Sportmosaik

Argirios Giannikis: In Aalen „die ärmste S...“

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Argirios Giannikis (Trainer VfR Aalen),

Alexander Haag über einen Abschied, eine Auszeit und einen Aufstieg

Uwe Wolf steht zu dem, was er gesagt hat: dass es unverantwortlich gewesen wäre, das Spiel bei Schott Mainz angesichts der akuten Personallage anzupfeifen. Dass deshalb beim Nachholspiel an diesem Mittwoch (Anpfiff: 19 Uhr) die Stimmung angespannt sein könnte, stört den Trainer des VfR Aalen nicht. „Die können denken, was sie wollen. Ich weiß, dass wir und letztendlich auch der Verband vernünftig gehandelt haben. Es war alles richtig und logisch, dass man das Spiel absagt, wenn man so viele Coronafälle hat.“

Eine Hotelübernachtung gibt's aus finanziellen Gründen nicht. Der VfR Aalen reist erst am Spieltag nach Mainz. „Wir sitzen lange im Bus, das müssen wir annehmen“, sagt Trainer Uwe Wolf. Für den Trainer ist das eines von mehreren Nebengeräuschen. Auch der ungewohnte Kunstrasen, auf dem gespielt, wird, stelle eine Herausforderung dar. Wolf hat deshalb auch am Montag und Dienstag auf dem Kunstrasen im Greut trainiert. „Damit wir uns an solche Platzverhältnisse gewöhnen.“

Zwei Spiele trennen den VfR Aalen noch von der Winterpause. Dann heißt es 14 Tage erholen und den Akku aufladen. Übrigens auch für den umtriebigen Trainer. „Ich muss auch mal durchschnaufen“, sagt Uwe Wolf. In den Urlaub werde er nicht fahren. „Ich möchte daheim in Burghausen dafür möglichst viel Zeit mit meiner Familie verbringen.“

Rainer Kraft hat Namibia verlassen und ist nach Deutschland zurückgekehrt. Aus persönlichen Gründen, wie der Verein mitteilt. Der früherer Co-Trainer des VfR Aalen hat dort zwei Jahre den Erstligisten Accra Lions FC gecoacht. Höhepunkt war sicherlich der Aufstieg in die ghanaische Premier League im Jahr 2021. Der 59-jährige Fußballlehrer musste den Menschen immer wieder erklären, wie er es geschafft hat, die Lions sechs Jahre nach der Gründung in die 1. Liga zu führen. „Die Aufstiegsfeier war geprägt von einer unfassbaren Herzlichkeit und Lebensfreude. Es wurde gelacht, gesungen und getrommelt“, erinnert sich Kraft. Und: „Den Spielern hat man angesehen, wie stolz es sie macht, dass sie etwas Historisches geschafft haben. Was mich besonders überraschte, war die Tatsache, dass wir statt mit Bier mit Mehl überschüttet wurden, weil es hier so Tradition ist.“

Beim VfR Aalen hatte er keinen Erfolg. In Griechenland dagegen ist er eine große Nummer: Argirios Giannikis. Seit Oktober coacht er den zwölfmaligen Meister AEK Athen. „Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen. Diesen Spitzenclub zu trainieren, ist eine sehr reizvolle Aufgabe.“ Das „Kicker Sportmagazin“ hat dem 41-Jährigen nun eine ganze Seite gewidmet. Darin blickt er zurück auf seine Zeit auf der Ostalb in der Saison 2018/2019. Die Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor sei „einfach zu viel gewesen“. Und: „Wir spielten ansehnlichen Fußball, aber die Ergebnisse stimmten nicht. Der Abschied tat weh.“ Auch sein ehemaliger VfR-Spieler Nick Fennell blickt gerne auf die Zeit mit Giannikis zurück. „Agi war einer meiner besten Trainer. Menschlich und taktisch absolut top. Aber damals in Aalen war er die ärmste S...“

Der 1. FC Heidenheim setzt auf Angriff - auch abseits des Platzes. „Unsere Offensive: Impfen!“ Unter diesem Motto bietet der Zweitligist gemeinsam mit dem Landkreis Heidenheim eine Impfaktion an. An diesem Mittwoch (15 bis 22 Uhr) und Donnerstag (12 bis 18 Uhr) kann man sich in der Voith-Arena ohne Voranmeldung eine Spritze gegen Corona abholen. Mit dabei ist auch der Ex-FCH-Profi und heutige Arzt Tim Göhlert, der am Mittwoch die Patientenaufklärung übernimmt .

Alexander Haag

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