„Aber Politik kann nicht alles lösen“

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Junge Ropeskipper vom FC Röhlingen begeisterten mit ihren Vorführungen.

Funktionäre und Politiker unterstreichen Bedeutung von organisiertem Sport in Vereinen.

Ostalbkreis. Der Sportkreis Ostalb hat an diesem Wochenende sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. So hatte auch das Programm des Sportkreistags am Freitag ein etwas anderes Gesicht.

Sportkreis-Vorsitzender Manfred Pawlita konnte eine ganze Reihe Ehrengäste begrüßen, so den WLSB-Präsidenten Andreas Felchle, die drei Landtagsabgeordneten Martina Häußler (Grüne), Tim Brückner und Winfried Mack (beide CDU) sowie Landrat Dr. Joachim Bläse und einige Sportkreisvorsitzende aus Nachbar kreisen. Er blickte auf Geschichte und Entwicklung des Sportkreises zurück und appellierte an die Politik, bei der aktuellen Krisenpolitik den Sport nicht zu vergessen.

In seinem Festvortrag ging Prof. Dr. Ansgar Thiel, Sportwissenschaftler und Dekan an der Universität Tübingen, auf die Herausforderungen  der Zukunft für die Vereine ein. Planung sei extrem schwierig, zum Einen wegen der verschiedenen Krisen – Klima, Ukrainekrieg, Energiepreise, Fluchtbewegungen der Welt -, zum anderen, weil Zukunft nicht vorhersehbar sei. So hätten sich vor Jahren die Vorhersagen zum demographischen Wandel nicht bewahrheitet, denn „Senioren sind länger fit und sportaffin als vorhergesagt“. Und in der Pandemie hätten sich die Einschränkungen im Sport nicht auf die Inzidenzen ausgewirkt, „denn die Anstiege gab es bei den Nachtreffen und den privaten Treffen“, sagte er.  „Fitness schützt vor schweren Verläufen, schwer krank werden inaktive Menschen, des halb muss Sport immer möglich sein“, betonte Thiel. Zur Integration von Flüchtlingen in Vereinen merkte er an, diese sei wichtig, aber Vereine sollten ihre bisherigen Angebote dabei nicht vernachlässigen. „Die Welt verändert sich, so müssen auch wir uns verändern, aber wir müssen alle Meinungen mit ins Boot holen“, schloss Thiel.

In der anschließenden Talkrunde forderten Martina Häußler, Tim Brückner, Andreas Felchle und Landrat Bläse die Veränderungsbereitschaft aller Menschen in Gesellschaft und Vereinen an, Politik und Vereinsführungen kämen an ihre Grenzen. Man müsse immer versuchen, möglichst viele Menschen, auch an den gesellschaftlichen und politischen Rändern mitzunehmen, betonte Häußler. Felchle und Brückner  mahnten die Menschen, sich auf Veränderungen einzulassen und sich selbst zu engagieren, „in den vergangenen Jahren hat sich eine zunehmende Vollkaskomentalität entwickelt in allen Bereichen“, ergänzte der Abgeordnete. Politik könne nicht alles lösen, der Staat nicht überall eingreifen, auch im Sport nicht. Felchle bestätigte dies, mahnte aber, die Vereine bei den Schutzschirmen nicht zu vergessen, „sonst sterben viele“. Und Vereine leisteten viel für die Gesellschaft. Bläse sagte, der Sport sei sicher berechtigt, Forderungen zu stellen. Man wolle keine Sportstätten schließen, man könne es aber nicht ausschließen, je nach Entwicklung.

Die Berichte der Vorstände wurden genehmigt, in den Wahlen zum Vorstand und zu den Ausschüssen die Vorschläge angenommen. Manuel Reiger wurde neuer stellvertretender Vorsitzender Vereine, Marcel Silbermann stellvertretender Vorsitzender Finanzen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Duo Mareike und Christoph Pitzal an Klarinette und E-Piano, zwei junge Ropeskipper des FC Röhlingen zeigten tolle Vorführungen.⋌Jürgen Eschenhorn

In einer Talkrunde diskutierten (v.li.) die Landtagsabgeordneten Martina Häußler (Grüne), Tim Bückner (CDU), WÖLSB-Präsident Andreas Felchle und Landrat Dr. Joachim Bläse. Rechts Moderator Jürgen Klotz.
Ein Teil des Vorstandes und des Auschusses des Sportkreises mit dem wiedergewählten Vorsitzenden Manfred Pawlita (hi. 2.v.li.).
In einer Talkrunde diskutierten (v.li.) die Landtagsabgeordneten Martina Häußler (Grüne), Tim Bückner (CDU), WÖLSB-Präsident Andreas Felchle und Landrat Dr. Joachim Bläse. Rechts Moderator Jürgen Klotz.

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