Andreas Toba hat das Olympia-Ticket

  • Weitere
    schließen
+
Kraftvoll, konzentriert, erfolgreich: Andreas Toba hat in München die Olympia-Qualifikation mit großem Vorsprung gewonnen. Der Kunstturner des TV Wetzgau hat sich damit das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio gesichert.

Der 30-Jährige des TV Wetzgau gewinnt in München die Qualifikation zu den Olympischen Spielen mit sattem Vorsprung auf Lukas Dauser. Valentin Zapf, Glenn Trebing und Carlo Hörr schaffen es nicht.

München / Schwäbisch Gmünd.

Die Olympischen Spiele in Tokio waren sein Ziel: Seit Sonntag ist es Gewissheit, dass Andreas Toba, Bundesligaturner des TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau, zu seinen dritten Olympischen Spielen darf und um Medaillen kämpfen wird. Der 30-Jährige gewann in München die zweite und entscheidende Olympia-Qualifikation mit über einem Punkt Vorsprung auf den Deutschen Sechs-Kampf-Meister Lukas Dauser. Am Sonntag hat der DTB-Lenkungsstab die Nominierung ausgesprochen.

Wetzgaus Trainer Paul Schneider, der zu den 400 Zuschauern in der Olympiahalle in München gehörte, freute sich anschließend sehr mit seinem Athleten: „Andreas hat einmal mehr gezeigt, dass er Deutschlands bester Turner ist, wenn er sich keine Fehler erlaubt. Er hat einen perfekten Tag erwischt und fährt somit vollkommen zurecht zum dritten Mal nach den Spielen in London 2012 und Rio 2016 zu den größten Wettkämpfen der Welt. Auch für unseren Verein ist es etwas besonderes, dass wir wieder einem unserer Bundesliga-Turner die Daumen drücken können.“ Toba hatte die vergangene Woche genutzt, um noch mehr Stabilität in seine Übungen zu bringen – und landete schließlich mit 83,599 Punkten deutlich vor Lukas Dauser, der ein Endergebnis von 82,299 Punkten aufweisen konnte. „Das war ein Traum-Resultat für Andreas. Er hat im Vergleich zur deutschen Meisterschaft eine Woche zuvor über drei Punkte mehr geturnt und damit bewiesen, wie nervenstark er ist“, sagt Schneider und fügt hinzu: „Ich war nasch dem Wettkampf total erleichtert. Endlich hat er mal wieder fehlerfrei geturnt. Andreas hat gezeigt, dass er wieder da ist.“

Am Sonntag nominierte der Lenkungsstab das Team, dass der DOSB am 29. Juni noch bestätigen muss, was eine reine Formsache ist. Auch Bundestrainer Valeri Belenki zeigte sich mit den Leistungen seiner Topathleten sehr zufrieden. Neben Toba und Dauser werden Nils Dunkel und Philipp Herder die deutschen Farben in Japan tragen. Als Ersatzmann wurde zudem Nick Klessing nominiert.

Neben Toba hatte der TVW noch drei weitere Athleten aus seinem Bundesliga-Kader in München am Start. Der 18-Jährige Valentin Zapf bewies sein großes Potenzial, ihm war aber auch anzumerken, dass der Abiturstress in zuletzt einige Trainingseinheiten gekostet hatte. Er zeigte an drei Geräten sehr gute Leistungen, verturnte allerdings an den anderen drei. Carlo Hörr landete auf Platz sechs in der Qualifikation und blieb im Vergleich zu den deutschen Meisterschaften hinter seinen eigenen Möglichkeiten zurück. Rang acht schließlich ging an Glenn Trebing, der auf höchste Schwierigkeit setzte.

Medaillen in Reichweite

Schneider: „Es spricht für einen solch jungen Turner, wenn er an so einem bedeutenden Tag alles zeigen möchte. Da ist es klar, dass auch was daneben geht. Das darf auch so sein.“

Andreas Toba ist somit einer der Hoffnungsträger des DTB. Der Verband gibt für ihn und seine Teamkollegen zwei Devisen aus: Erstens soll die Mannschaft in das Teamfinale einziehen. Und zudem sollen die Athleten in den Gerätefinals die eine oder andere Medaille holen. Was durchaus denkbar ist. Paul Schneider hofft jetzt nur, dass sein Schützling gesund bleibt.

Andreas hat bewiesen, wie nervenstark er ist.“

Paul Schneider, Trainer des TV Wetzgau

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

WEITERE ARTIKEL