ASA-Quartett stark bei der DM

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Vier Aalener Schwimmer und Schwimmerinnen hatten jeder mindestens zwei Starts bei den 133. Deutschen Meisterschaften, die im Rahmen der „Finals 2022“ im Schwimm- und Sprungbad des Europasportparks (SSE) in Berlin ausgetragen wurden.

Carolin Morassi schlägt im DM-Finale in Berlin über 200m Schmetterling als Fünfte an. Auch Julian Morassi, Vanessa Dambacher und Darija Schiele überzeugen.

Berlin. Vier Aalener Schwimmer und Schwimmerinnen hatten jeder mindestens zwei Starts bei den 133. Deutschen Meisterschaften, die im Rahmen der „Finals 2022“ im Schwimm- und Sprungbad des Europasportparks (SSE) in Berlin ausgetragen wurden. „Dies allein, ist schon ein toller Erfolg in der Aalener Schwimmsportszene“, lobte Dietmar King, Vorstandsvorsitzender der Aalener Sportallianz. „Wir haben doch weitaus geringere Trainingsmöglichkeiten als viele deutschen Vereine“.

Die Aalener Ausnahmeschwimmerin Carolin Morassi schwamm wieder in der deutschen Spitze vorne mit und wurde im A-Finale DM-Fünfte. „Ein toller Erfolg, sie gehört seit Jahren zur deutschen Spitze über ihre Paradestrecke 200m Schmetterling, anfangs in der Jahrgangswertung und inzwischen in der offenen Klasse“, freute sich Trainer Peter Rothenstein. Unter den Top 20 findet sich auch die Süddeutsche Jahrgangsmeisterin Vanessa Dambacher. Sie wurde in der U20 Wertung Sechzehnte über 50m Schmetterling. Julian Morassi steigerte seinen Vereinsrekord über 200m Freistil und Darija Schiele startete dreimal bei den Finals.

Morassi mit sieben Starts

Siebenmal startete Carolin Morassi bei diesen Finals, somit musste sie an allen Wettkampftagen ihre Konzentration hochhalten. Erster Start war über 100m Schmetterling – hier schwamm sie 1:02min und qualifizierte sich für das nachmittägliche B-Finale, das sie als 14. in gleicher Zeit, wie im Vorlauf, beendete. Über 100m Rücken schwamm sie nur 17 Hundertstel über ihrer Bestzeit. Dafür, dass sie Rücken kaum trainiert, waren Athletin und Trainer sehr zufrieden und wollen sich künftig auch auf Rücken konzentrieren. Über 200m Rücken schwamm sie 2:26min und belegte hier einen Platz im Mittelfeld. „Rücken würde mir auch Spaß machen“, meinte sie am Ende des Rennens.

Für eine Ausdauersportlerin, wie Carolin Morassi liefen die 50m Schmetterlingsprint mit 29,5sek ganz gut. Sie fühlt sich doch deutlich wohler auf 200m Schmetterling. Die Spannung bis zum letzten Tag hochzuhalten kam für sie noch zusätzlich hinzu, denn da war erst das Rennen über 200m Schmetterling und sie qualifizierte sich als Fünfte mit 2:18 für den Endlauf am Spätnachmittag.

