Alina Böhm holt mit dem deutschen Team die WM-Bronzemedaille 

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Erschöpft: Nach einer schwierigen Vorbereitung hat Alina Böhm bei der Weltmeisterschaft im Einzel den fünften Platz belegt - und dann mit dem Team die Bronzemedaille gewonnen.
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Die 24-Jährige verpasst bei der Weltmeisterschaft im Einzel als Fünfte knapp eine Medaille - und wird dann mit dem deutschen Team Dritte.“

Taschkent, Usbekistan

Die Erleichterung ist riesig. Nachdem Alina Böhm bei der Judo-Weltmeisterschaft in Taschkent mit dem fünften Platz im Einzel eine Medaille knapp verpasst hat, gab's doch noch ein Happy End: Die 24-Jährige vom JZ Heubach hat mit Deutschland im Teamwettbewerb Bronze gewonnen. „Jetzt wird erst einmal richtig gefeiert ...“

Die Enttäuschung konnte Alina Böhm zunächst nicht verbergen. „Den Kampf um Bronze so knapp zu verlieren tut weh“, sagte die Böbingerin nach dem Einzelwettbewerb. Wobei auch das schon ein großartiger Erfolg war angesichts der WM-Vorbereitung. Denn Alina Böhm hatte es zuletzt nicht einfach. Bis kurz vor der WM war nicht sicher, ob die Böbingerin überhaupt nach Usbekistan fliegen kann. „Ich hatte erst eine Mandelentzündung, dann eine Grippe, und ich habe mich nur mit Antibiotika durchgekämpft.“ Und: „Ich habe viel Zeit im Bett verbracht, an Training war kaum zu denken.“

Angesichts dieser Vorbereitung ist die 24-Jährige mit gemischten Gefühlen zur WM geflogen, aber einmal mehr kam die Kämpferin in ihr durch. „Ich habe mir gesagt, dass nach einer Grippe nicht alles weg sein kann, was ich mir jahrelang antrainiert habe, und ich habe mich auf die Automatismen verlassen.“

Die Weltmeisterin geschlagen

Mit Erfolg. Der 24-Jährigen vom Judozentrum Heubach gelang gleich zu Beginn ein grandioser Sieg: Im deutsch-deutschen Gipfel besiegte die amtierende Europameisterin Böhm die amtierende Weltmeisterin Anna-Maria Wagner. „Wir sind auch Trainingspartner im Stützpunkt in Köln, deshalb war ich sehr glücklich über diesen Sieg.“

Und auch im Halbfinale stand der Böbingerin ein Kaliber gegenüber: die zweimalige Titelträgerin Mayra Aguiar. „Es war ein brutal harter Kampf, den ich knapp verloren habe“, sagt Böhm, die sich dabei am Kopf verletzte. Und hinterher im Kampf um Platz drei wieder auf die Matte gehen musste. In diesem Duell schwanden nach der gerade überstandenen Krankheit die Kräfte. Ihre Kontrahentin Beate Pacut-Kloczko sei zwar besiegbar gewesen, aber „mir ist die Kraft ausgegangen. Meine Ressourcen waren erschöpft.“

Stempfle: „Wir sind stolz“

Glücklich über den fünften WM-Platz im Einzel ist auch ihre Heimatgemeinde: „Böbingen und ich sind stolz auf Dich. Wer kann schon von sich behaupten, zu den besten Fünf auf der ganzen Welt zu gehören. Wahnsinn!“, postet Bürgermeister Jürgen Stempfle auf Facebook.

Und dann gab's das Happy End: Alina Böhm wurde für den Teamwettbewerb nominiert und stand am Ende mit Deutschland auf dem Treppchen. „Wir haben uns gegen China die Medaille erkämpft und sind alle überaus glücklich ...“

Und die verpasste Medaille im Einzel war auch bei Alina Böhm plötzlich nur noch Nebensache.

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