Albmarathon: Ultraläufer will alle vier Strecken hintereinander laufen

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Stundenlang laufen in relativer Einsamkeit – das ist Walter Hösch als Ultraläufer gewohnt. Am Samstag geht er einen extralangen Albmarathon an.
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Wenn am Samstag der 30. Schwäbische Albmarathon als Jeder-läuft-für-sich-Wettbewerb beginnt, wird Walter Hösch um 6 Uhr starten - weil er sich knapp 100 Kilometer vorgenommen hat.

Walter Hösch macht aus weniger mehr: Der Schwäbische Albmarathon fällt in seiner virtuellen Version 2020 kleiner aus als sonst, doch der Sportler der SG Bettringen hat einen großen Plan: Er will am Samstag alle vier Albmarathon-Strecken hintereinander laufen. Erst 5, dann 10, dann 50, dann 25 Kilometer. Macht knapp 100 Kilometer an einem Tag. Im Interview erzählt der Ultraläufer, wie er das anpacken will.

Herr Hösch, wo hat Ihr Lauf-Abenteuer seinen Anfang?

Das fängt immer im Kopf an. Die 50 Kilometer des Albmarathon stehen jedes Jahr bei mir auf dem Programm. Die anderen Strecken bin ich selber nie gelaufen, man muss sich ja immer für eine entscheiden.

Also haben Sie jetzt die Gunst des virtuellen Formats genutzt?

Richtig. Diesmal die 50 Kilometer zu laufen, da war ein bisschen der Reiz weg. Das ist, wenn man alleine unterwegs ist, wie ein Trainingslauf, wie ich ihn drei-, viermal pro Jahr auf der Strecke ohnehin mache.

Und mit Ihrem Vier-auf-einen-Streich-Plan ist der Reiz wieder da?

Ab 6 Uhr zuerst die 5 Kilometer, danach die 10, darauf die 50 Kilometer und zum Schluss die 25 zu laufen und damit das Ziel auf dem Rechberg vor 18 Uhr zu erreichen – das ist, glaube ich, ein sportliches Ziel in zwölf Stunden. Da werde ich nicht so viel Luft haben.

Also sind ausführliche Pausen zum Essen und Trinken nicht drin: Wie halten Sie es eigentlich damit, diesmal wird es unterwegs ja keine Verpflegungsstände geben?

Ich bin voll auf mich allein gestellt; auf die langen Strecken werde ich sicher einen Laufrucksack mitnehmen. Was ich brauche, deponiere ich im Auto, das stelle ich in der Nähe des Ziels in der Schwerzerallee ab.

Startnummer tauschen dürfen Sie auch nicht vergessen.

Das ist der Plan, und man muss ja die Strecke auch aufzeichnen. Da sollte ich wohl noch ein Powerpack für genug Akku-Kapazität dabeihaben. Es kann auch sein, dass ich mal etwas anderes anziehe.

Gilt das auch für die Laufschuhe?

Die wechsle ich auf jeden Fall. Für den Fünfer und Zehner nehme ich einen Straßenlaufschuh, weil die Läufe ja hauptsächlich auf Asphalt sind, für die Strecken über die Alb werde ich einen etwas stabileren Schuh nehmen.

Sie starten gleich am Samstag, dem ersten Tag des Drei-Wochen-Zeitfensters. Wie sieht Ihr ideales Laufwetter aus?

So um die 10 bis 12 Grad, bewölkt, es kann auch ein bisschen nieseln. Das könnte hinhauen am Samstag.

Sie wollen um 6 Uhr in Gmünd starten, da ist es ja noch dunkel.

Nicht schlimm, ich werde einfach mit Stirnlampe laufen.

Am Abend, kurz vor der Dämmerung, soll auf dem Rechberg Ihr letzter Zieleinlauf sein. Wartet da dann ein kleines Empfangskomitee auf Sie aus Familie oder Freunden?

Nein, ich mache das als Solo-Projekt. Zum Schluss, je nachdem, wie gut ich daherkomme, werde ich wohl, so zum Auslaufen, übers Hölltal nach Gmünd zurückkehren.

Auch in der Ultralaufszene ist viel ausgefallen im Corona-Jahr. Was hätten Sie denn sonst gemacht 2020?

Ich wäre zum ersten Mal bei einer WM gestartet, im 100-Kilometer-Straßenlauf in meiner Altersklasse M 60. Ich war angemeldet, hatte einen Startplatz, da war ich schon enttäuscht, als die Absage kam.

Ist der Albmarathon-Vierer nun also Ihr Saisonhöhepunkt?

Mal sehen. Ich habe noch eine Idee für etwas Längeres, das ich noch nie gemacht habe. Aber jetzt muss ich erst mal den Albmarathon bewältigen.

Die Basisdaten: Walter Hösch läuft den kompletten Albmarathon, dann die Strecke noch mal bis zum Höhenmeter-Zacken bei Kilometer 25. Und davor, zum Warmlaufen, flache 5 und 10 Kilometer im Tal.

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