Böbinger Gewichtheber haben den Aufstieg fest im Blick

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Foto: Jan-Philipp Strobel

Die heiße Phase hat begonnen: Der SGV Böbingen tritt am 23. April zum entscheidenden Wettkampf gegen den SV Obrigheim II an. Ein Trainingsbesuch beim Team von Karsten Kluge.

Böbingen

Am 23. April treten die Böbinger Gewichtheber gegen den SV Obrigheim II an. Bei diesem Wettkampf steht nicht weniger als der Aufstieg in die 2. Bundesliga auf dem Spiel. Dabei waren die Athleten der SGV Böbingen noch ganz vorsichtig in die Saison gegangen. Nachdem die letzte Runde aufgrund der Pandemie abgesagt wurde, entschied man sich für eine verkürzte Saison 2021/2022.

Ohne Rückkampf treten alle sechs Mannschaften der Oberliga einmal gegeneinander an, und das Los entschied darüber, welche Teams dreimal zuhause und nur zweimal in der Fremde heben müssen. Ohne genau zu wissen, wo genau man im Vergleich zur Konkurrenz steht, und mit dem Ziel, den Klassenerhalt souverän zu meistern, starteten die Heber von Trainer Karsten Kluge Anfang Oktober gegen den ASV Ladenburg in die neue Saison. Gleich im ersten Wettkampf gelang der Mannschaft die bisherige Saisonbestleistung mit über 400 Punkten. Auf den Auftaktsieg folgten Siege in Flözlingen, in Lörrach und zuletzt gegen Feldrennach. So steht die Mannschaft nun nach vier von fünf Wettkämpfen ohne Punktverlust an der Tabellenspitze. Doch der kommende Gegner, die SV Germania Obrigheim II, deren erste Mannschaft in der 1. Bundesliga aktiv ist, konnte bislang ebenfalls jeden Wettkampf für sich entscheiden und so kommt es im letzten Wettkampf der Saison zum Saisonhöhepunkt, da nur der Gewinner dieses Wettkampfes den Aufstieg feiern kann.

Für Karsten Kluge ist dieser Wettkampf noch aus einem weiteren Grund ein ganz besonderer. „Ich habe selbst jahrelang in der Bundesligamannschaft von Obrigheim gehoben, daher ist es so etwas wie mein zweiter Heimatverein“. Der Coach sieht den Gegner zwar leicht favorisiert, ist jedoch dennoch zuversichtlich „Die Obrigheimer haben eine top Jugendarbeit. Die Jungs in der zweiten Mannschaft dort haben alle Ambition, in der Bundesligamannschaft zu heben, trotzdem glaube ich an einen Wettkampf auf Augenhöhe.“

Jedes Gramm ist entscheidend

Bereits eine Stunde vor dem ersten gehobenen Gewicht findet das Wiegen statt. „Beim Wiegen werden in engen Wettkämpfen oft schon Vorentscheidungen getroffen“ so Trainer Karsten Kluge. Da das Gewicht immer aufgerundet wird und ein Athlet mit 69,1 kg in der Wertungstabelle mit 70 kg gewertet wird, kann jedes Gramm entscheidend sein und wertvolle Punkte kosten. Nach dem Wiegen bereiten sich alle Sportler vor, nehmen vielleicht nochmal einen leichten Snack zu sich, bevor der Wettkampf, der in der Regel etwa 1,5 Stunden andauert, beginnt.

Die Böbinger Gewichtheber erfreuen sich einer eigenen kleinen Krafthalle, die mit dieser Ausstattung und in dieser Form so längst nicht selbstverständlich ist. „Die Trainingsbedingungen hier sind absolut top“, freut sich Kluge. In der Regel trifft sich der Trainer mit all seinen Athleten viermal in der Woche zum Training. Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag sind die Trainingstage. „Man muss den Sportlern auch Regenerationszeit gönnen, daher würde es keinen Sinn machen täglich zu trainieren. Damit würde ich meine Jungs und Mädels nur kaputt machen“ erklärt Kluge.

Das Thema Ernährung

Die vom Trainer erstellten Trainingspläne sind immer auf einen Zielwettkampf ausgerichtet und umfassen ca. 12 bis 15 Wochen. Die Vorbereitungszeit auf einen Zielwettkampf wird in drei Phasen aufgeteilt. Die Grundlagenphase, die Aufbauphase und die Leistungsausprägungsphase. In der Grundlagenphase liegt der Schwerpunkt auf der Kraft. „In der Grundlagenphase haben wir 400 Wiederholungen in der Woche, in der Leistungsausprägungsphase sind es dann nur noch etwa 220 bis 230 Wiederholungen, diese jedoch dann alle im absoluten Spitzenbereich“ erklärt Kluge. In der letzten Vorbereitungsphase steht die Schnellkraft und Explosivität im Vordergrund. Auch das Thema Ernährung spielt eine wichtige Rolle. In der Grundlagenphase geht es vor allem darum, Masse aufzubauen. Vor dem Zielwettkampf sollten die Sportler dann wieder Kilos verlieren und dabei ihre Leistungsfähigkeit möglichst beibehalten. Und das harte Training und das disziplinierte Verhalten zahlen sich aus. In einem ausgeglichenen Team sticht Fabian Kluge mit seinen Bestleistungen doch etwas hervor. Sein persönlicher Rekord im Stoßen liegt bei unglaublichen 153 Kilogramm.

Männer gegen Frauen - kein Problem

Böbingens Trainer Karsten Kluge aus einem Zehnerkader sechs Start- und zwei Reserve-Gewichtheber auswählen.

Gehoben wird in zwei Disziplinen, dem Reißen und dem Stoßen. Je drei Athlen gehen pro Disziplin an den Start.

Das Einstiegsgewicht wird dabei kurz vorher erst endgültig festgelegt. Die Wertungstabellen nach Geschlecht und Gewicht ermöglichen es, dass sich jede Mannschaft ihren Kader nach Belieben zusammenstellen kann.

Die Anzahl der teilnehmenden Frauen und Männern kann beim Gewichtheben beliebig gewählt werden. max

Fabian Kluge (SGV Oberböbingen).
Foto: Jan-Philipp Strobel
Foto: Jan-Philipp Strobel
Nils Benzelrath mit Trainer Carsten Kluge (SGV Oberböbingen).
Fabian Kluge (SGV Oberböbingen).
Fabian Kluge (SGV Oberböbingen).
Foto: Jan-Philipp Strobel
Paula Krätschmer.
Fabian Kluge mit Trainer Carsten Kluge (SGV Oberböbingen).

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