Abgezockte Offenbacher siegen

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Vor dem Anpfiff zum letzten Heimspiel dieser Saison bedankt sich die Mannschaft des VfR Aalen mit einem Banner bei ihren Fans. Das Match gegen die Offenbacher Kickers verloren sie anschließend 0:2.
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Der Ex-VfR-Spieler Elia Soriano besorgt mit einem Doppelpack dem Tabellendritten den 2:0-Sieg. Unnötiger Elfmeter. Rote Karte für Serdar Arslan.

Aalen.

Ohne Niederlage in der heimischen Ostalb-Arena wollte VfR Aalens Cheftrainer Uwe Wolf seine Saison beenden. Doch den Gefallen taten ihm seine Spieler nicht. Gegen den Tabellendritten Offenbacher Kickers mussten sie im letzten Heimspiel 0:2 geschlagen das Feld verlassen. Erstmals seit November 2020 begrüßte Stadionsprecher Flex Flechsler wieder Zuschauer im Stadion. Hundert Fans durften rein. Bei ihnen und bei der Fangruppe Crew Eleven, die die wieder hinter dem Stadionzaun das Geschehen verfolgte, sowie jenen, die den Livestream verfolgten, bedankte sich das Team für die Unterstützung auch in dieser Pandemie-Spielzeit.

„11:0 Ecken, das spricht auch für die Abgezocktheit der Offenbacher.“

Uwe Wolf, Cheftrainer des VfR Aalen

Beide Teams gingen von Beginn an aggressiv und kompromisslos zu Werke. Auch wenn der VfR Aalen die Partie stets offen gestalten konnte, waren es dennoch die Gäste aus Hessen, die mehr Erfahrung auf den Platz brachten und dies durch ihre Cleverness und Abgezocktheit immer mehr zur Geltung bringen konnten. Bereits nach elf Minuten musste die Aalener Hintermannschaft zwei Schüsse aufs Tor aus kurzer Distanz blocken.. Nach 18 Minuten klärte Daniel Stanese per Fallrückzieher. Der 27-Jährige stand wieder für den immer noch verletzten Tim Grupp im Abwehrzentrum und zeichnete sich im Laufe des Spiels als sicherer Halt und Abwehrchef in der Aalener Hintermannschaft aus. Auch wenn es in dieser Phase mächtig brannte im Aalener Strafraum. Keine Minute später musste nämlich VfR-Keeper Matthias Layer, der erneut seinen verletzten Kapitän Daniel Bernhardt zwischen den Pfosten vertrat, nach einem Kopfball von Offenbachs Serkan Firat aus kurzer Distanz klären. Den fälligen köpfte der aufgerückte Lucas Albrecht nur knapp neben den Pfosten.

Die Aalener hätten sich in dieser Phase nicht beschweren dürfen, wenn sie in Rückstand geraten wären. Die Tempogegenstöße des VfR wurden im Keim erstickt.

Dennoch boten sich den Gastgebern Chancen. Alessandro Abruscia zielte bei einem Freistoß in die Mauer. Wenig später wurde er im gegnerischen Strafraum geblockt, ehe auf der anderen Seite Außenverteidiger Kristjan Arh Cesen in höchster Not klärte.

Die größte Möglichkeit für den VfR Aalen, in Führung zu gehen, bot sich Abruscia kurz vor dem Halbzeitpfiff. Blitzschnell hatte er sich im Strafraum den Ball erobert und zog ab. Sein Schuss wurde gerade noch geblockt. Mit 0:0 wurden die Seiten gewechselt.

Der Ex-Aalener Elia Soriano (links) und Aalens Abwehrchef Daniel Stanese lieferten sich intensive Zweikämpfe.

Soriano nutzt den Elfmeter zur OFC-Führung

Zurück aus der Kabine, erhöhten die Offenbacher, die am Dienstag Astoria Walldorf mit 6:1 vom Platz gefegt hatten, den Druck. Doch die Aalener hielten dagegen und wehrten sich gegen den drohenden Rückstand. Immer wieder war es Daniel Stanese, der in brenzligen Situationen zur Stelle war. Und wer weiß, ob die Hessen an diesem Tag überhaupt zu einem Torerfolg gekommen wären, wenn nicht Arh Cesen ein verhängnisvolles Foul an der Strafraumgrenze unterlaufen wäre. Den fälligen Elfmeter nutzte Elia Soriano, der 2010 schon das Drittligatrikot des VfR Aalen getragen hat, zur OFC-Führung in der 58. Minute. Matthias Layer war noch mit den Fingerspitzen dran.

Wenig später verhinderte der 22-jährige VfR-Keeper mit einem Fußreflex einen weiteren Gegentreffer. In der 64. Minute aber war er machtlos. Erneut Soriano hatte für die Offenbacher auf 2:0 erhöht.

Keine vier Minuten später legte Kai Merk Mark Müller auf, dessen Schuss an den Pfosten krachte. Wenn dies der Anschlusstreffer geworden wäre, hätte es noch einmal spannend werden können. So aber war die Rote Karte, die sich VfR-Verteidiger Serdar Arslan in der 89. Minute eingefangen hat, als er als letzter Mann Offenbachs Davud Tuma am Durchbruch hinderte, fast das Einzige, was für die Statistik noch zu notieren war. Nach dem elften Eckball für die Gäste - auch das ein Wert für die Statistik - pfiff Schiedsrichter Philipp Hofheinz aus Niefern die Partie ab. Dass Aalen sich über die gesamten 90 Minuten nicht eine einzige Ecke erarbeiten konnte, unterstreicht, dass der Sieg des Tabellendritten beim Tabellenzwöflten nicht unverdient war. VfR-Trainer Uwe Wolf: „11:0 Ecken, das spricht auch für die Abgezocktheit der Offenbacher.“

Der VfR Aalen ist dadurch am vorletzten Spieltag der Saison auf Rang 15 abgerutscht und ist mit 49 Zählern punktgleich mit den Sechstletzten, FK Pirmasens. Hätte die Corona-Pandemie nicht dazu geführt, dass die Anzahl der Absteiger von sechs auf zwei reduziert worden wäre, würde es am letzten Spieltag nächsten Samstag bei Hoffenheim II noch einen heißen Kampf um den Klassenerhalt geben.

SC Freiburg II ist Meister und steigt in die 3. Liga auf

Dem Bundesliganachwuchs des SC Freiburg II reichte im Übrigen beim schärfsten Verfolger Elversberg ein 1:1-Remis, um einen Spieltag vor dem Saisonende die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die 3. Liga perfekt zu machen.

Ist die Luft beim VfR Aalen schon raus? Die Stimmen zum Spiel.

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