Auf Anhieb die Vier-Stunden-Grenze geknackt

+
Julia Stier, Matthias Rueff

Erstmals über 42,195 Kilometer: Julia Stier aus Wißgoldingen und Matthias Rueff aus Bettringen absolvieren den „Einstein-Marathon“ in Ulm. Die beiden Ausdauersportler sprechen über die 30-Kilometer-Grenze und die Stimmung am Donau-Ufer.

Ulm

DDie Zeiten der virtuellen Läufe sind endlich vorbei. Nachdem die Marathon-Läufe in Frankfurt und Köln (beide im Oktober) abgesagt wurden, fand die 17. Auflage des „Einstein-Marathons“ in Ulm nach einem Jahr Pause wie geplant statt. Die Organisatoren nahmen lediglich eine Änderung vor. Statt dem Zieleinlauf auf dem Münsterplatz, endete der Lauf dieses Mal im Ulmer Donaustadion.

Beim „Einstein-Marathon“ hatten sich über 6000 Läufer in verschiedenen Disziplinen angemeldet (5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon). An die Königsdisziplin des Laufsports Marathon wagten sich erstmals Julia Stier und Matthias Rueff. Die beiden Laufsportler trainieren bereits seit April 2020 gemeinsam jeden Sonntag. Seit Anfang diesen Jahres sogar unter der Anleitung und Begleitung von Topläufer Johannes Großkopf. So standen in der Vorbereitung 7 lange Läufe zwischen 25 und 30 Kilometer auf dem Trainingsplan. Die weiteste „Wettkampf-Distanz“ legten die beiden beim virtuellen Albmarathon (25 km) im vergangenen Oktober zurück.

Mit einer gehörigen Portion Respekt, gepaart mit der Vorfreude gingen Stier und Rueff in das Rennen. „Wir waren bestens auf diesen Tag vorbereitet und haben uns natürlich im Vorfeld sehr viele Tipps eingeholt. In den Tagen zuvor haben wir so beispielsweise das Trainingspensum runtergeschraubt und auf ausreichend Kohlenhydrate bei der Ernährung geachtet. Natürlich haben wir auch den Ratschlag befolgt, den Lauf nicht zu schnell anzugehen,“ sagt Julia Stier rückblickend. Ihr Laufpartner Matthias Rueff ergänzt: „Besonderen Respekt hatte ich vor der 30-Kilometer-Grenze. Ich wusste, dass es beim Marathon nicht nur auf die körperliche Verfassung ankommen wird, sondern auch auf die mentale. Da die Strecke in Teilen zweimal an den selben Punkten vorbei ging, war beispielsweise ein Schild bei Kilometer 6 und Kilometer 27. Das war dann schon eine extreme Herausforderung für den Kopf.“ Als Marathon-Neulinge war den beiden natürlich sehr wichtig „durchzukommen“. Gleichzeitig hatten sie sich das Ziel gesetzt, möglichst unter vier Stunden im Ziel einzulaufen. „Ich bin die ersten 21 Kilometer in fast der identischen Zeit gelaufen wie die zweiten 21 Kilometer. Das war für mich schon beeindruckend, in welcher Konstanz ich das Tempo durchziehen konnte“, resümiert Rueff.

Tolle Atmosphäre an der Donau

Der Zieleinlauf im Stadion war dann natürlich – angefeuert von den Familien und Bekannten – ein unbeschreiblicher Moment. „Bei der Mitte des Rennens haben wir beide gemerkt, dass wir die magische 4-Stunden-Marke knacken werden und konnten dann jeden Kilometer einfach nur noch genießen“, so Julia Stier. „Die Atmosphäre war wirklich unbeschreiblich, vor allem von dem Ulmer Publikum entlang des Donau-Ufers.“

Nach dem Rennen ist bekanntlich vor dem Rennen: Bereits Ende dieser Woche steigen Stier und Rueff wieder in das Training ein. Am 23. Oktober steigt dann nämlich das „Heim-Rennen“ Albmarathon, bei dem die beiden auf der 25-Kilometer-Strecke (über den Hohenstaufen und Rechberg) an den Start gehen werden. Übrigens waren sie nicht die einzigen Gmünder, die an den Start gingen. Mit Klaus Klingler, Markus Mezger (beide SG Bettringen) und Christian Frey (LAC Essingen) starteten beim Halbmarathon weitere Gmünder Laufbegeisterte.

pm / Alexander Haag

Ergebnisse im Überblick:

Marathon:

Julia Stier (Wißgoldingen): 3:46:26

Matthias Rueff (SG Bettringen): 3:55:28

Halbmarathon:

Christian Frey (LAC Essingen): 1:36:53

Klaus Klingler (SG Bettringen): 1:46:01

Markus Mezger (SG Bettringen): 2:13:27

Ich hatte Respekt vor der 30-km-Grenze.“

Matthias Rueff, Laufsportler der SG Bettringen
Matthias Rueff, Klaus Klingler

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare