Björn Koch jetzt auch „Gold-Schmied“

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Sie freuen sich über die starken Ergebnisse, hinten von links: Sabine Steinmann, Bundestrainer Björn Koch, Stefan Pichier, vorne von links: Lars Kochmann, Paula Pichier, Niklas Müller.

Der Trainer des Schwimmverein Gmünd ist auch als Bundestrainer der Gehörlosen erfolgreich.

Gliwice. In seiner aktiven Zeit hamsterte Björn Koch als überragender Schwimmer bei den Gehörlosen Goldmedaillen bei Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften. Der Trainer des Schwimmvereins Gmünd „mutiert“ nun in seiner Funktion als Bundestrainer der deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft offensichtlich zum „Medaillenschmied“. Denn bei den Kurzbahn-Schwimmweltmeisterschaften in Gliwice/Polen (früher Gleiwitz) holte das dreiköpfige deutsche Team zwei Gold-, eine Silber- und vier Bronzemedaillen. Dazu kamen 13 Finalteilnahmen und 22 neue persönliche Bestzeiten. „Das ist mehr als unsere Physiotherapeutin Sabine Steinmann, Mannschaftsbetreuer Stefan Pichier und ich erwartet hatten“, bilanzierte Björn Koch nach der Rückkehr aus der oberschlesischen 180.000-Einwohnerstadt. Im Medaillenspiegel nahm Deutschland Rang 5 ein, Russland stand mit 65 mal Edelmetall unangefochten an der Spitze.Überragender deutscher Gehörlosenschwimmer war der 20-jährige Lars Kochmann vom SSV Halle-Neustadt, der über 100 Meter Rücken in der neuen Weltrekordzeit von 55,11 Sekunden Weltmeister wurde, über 50 Meter Rücken die Silbermedaille gewann und über 50 Meter und 100 Meter Brust sowie über 100 Meter und 200 Meter Lagen als vierfacher Bronzemedaillengewinner auf dem Podest stand. Für eine echte Sensation sorgte Niklas Müller - vom GSV Heideberg – der 18-Jährige schnappte sich über 1500 Meter Freistil in 16.27,09 Minuten die Goldmedaille. Bei seinem Start-Ziel-Sieg verbesserte er seine eigene Bestzeit um mehr als 40 Sekunden; auch über 200 Meter Schmetterling überzeugte Müller mit der Finalqualifikation. Erfahrung sammeln war das Ziel für die 12-jährigen Nachwuchsschwimmerin Paula Pichier aus Spandau, die acht neue deutsche Altersklassenrekorde aufstellte und gleich viermal das Finale erreichte. Über 200 Meter Rücken und 200 Meter Brust erreichte sie jeweils den sechsten Platz.Die Wettkämpfe in Polen fanden trotz niederer Inzidenzzahlen unter strengen Coronaregeln statt. „Wir Sportler lebten praktisch in einer Blase; außer Hotel und Schwimmbad sahen wir von der Stadt Gleiwitz nichts.“ Dennoch sei die Atmosphäre unter den Sportlern „sehr locker und fröhlich“ gewesen, berichtete Björn Koch nach seiner Rückkehr. Und „still in sich hinein“ freute sich der SVG-Trainer auch über eines: „Mein Gehörlosen-Weltrekord über 200 Meter Schmetterling mit 2.00,89 Minuten aus dem Jahr 2009 in Essen wurde nicht unterboten“.

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