Anna Rupprecht bringt Gold ins Rathaus

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Die Goldmedaille für den Weltmeistertitel im Mixed-Springen bei der Nordischen WM in Oberstdorf hat Anna Rupprecht auf den Tisch gelegt, als sie sich im Beisein von Landrat Dr. Joachim Bläse (links) und Oberbürgermeister Richard Arnold ins Goldene Buch der Stadt Schwäbisch Gmünd und ins Silberne Buch des Sports einträgt.
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Die Mixed-Weltmeisterin der Skisprung-WM in Oberstdorf trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Schwäbsich Gmünd und ins Silberne Buch des Sports ein.

Schwäbisch Gmünd.

Nicht alle Tage schneit eine Weltmeisterin ins Gmünder Rathaus. Beim Anblick der WM-Goldmedaille von Anna Rupprecht bekamen sogar Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold und Landrat Dr. Joachim Bläse glänzende Augen. Die frisch gebackene Skisprung-Weltmeisterin des SC Degenfeld trug sich am Freitagabend ins Goldene Buch der Stadt und gleichzeitig auch ins Silberne Sportbuch der Stadt Schwäbisch Gmünd ein.

„Ich habe mich riesig gefreut“, gratulierte OB Arnold der Mixed-Weltmeisterin - und fügte an: „Auch weil Du aus Weiler kommst.“ Tatsächlich ist Mutter Sandra eine Weilemerin. Und mit Blick zu Vater Martin beeilte sich Landrat Bläse zu betonen, dass das Elternhaus von Anna Rupprecht im Laichle und damit auf der anderen Seite der Rems steht.

Der Weltmeisterin war es egal. Hauptsache Schwäbisch Gmünd. „Ich bin stolz, sagen zu können, dass ich aus Schwäbisch Gmünd komme“, betonte sie. Die Glückwünsche - auch als Patin der Herzenswege - nahm die Weltklasseathletin gerne entgegen.

Dass der Erfolg auf viele kleine Stufen gebaut ist, daran erinnerte Arnold in einer kleinen Listung von Rupprechts bisherigen Stationen im internationalen Skizirkus. Dabei musste die Skisprung-Weltmeisterin in den vergangenen Jahren auch große Rückschläge hinnehmen. Im Dezember 2016 hatte sie ein Kreuzbandriss beim Weltcup im russischen Nischni Tagil zu einer langen Verletzungspause gezwungen. Anna Rupprecht lag zu diesem Zeitpunkt als beste Deutsche auf Rang 8 der Weltcup-Gesamtwertung und hatte sich zuvor im Oktober bei der DM in Berchtesgaden im Titelrennen gegen ihre Degenfelder Vereinskameraden und Olympiasiegerin Carina Vogt und Katharina Althaus vom SC Oberstdorf durchgesetzt. Die Weltcupsaison war damit gelaufen.

Im vergangenen Jahr setzte sie ein Meniskusriss außer Gefecht. Doch die heute 24-Jährige ist keine, die aufgibt. Gestärkt kehrte sie in dieser Saison wieder in den Weltcupzirkus zurück und sorgte bei der WM in Oberstdorf dafür, dass - nach den fünf WM-Titeln von Carina Vogt - eine weitere Weltklassespringerin des SC Degenfeld eine Goldmedaille mit nach Hause brachte. „Das waren wirklich eineinhalb tolle Wochen“, blickt Anna Rupprecht auf den größten Erfolg bei der Heim-WM in Oberstdorf zurück, den ein Sportler erringen kann: eine Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft oder den Olympischen Spielen. Nachdem ihre Teamkollegen Katharina Althaus und Markus Eisenbichler beim Mixedwettbewerb prächtig vorgelegt hatten, gab Anna Rupprecht mit 98,5 Meter in ihrem zweiten Sprung Skiflugweltmeister Karl Geiger die Steilvorlage, um den Weltmeistertitel einzufahren. „Die Spannung war wirklich enorm“, erzählte sie am Freitagabend noch einmal im Gmünder Rathaus. „Im Einzel kämpfst du völlig für dich allein. Beim Mixed und beim Teamwettbewerb springst du auch für die anderen. Da willst du es natürlich besonders gut machen.“ Die Stimmung bei dieser WM sei klasse gewesen. Und dennoch „war es brutal schade, dass die WM wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattfand.

Die Olympischen Spiele im Blick

Zwar hat die Polizeimeisterin an ihrer Arbeitsstelle in Bad Endorf gerade Urlaub. Dennoch hat sie schon wieder mit Athletiktraining begonnen. „Mein allergrößtes Ziel ist es,“ sagt sie, „dass ich in einem Wettkampf zwei ganz gute Sprünge mache.“ Damit könnte sie beständig in die Top Ten des Weltcupzirkus springen. Und natürlich hat Anna Rupprecht auch die Olympischen Spiele im kommenden Frühjahr in Peking im Visier.

„Ich bin stolz, sagen zu können, dass ich aus Schwäbisch Gmünd komme.“

Anna Rupprecht, Skisprung-Weltmeisterin

Ein Auszu aus Anna Rupprechts bisheriger Erfolgsbilanz

WM in Oberstdorf:
Weltmeisterin im Mixed (Katharina Althaus, Markus Eisenbichler, Anna Rupprecht, Karl Geiger)
5. Team
14. Einzel Normalschanze
15. Einzel Großschanze

Weltcupsaison 20/21:
Einzel:
8. in Ramsau
13. in Ljubno
25. in Titisee-Neustadt
37. in Titesee-Neustadt
18. in Hinzenbach
13. in Hinzenbach
14. in Hinzenbach
16. in Rasnov
13. in Rasnov
16. in Nischni Tagil
10. in Nischni Tagil
14. in Chaikovsky
12. in Chaikovsky

17. der Gesamt-Weltcupplatzierung als zweitbeste Deutsche hinter Katharina Althaus.

Team:
5. in Rasnov
5. in Ljubno
28. in Chaikovsky

Erfolge vergangener Jahre:
Junioren-Weltmeisterin im Team 2015 in Almaty.
Deutsche Meisterin 2010 und 2016
Deutsche Vizemeisterin 2020
3. bei der DM 2015

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