Abpfiff nach über 3100 Spielen

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Nach über 3000 Spielen ist Schluss: Schiedsrichter-Obmann Frank Dürr (Mitte) hat die langjährigen Unparteiischen Manfred Bauer (links) und Manfred Horch verabschiedet.

Der ehemalige Oberliga-Referee Manfred Bauer und Manfred Horch waren gemeinsam 75 Jahre an der Pfeife. Jetzt ist Schluss.

Schwäbisch Gmünd

Für zwei Schiedsrichter-Urgesteine ist Schluss mit dem Pfeifen: Manfred Bauer und Manfred Horch wurden nach zusammen 75 Jahren Dienst an der Pfeife von Obmann Frank Dürr in den Schiedsrichter-Ruhestand verabschiedet.

Während der Ball während der Pandemie ruhte, erhielt der Gmünder Schiedsrichterobmann Frank Dürr von seinen Schiedsrichtern Manfred Bauer und Manfred Horch die Mitteilung, dass sie als aktive Schiedsrichter aufhören möchten. Diesem Wunsch wurde entsprochen, und Dürr nutzte die Gelegenheit, bei der ersten Schiedsrichterschulung in Präsenz seit elf Monaten sich bei beiden Gmünder Urgesteinen und Aushängeschilder“ zu bedanken.

Manfred Horch legte die Schiedsrichterprüfung im Jahr 1981 ab und ist seit 40 Jahren Schiedsrichter. Sein Heimatverein ist der SV Hussenhofen, wo er auch bis 2014 insgesamt 26 Jahre deren Vorstand war. Aufgrund seiner ehrenamtlichen Funktionen in seinem Heimatverein pfiff er zunächst Spiele im Jugendbereich, ehe er ins aktive Lager wechselte. Er war zwar noch in der Bezirksliga unter Beobachtung, jedoch reichte es nicht mehr für den Aufstieg in die Landesliga. In den Folgejahren bis zum Erreichen der Assistenten-Altersgrenze von 53 Jahren im Amateurbereich war er noch bei vielen Gmünder Schiedsrichtern bis zur Oberliga als Schiedsrichter-Assistent bis 2001 im Einsatz. Sicherlich einer seiner Höhepunkte war der Assistenteneinsatz beim WFV-Pokalhalbfinale unter Berthold Reck im Mai 1996 beim Spiel SpVgg Au/Iller gegen den FV Zuffenhausen. Bis vor der Pandemie leitete er immer noch Spiele im aktiven Bereich bis zur Kreisliga A. „Ein Spielleiter, der bei allen Beteiligten eigentlich immer anerkannt, bekannt und auch beliebt war“, sagt Dürr.

Unter den früheren Gmünder Obmännern Adalbert Glanert und Berthold Reck war Horch zudem 16 Jahre im Ausschuss tätig. Regelmäßig war sein Name in den vergangenen Jahren auch unter den „Top Zehn“ mit den meisten Spieleinsätzen zu lesenDadurch hat er es in seinen 40 Jahren als aktiver Schiedsrichter auch auf insgesamt 1.345 Spieleinsätze gebracht.

Manfred Bauer ist seit 1976 Schiedsrichter für den FC Alfdorf. Jahrelang war er das Aushängeschild der Gmünder Schiedsrichtergruppe. Bis zu seinem 29. Lebensjahr spielte Bauer selbst Fußball. Der „Schuldige“, der ihn dann zur Schiedsrichtergruppe brachte, war der damalige Schiedsrichter Manfred Beyerle, der mit Bauers Frau zusammenarbeitete.

Mit Fredi Bobic als Kapitän

Bereits nach zwei Jahren war er in die Bezirksliga aufgestiegen. Weitere zwei Jahren danach gelang ihm gar der Sprung in die Landesliga. Über den Verbandsligaaufstieg im Jahre 1989 gelangte er 1992 in die Oberliga, der damaligen dritthöchsten Liga in Deutschland, wo ihn nur die Altersgrenze an einen Aufstieg in den DFB-Bereich hinderte. Da im WFV-Amateurbereich die Altersgrenze damals bei 50 Jahren lag, ging er nach fünf Jahren in der Oberliga 1996 freiwillig in die Verbandsliga zurück.

Bauer leitete er Freundschaftsspiele mit Teams wie Dynamo Kiew, Dukla Prag, dem Karlsruher SC oder der thailändischen Nationalmannschaft. In der damaligen Bundesliga-Nachwuchsrunde leitete er die Begegnung zwischen dem VfB Stuttgart und 1860 München mit Fredi Bobic als VfB-Kapitän. Er pfiff aber auch große Punktspiele, wie das 4:4 zwischen Reutlingen und Ulm vor 2800 Zuschauern und zum Abschied aus dem Amateurbereich das WFV-Pokalendspiel im Jahr 1997 in Eislingen zwischen den SSV Ulm 1846 und dem VfL Kirchheim/Teck, dass die Ulmer mit dem damaligen Trainer Ralf Rangnick vor 2300 Zuschauern mit 1:0 gewannen.

Auch nach seinem Ausscheiden aus der Amateurklasse als Schiedsrichter war er weiter aktiv. Zunächst unterstütze er die Gmünder Amateurliga-Schiedsrichter als Assistent, später war er noch einige Jahre als Beobachter bis zur Verbandsliga in Einsatz. Bis zum Beginn der Corona-Pandemie engagierte er sich zudem bei Neulingsbetreuungen und Nachwuchsbeobachtungenund pfiff selbst Spiele bis zur Kreisliga A. Zudem war er auch von 1984 bis 1993 im Gmünder Gruppenausschuss tätig. Ein letztes Abschiedsspiel wollte er nicht mehr. „Da kann man nur Fehler machen“, so Bauer. So bleibt es bei über 1800 Spieleinsätzen, was in 40 Jahren pro Saison 40 Spiele macht.

Da kann man nur Fehler machen.“

Manfred Bauer, Ex-Oberliga-Schiedsrichter

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