Anna Rupprecht ist Weltmeisterin

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Die 24-Jährige des SC Degenfeld wächst im Finaldurchgang über sich hinaus und gewinnt mit Deutschland im Mixed-Wettbewerb völlig überraschend die Goldmedaille.

Wahnsinn! Niemand hätte im Mixed-Wettbewerb auf das deutsche Team gesetzt. Nicht einmal Anna Rupprecht selbst. Und jetzt ist die 24-jährige Gmünderin völlig überraschend Weltmeisterin. Auch, weil sie am Sonntagabend im Finaldurchgang auf der Normalschanze über sich hinaus gewachsen und mit sensationellen 98,5 Metern bei leichtem Rückenwind maßgeblich zur Goldmedaille beigetragen hat.

"Ich habe keine Ahnung, wie ich das gemacht habe ...", sagte eine sichtlich bewegte Anna Rupprecht im Auslauf der Oberstdorfer Schanze und strahlte. "Ich hätte doch nie damit gerechnet, dass wir Gold holen." Das Quartett mit Katharina Althaus, Markus Eisenbichler, Karl Geiger und Rupprecht habe "nur gute Sprünge machen wollen und schauen, was dabei rum kommt". Rausgekommen ist der mit Abstand größte Erfolg in der noch jungen Karriere der Gmünderin. Es ist der erste große Titel für Anna Rupprecht.

Und den haben sie und ihre Teamkolleginnen sich redlich verdient. Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer schickte die Oberstdorferin Althaus als Startspringerin in die Spur – und sie setzte mit 104,5 Metern ein Ausrufezeichen. Deutschland lag nach der ersten Gruppe vorne. "Was ist denn hier los", sagte der ehemalige Vierschanzentournee-Gewinner Sven Hannawald. Das aber war erst der Anfang. Eisenbichler (100,0 Meter) ließ sich ebenso mitreißen wie Rupprecht, die trotz schwieriger Bedingungen auf 92,0 Meter sprang. "Das war gerade nicht so gut", sagte die 24-Jährige im Auslauf – ohne zu wissen, dass sie extrem widrige Bedingungen gehabt und sich selbst viel zu schlecht eingeschätzt hat. Als dann noch der frisch gebackene Vizeweltmeister Karl Geiger nachlegte, stand Deutschland nach dem ersten Durchgang plötzlich an Nummer eins – 4,9 Punkte vor dem Topfavoriten Norwegen und 15,6 Punkte vor Österreich. Weil Slowenien bereits 36,2 Punkte zurücklag, war Rupprecht und Co. die Medaille kaum noch zu nehmen.

Jetzt aber wollte das deutsche Quartett alles. Althaus riskierte zum Auftakt des zweiten Durchgangs viel und baute den Vorsprung weiter aus. Auch Eisenbichlers 98,5 Meter danach waren viel wert. "Ich weiß, Anna macht das", sagte Althaus.

Rupprecht springt auf 98,5 m

Ich bin einfach nur glücklich ... .

Anna Rupprecht Weltmeisterin des SC Degenfeld

Und wie Rupprecht es machte. Die 24-Jährige landete bei starken 98,5 Metern und ballte sofort die Faust. Althaus und Eisenbichler nahmen sie im Auslauf in den Arm und feierten die Gmünderin. Die Medaille war längst sicher. Nur, welche Farbe sollte sie haben? Als Geiger als letzter Springer mit 98,5 Metern über die grüne Linie sprang, brach großer Jubel aus. Auch Bundestrainer Andreas Bauer fasste sich immer wieder ungläubig an den Kopf. Deutschland ist Mixed-Weltmeister! Und das bereits zum vierten Mal in Folge. Die großen Favoriten aus Norwegen, Österreich und auch Slowenien waren geschlagen.

"Ich bin einfach nur glücklich", sagte Anna Rupprecht. Und strahlte weiter.

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