Sportmosaik

Auf Corona folgt Zusammenbruch

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Alexander Haag

Werner Röhrich und Alexander Haag über Uneinigkeit und Unvernunft.

Die Fußballer im Amateurbereich in Baden-Württemberg machen Pause. Die Handballer im Prinzip auch. Außer deren Oberliga und damit der TSB Gmünd spielt. Die Volleyballer setzen ihre Saison fort. Tischtennis pausiert im ganzen Land bis auf Weiteres. Von Einheitlichkeit unter den Sportarten also keine Spur. „Wir haben unser Training bereits eingestellt“, berichtet Laura Henninger, die bei den Verbandsoberligadamen des TSV Untergröningen an die Platte geht. Fünf Spiele, vier Siege und nur ein Unentschieden, ist die tolle Bilanz. „Es läuft überraschend gut in dieser Saison“, sagt die Zelluloidkünstlerin vom Kocher. Allerdings: Wenn die Saison jetzt abgebrochen werden würde, würde sie überhaupt nicht gewertet werden. Die Hinrunde muss wenigstens absolviert sein. „Uns fehlen drei Spiele“, weiß Henninger. Nicht nur deshalb setzt Laura Henninger darauf, dass „wir nach Dreikönig wieder zum Trainieren und zum Spielen in die Halle dürfen.“

Uwe Wolf fühlt sich in seinem Handeln bestätigt. Der Trainer des VfR Aalen hat sich bekanntlich geweigert, im Falle eines Anpfiffs bei Schott Mainz die Verantwortung für Eduard Heckmann zu übernehmen. Der 19-jährige Linksverteidiger war eben erst aus der Quarantäne zurückgekehrt und sollte gleich ein Ligaspiel bestreiten. In der Regionalliga Nordost haben nun zwei Vorfälle neue Brisanz in dieses Thema gebracht. Nach der Partie Carl Zeiss Jena gegen den Berliner AK (2:0) sind zwei AK-Spieler zusammengebrochen. Beide mussten vom Notarzt mit Sauerstoff versorgt werden.

Trainer André Meyer vom Berliner AK hat nach dem Schlusspfiff miterlebt, wie Spieler Kwabe Schulz zunächst auf die Knie gefallen ist und dann ganz auf dem Rasen lag. Damit nicht genug: In der Kabine kollabierte Ugur Tezel. Auch er sei zusammengesackt. Beide Profis hatten im November eine Coronainfektion durchlebt. Und die Notärzte bestätigen inzwischen den Zusammenhang mit der Infektion. „Die Leute wachen immer erst auf, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist“, sagt VfR-Trainer Uwe Wolf. Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf fordert deshalb ein Umdenken beim Verband. „Ich kann mir vorstellen, dass Spieler nach einer Coronainfektion eine dritte Woche aus dem Wettkampf rausgenommen werden und so die Chance haben, wieder in den Trainingsrhythmus zu kommen.“

Das Onlineportal „dieblaue24“ hat sich in der Instagram-Sondersendung „60 Minuten Sechzig“ ausführlich mit der Suspendierung von Kapitän Sascha Mölders bei 1860 München beschäftigt. Zugeschaltet war der Ex-Löwe Uwe Wolf. Und der VfR-Trainer hat dem Mittelstürmer, der in 103 Bundesligaspielen 18 Treffer erzielte, ein Angebot gemacht: „Komm zu uns nach Aalen. Du kannst gleich morgen früh mittrainieren ...“ Das sei keineswegs scherzhaft gemeint, sagt der 54-Jährige: „Sascha ist ein sehr guter Freund unseres Kapitäns Alessandro Abruscia, und wenn er sich bei uns fit halten möchte, biete ich ihm das gerne an.“

Die einen zieht's in die Sonne, die andere in den Schnee: Teamchef Steffen Thum, Sprint-Weltmeister Simon Gegenheimer und der französische Vizemeister Rémi Laffont vom Aalener Mountainbike-Racingteam sind für eine Woche nach Dubai geflogen. Auf der dortigen Expo wollen sie neue Kontakte knüpfen. Teamkollegin Marion Fromberger bereitet sich unterdessen auf die Weltcup-Saison 2022 vor. Eine Woche lang war sie im Rennrad-Trainingslager auf Mallorca. Aktuell bevorzugt sie den Schnee: Langlaufen und vor allem Skitouren stehen auf dem Plan: „Das Tiefschneefahren macht mir unheimlich Spaß“, sagt sie.

Werner Röhrich

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