. glatt Rot für Vastic

Aalen gab nicht auf und versuchte, die Partie wieder an sich zu reißen. Doch Mainz blieb gefährlich. Mehr als einmal durften sich die VfR-Spieler bei ihrem Keeper Daniel Bernhard bedanken, dass er ein 3:1 verhinderte.

Als der eingewechselte Toni Vastic in der 72. Minute per Ellbogencheck im Strafraum zu Boden geschickt wurde, zeigte Schiri Jan Dennemärker auf den Punkt. Der Mainzer Schlussmann Omer Hanin parierte den Strafstoß von Alessandro Abruscia. Die größte Chance zum Ausgleich war vergeben. Marlon Mustapha versetzte den Aalenern zehn Minuten später mit seinem Treffer zum 3:1 den endgültigen K.o.. Den unrühmlichen Schlusspunkt setzte Toni Vastic in der 90. Minute mit einem Frustfoul, für das er glatt rot sah.

Der eine, Kolja Herrmann (links), hat sich in die Startelf zurückgekämpft. Der andere, Holger Bux (rechts), hat den Sprung sofort in die Startelf geschafft.

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