Andreas Toba blickt nach Tokio

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TV Wetzgaus Reck-Vizeeurpameister Andreas Toba freut sich auf die Kunstturn-DM in Dortmund - und hofft auf die Olympischen Spiele in Tokio.

Kunstturnen, Deutsche Meisterschaft Insgesamt fünf Wetzgauer Athleten werden in der Dortmunder Westfalenhalle bei den nationalen Titelkämpfen an den Start gehen.

Dortmund.

Die Bilder dürften alle Turnfans in Deutschland noch im Kopf haben: Der schwer verletzte Andreas Toba kämpft sich bei den Olympischen Spiele in Rio noch durch seine Übung, um das deutsche Team in die Endrunde zu bringen. Danach ist für ihn bei den Olympischen Spielen Schluss. Für seinen mannschaftsdienlichen Einsatz bekommt er später den „Bambi“, den deutschen Fernsehpreis, überreicht. Jetzt aber greift der Wetzgauer Bundesligaturner ein weiteres Mal nach Olympia: Bei der Deutschen Meisterschaft in Dortmund am Wochenende will er den ersten großen Schritt tun.

Insgesamt fünf Wetzgauer Athleten werden in der Dortmunder Westfalenhalle bei den nationalen Titelkämpfen an den Start gehen: Carlo Hörr (22) kann dabei schon fast als Routinier bezeichnet werden, sieht man das Alter der anderen Wetzgauer im Vergleich: Valentin Zapf (18), Glenn Trebing (21) und Neuzugang Thore Beissel (18) gehören alle zu den großen Nachwuchshoffnungen des Landes.

Und dann ist da eben noch Andreas Toba. Mit seinen 30 Jahren ist er nicht nur einer der erfahrensten Turner in der DTB-Gilde. Er kann zudem auch herausragende Erfolge vorweisen. So zum Beispiel ganz aktuell die Silbermedaille bei den Europameisterschaften am Reck. „Andreas hat seine vielen Verletzungen hinter sich gelassen und ist in bester Verfassung. Wenn er seine Übungen sauber durchkriegt, dann müsste es für das Olympia-Ticket für ihn reichen“, sagt sein Trainer Paul Schneider.

Doch die Konkurrenz ist keinesfalls zu unterschätzen. So ist im Sechskampf ein Duell Tobas mit Lukas Dauser zu erwarten. Dauser konnte bei der EM wie Toba überzeugen und kehrte ebenfalls dekoriert nach Hause zurück. Er holte sich am Barren die Bronzemedaille. Toba am Reck die Goldene.

Alle 35 Athleten kämpfen um die vier Plätze im Olympiakader für Tokyo. Paul Schneider: „Das wären die dritten Olympischen Spiele für unseren Andreas. Wahrscheinlich - aber sag niemals nie - wahrscheinlich auch die letzten. Daher will er mit aller Macht den Sprung nach Japan schaffen.“

Schon fast dramatisch: Einer der besten Freunde Tobas, Marcel Nguyen, musste in der vergangenen Woche all seine Olympia-Träume begraben. Nachdem er seit langem mit einer Handgelenksverletzung zu kämpfen hatte, riss er sich am letzten Donnerstag das Kreuzband im linken Knie – eine Diagnose, die für ihn das Karriereende bedeuten dürfte.

Entscheidung am 12. Juni

Wen das Bundestrainer-Team schließlich endgültig für die Spiele nominiert, entscheidet sich dann bei der zweiten Qualifikation am 12. Juni in München. Schneider: „Aber das Bild, das die Athleten in Dortmund abgeben, hat einen riesigen Einfluss. Unser ganzer Verein drückt Andreas die Daumen. Selbstverständlich aber auch unseren anderen Athleten, die wertvolle Erfahrungen sammeln können. Für mich wird es spannend sein, zu sehen, wie sie sich weiterentwickelt haben.“

Schneider ist Kampfrichter

Paul Schneider ist selbst drei Tage lang in der Dortmunder Halle dabei. Bereits am Freitag wird er als Kampfrichter eingesetzt, die beiden weiteren Tage wird er seine Turner ins Visier nehmen – und schauen, was die Konkurrenz so macht.

Denn die Bundesliga-Saison steht im Herbst diesen Jahres an. Dann hoffentlich wieder mit einem großen Zuschauerandrang. „Publikum ist das Salz in der Suppe“, sagt der Wetzgauer Coach. Darauf muss in Dortmund noch komplett verzichtet werden. Die Deutschen Meisterschaften finden ohne Fans statt – dafür mit einem strengen Hygienekonzept. „Zugang ist nur für Athleten, Trainer und Betreuer mit Akkreditierung gestattet. Zudem wird genau auf dieser per QR-Code das Ergebnis eines Schnelltests hinterlegt. Das Prozedere muss jeden Tag am Eingang wiederholt werden.“

Paul Schneider hat Verständnis für den großen Aufwand, den der DTB betreibt: „Es geht um die Gesundheit der Athleten. Und es geht für manche um die Olympischen Spiele – da ist es jetzt extrem wichtig, dass keine Hygienelücken entstehen können.“ Auch wenn ihm eine bis zum letzten Platz gefüllte Dortmunder Westfalenhalle lieber wäre.

Wenn er seine Übungen sauber durchkriegt, dann müsste es für das Olympia-Ticket für ihn reichen.“

Paul Schneider

18 Sportarten bei den Finals 2021

Vom 3. bis 6. Juni finden „Die Finals 2021“ in Nordrhein-Westfalen, in Berlin und in Braunschweig statt. In 18 Sportarten werden 140 Deutsche Meistertitel vergeben. In vielen Sportarten geht es dabei auch noch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio. ARD und ZDF berichten live.

Der Zeitplan für die Turner in der Dortmunder Westfalenhalle.

Mehrkampf:
Fr, 14.30 - 17.15 Uhr

Gerätefinales:
Sa, 11.30 - 14 Uhr:
Boden (Männer), Sprung (Frauen), Pauschenpferd (Männer), Stufenbarren (Frauen), Ringe (Männer)

So, 11.30 - 14 Uhr:
Sprung (Männer), Schwebebalken (Frauen), Barren (Männer), Boden (Frauen), Reck (Männer).

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