"Beiden Spielern hätte ich den WM-Titel gegönnt"

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Der Mann mit der Irokesenfrisur: Peter Wright wurde am vergangenen Montag zum zweiten Mal in seiner Karriere Darts-Weltmeister.
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Markus Dannbacher von den Dartfreunden Bopfingen blickt auf eine ereignisreiche Darts-WM zurück.

Ostalbkreis. Diese Weltmeisterschaft wird kein Darts-Fan so schnell vergessen: Der Schotte Peter Wright hat sich im Londoner Alexandra Palace, oder kurz Ally Pally zum ersten Weltmeister im Jahr 2022 gekrönt. In einem spannenden Finale setzte er sich gegen den Engländer Michael Smith mit 7:5 durch. Nach 2020 war es nun sein zweiter Titel bei der WM.

Auf der einen Seite gab es viele dramatische Spiele und unzählige Rekorde, wie zum Beispiel drei Neun-Darter oder zweimal je 24 geworfene 180er von einem Spieler in einer Partie. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille ? und zwar Corona. Top-Spieler wie Michael van Gerwen oder Dave Chisnall wurden vom Virus ausgebremst, da die Tests positiv ausfielen. Somit konnten sie in ihre jeweiligen Drittrundenmatches nicht antreten. Dazu war der Ally Pally an allen Tagen randvoll. Es wurde gesungen und gegrölt, dazu floss der Alkohol in Strömen. Die Bilder erinnerten an Zeiten, in denen Corona nur als Bier bekannt war. Dennoch überwog das Sportliche, die Top-Stars boten in diesen tristen Zeiten eine ganz große Show.

"Sein Match war überragend"

Auch Markus Dannbacher, Vorsitzender der Dartfreunde Bopfingen, fieberte mit. Für ihn standen letztlich die richtigen Spieler im Finale: "Michael Smith hat eine überragende WM gespielt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Vor seiner Leistung kann man nur den Hut ziehen. Mit Peter Wright muss man einfach immer rechnen. Seit ich ihn bei der WM 2020 live im Ally Pally gesehen hatte, ist er mein Lieblingsspieler. Sein Match im Halbfinale gegen Gary Anderson war einfach nur überragend. Aber letztlich hätte ich beiden Spielern den WM-Titel gegönnt." Begeistert war Dannbacher auch von Florian Hempel, der in der zweiten Runde den an Fünf gesetzten Dimitri van den Bergh besiegt hatte. ?Doch leider reicht es für die deutschen Teilnehmer bisher nicht für mehr als maximal das Achtelfinale. Danach bekommen alle ihre Grenzen aufgezeigt ? was aber nicht despektierlich sein soll."

Wenig Verständnis hat Dannbacher dafür, dass der Ally Pally in Pandemie-Zeiten stets randvoll war. ?Überall, vor allem aber in England und London, gehen die Corona-Infektionen wieder durch die Decke ? und im Ally Pally wird gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Klar machen die Zuschauer die WM erst zu dem, was diese überhaupt ist. Verstehen kann ich das allerdings nicht."

Aufgrund der Corona-Pandemie ruhte der Spielbetrieb bei den Dartfreunden Bopfingen im vergangenen Jahr komplett. Auch die Bopfinger Darttage konnten nicht in die zweite Auflage gehen. "Aus sportlicher und vereinstechnischer Sicht war das Jahr 2021 einfach ein Trauerspiel. Wenn es die Corona-Verordnungen zuließen, konnten wir wenigstens gemeinsam ein wenig trainieren", so Markus Dannbacher. Auch in diesem Jahr ist die Lage noch unsicher, ob und wann der Liga-Betrieb im Verband DSVS (Dart Sport Verband Schwaben) aufgenommen werden kann. Deshalb hat man sich bei den Dartfreunden einen Plan B überlegt: "Aller Voraussicht nach werden wir in einem anderen Verband (Deutscher Sportautomatenbund) eine Mannschaft anmelden und im Februar den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Hoffen wir auf 2022, dass es coronatechnisch endlich wieder ein wenig aufwärts geht", so Dannbacher.??Tim Abramowski

Markus Dannbacher

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