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Bobo Mayer fliegt, Wolf schaut zu

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Andreas Mayer (1. FC Normannia Gmuend #33) Fussball, Maenner, Oberliga BW , 05.09.2018,
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Werner Röhrich und Alexander Haag über eine gelb-rote Karte für einen Trainer und einen arbeitslosen Spieler.

Premiere für Andreas „Bobo“ Mayer: Der Ex-Profi hat seinen ersten Platzverweis als Trainer kassiert - und das unter den Augen von Ex-VfR-Trainer Uwe Wolf. Passiert ist's im Ostalb-Derby gegen den TSGV Waldstetten. Der Coach des SV Neresheim sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot. Was ist passiert? „Die Zuschauer hinter unserer Bank haben immer wieder reingeschrien. Dann kam der Schiedsrichter und sagte, dass die Bank still sein soll“, sagt Mayer, der versucht hat, den Unparteiischen aufzuklären. Als kurz darauf ein Betreuer des SVN laut geworden ist, bekam „Bobo“ Mayer die Quittung: „Der Schiedsrichter sagte mir, dass ich verantwortlich sei und gab mir Gelb-Rot ...“ Der Trainer nimmt's gelassen, zumal der Platzverweis keine Folgen hat.

Viel schlimmer ist für Andreas „Bobo“ Mayer die aktuelle Personalsituation. „Mal ist es Corona, mal sind es Verletzungen - wir haben kaum Spieler zur Verfügung.“ Gegen Waldstetten waren's wieder nur 13 Spieler im Kader. Immerhin: Hakki Yildiz stand erstmals nach seiner Rotsperre wieder auf dem Platz. Und Ex-Profi Mayer? „Ich hatte mich zuvor gegen die SSG Ulm ohne mich warm zu machen selbst eingewechselt.“ Ein Sprint, ein Ziehen und danach Schmerzen. „Ich habe mir einen kleinen Muskelfaserriss zugezogen. Das war mein letztes Spiel - definitiv ...“

Über zweieinhalb Stunden waren sie still. Als dann Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf die Hauptversammlung des VfR Aalen offiziell beenden wollte, gab's Handzeichen aus der Fanszene. „Ich sehe mich in der Pflicht nachzuhaken“, sagte Robert Daiss, Vorsänger der Ultras. Die Zahlen in den Bilanzen seien ernüchternd. Das negative Eigenkapital habe sich in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt - auf aktuell knapp 1,2 Millionen Euro. „Ich erkenne keine Visionen und keine Perspektiven“, warf Daiss der Vereinsführung vor.

Sportlich wollte Robert Daiss wissen, ob der VfR Aalen angesichts der aktuellen Situation auch für die Oberliga plane. „Konkret laufen unsere Planungen für die Regionalliga. Dafür haben wir eine Lizenz beantragt, weil wir zu 100 Prozent davon ausgehen, dass wir den Klassenerhalt schaffen“, sagte Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf - und fügte hinzu: „Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden wir uns auch mit der Oberliga beschäftigen.“

Ein weiterer Kritikpunkt der VfR-Mitglieder bei der Hauptversammlung: die fragwürdige Trennung von Trainer Uwe Wolf samt massiver Vorwürfe in der Öffentlichkeit. „So etwas hat es noch nie gegeben. Das klang wie eine Anklageschrift für einen Schwerverbrecher. So geht man nicht mit Menschen um“, sagte ein Fan. Michael Weißkopf wollte auf dieses Thema nicht näher eingehen, weil „es ein schwebendes Verfahren ist“. Nur soviel: „Wir stehen dazu, und ich würde es wieder so machen.“

Klaus-Jürgen Roos kennt das Spielchen aus den vergangenen Jahren. Wieder einmal sind die Volleyballerinnen der DJK Gmünd auf Trainersuche, und wieder einmal sind geeignete Kandidaten wenig vorhanden. Dennoch hofft der Abteilungsleiter des Regionalligisten, dass das Thema zeitnah geklärt ist. Gesucht wird: ein Trainer, der selbst aktiv war, entsprechende Erfahrung mitbringt und im Besitz einer B-Lizenz ist - denn diese Lizenz ist die Bedingung, um in der Regionalliga trainieren zu dürfen. „Solche Trainer gibt's hier nicht viele“, sagt Roos. Ein Name aber steht auf Liste ganz oben: „Wir haben einen Wunschkandidaten und werden diese Woche wieder zusammenkommen und reden.“

Bis zum 10. Mai muss die DJK Gmünd ihre Mannschaft melden. Was ist, wenn bis dahin kein Trainer gefunden ist? Gibt es einen Plan B? „Wir haben einen Plan A und hoffen nicht, dass wir auf einen Plan B zurückgreifen müssen“, sagt der Abteilungsleiter Klaus-Jürgen Roos. Was keine Option ist: dass die DJK mangels Trainer die Mannschaft zurückzieht. Zur Not werde es der Verein sogar in kauf nehmen, eine entsprechende Strafe zu bezahlen. Der Verband VLW lässt das im Regelfall zu - allerdings maximal für eine Saison. Wobei Roos alles versuchen wird, um diesen (Not-)Fall zu vermeiden. Denn: „Die Strafe ist empfindlich hoch und würde sicherlich im vierstelligen Bereich liegen.“

Pech für Erik Hottmann. Der aus der Jugend der TSG Hofherrnweiler/Unterrombach stammende Fußballer war im vergangenen Sommer mit großen Hoffnungen zu Drittligist Türkgücü München gewechselt - und ist jetzt Vereinslos. Denn nach einigen Turbulenzen ging der Verein zunächst in Insolvenz und stellte letzte Woche dann den Spielbetrieb komplett ein. Alle absolvierten Spiele werden aus der Wertung genommen.

Vor sieben Jahren hat der Weinstädter noch in der Jugend des VfR Aalen gekickt. Dann kürte er sich unter Stefan Kuntz zum Junioren-Europameister, ehe ihn Hansi Flick an diesem Samstag erstmals in der A-Nationalmannschaft auflaufen ließ. Ausgerechnet bei seinem Debut unterlief Nico Schlotterbeck nach einer soliden Leistung in der Nachspielzeit ein Foul, das der Schiri mit einem Elfmeterpfiff ahndete. Am Ende ist nichts passiert. Nationalkeeper Kevin Trapp parierte den Strafstoß und hielt seine Kiste sauber. „Man kann von Arroganzanfall sprechen“, kommentierte ZDF-Experte Per Mertesacker den Lapsus von Schlotterbeck. Dem aber widersprach der 21-Jährige aus dem Remstal.

Der SV Fellbach, Ligakonkurrent der Gmünder Normannia, Essingens und der TSG Hofherrnweiler, kämpft in der Verbandsliga noch um den Ligaerhalt. Dennoch haben die Fellbacher bereits die Weichen für die neue Saison gestellt und den ehemaligen Oberliga-Goalgetter Mario Marinic als Trainer verpflichtet. Der 37-jährige Kroate, der 2010 auch schon die Kickschuhe für den VfR Aalen geschnürt hat, beendet damit nach zehn Jahren beim derzeitigen Oberligisten TSG Backnang, bei dem er als Spielertrainer fungiert, seine aktive Karriere und kehrt zurück zu seinen Wurzeln.

Alexander Haag
Werner Röhrich
Nico Schlotterbeck GER (links) im Gespraech Diskussion mit Thilo Kehrer GER Laenderspiel Deutschland GER vs Israel ISR 26.03.2022 DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO

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