Im ZDF-livestream konnte man das A-Finale verfolgen. Sie schlug als DM Fünfte an und steigerte sich nochmals um 2 Sekunden. Ihr Trainer Peter Rothenstein ist aus Sicht der heimischen Trainingsmöglichkeiten sehr zufrieden mit der Leistung. „Wir haben oft sehr volle Bahnen, mit 6 – 8 Schwimmern auf einer 25m Bahn. Die vor ihr Platzierten trainieren auf der 50m Langbahn mit gleicher Schwimmerzahl.“ Peter Rothenstein übt auch Selbstkritik an der gesamten Saisonvorbereitung. Der Deutsche Schwimmverband (DSV) hat nur alleinige Qualifikationswettkämpfe für die Europameisterschaften zwischen Dezember und März angesetzt. Carolin Morassi lag nur rund 1,5 Sekunden von der EM-Norm entfernt und auf Grund der DSV-Vorgaben haben die Schwimmer die Saison geplant. Leider hat man feststellen müssen, dass dies trainingstechnisch mit den gegebenen Möglichkeiten nur sehr schwer umzusetzen ist und Ende März hat sich dann gezeigt, dass die Leistung vom vergangenen Jahr – DM Vize in 2:12,73min, nur extrem schwierig zu erreichen ist und eher nicht daran anknüpfen kann. Das diesjährige Starterfeld hat allerdings auch gezeigt, dass sie weiterhin zu den Besten in Deutschland über die kräftezehrende Ausdauerstrecke 200m Schmetterling gehört. Aus dieser Erfahrung heraus wollen Schwimmerin und Trainer Kraft und Motivation schöpfen und sich neue, weiterhin erreichbare Ziele schaffen.

Jagd auf Vereinsrekorde macht immer Spaß und wenn sie nur um eine Hundertstel verbessert werden!“, zog Julian Morassi die Bilanz zu seinen 200m Freistil bei den Deutschen. „Das motiviert und Rekord ist Rekord“, fügte er lachend hinzu. Seine Endzeit war 1:59,51min. Über eine weitere Strecke hat er sich für die Finals in Berlin qualifiziert, trotz dass er studienbedingt weitaus weniger trainieren kann. „Aber wenn er kommt, dann hängt er sich rein“, lobt anerkennend sein Trainer Peter Rothenstein. Er schwamm 100m Schmetterling und kratzte an der Minutengrenze – die Uhr blieb bei 1:00,77min stehen.

 Unter den besten 30

Einzelstarts bei den Deutschen dürfen laut DSV nur geschwommen werden, wenn man zu den Besten 30 gemeldeten Schwimmern auf der jeweiligen Strecke gehört. Dies bezieht sich auf die offene Klasse, d.h. alle Jahrgänge werden hier zusammen gewertet. 

Vanessa Dambacher fiel in die U20 Wertung und platzierte sich als 16. über 50m Schmetterling. Leider war sie die vier Wochen vor den Deutschen Meisterschaften durchgängig krank. Und schon im Frühjahr musste sie etliche Wochen krankheitsbedingt ausfallen. „Mit ihren vier Starts und den Zeiten hat sie trotz alle dem gezeigt, dass sie ein großes Talent ist. Viel Training fehlt ihr und doch schwamm sie nicht all zu weit von ihren Bestzeiten entfernt“, fügt ihr Trainer Peter Rothenstein an und ist von ihr überzeugt, dass sie noch weiter nach vorne schwimmen kann. Insgesamt hatte sie vier Starts, d.h. 50m und 100m Freistil und 100m Schmetterling. „Das ist toll, dass ich mit vier Starts bei den Deutschen dabei bin“, freute sich die junge Athletin.

 Dabei sein ist ein Erfolg

Das ASA-Quartett vervollständigte Darija Schiele. Sie hatte sich mit drei Sprintstrecken für die Finals in Berlin qualifiziert und wurde in der U20 Wertung gelistet über je 50m Schmetterling, Rücken und Freistil. Abitursbedingt hatte sie ihr Training etwas reduziert. „Aber schon bei den Deutschen dabei zu sein, ist der Erfolg“, kommentiert Peter Rothenstein die 17-jährige talentierte ASA-Sportlerin. Sie blieb nur 1-2 Zehntel über ihren Bestleitungen. „Das ist sehr erfreulich, sie hat gezeigt, dass sie noch mehr drauf hat.“

 Erneut angreifen

Das Fazit des Trainers: „Durch die Anpassung der Saisonplanung an die Vorgaben des Schwimmverbandes haben wir die Saison nicht ganz so gut abgeschnitten und werden das in den künftigen Saisonvorbereitungen berücksichtigen und erneut angreifen. Jetzt stehen noch die BaWü Mitte Juli an und dann wird es eine längere Pause geben, um den Kopf für andere Sachen freizubekommen.

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