„Bomber“ schickt sich selbst in Rente

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Marc Scherrenbacher beendet seine Laufbahn.

Keeper Marc Scherrenbacher vom TSGV Waldstetten beendet seine aktive Laufbahn. Das 3:0 gegen die SG Bettringen war das i-Tüpfelchen auf eine über zwei Jahrzehnte andauernde Karriere.

Waldstetten

Marc Scherrenbacher bringt es zum Schluss auf den Punkt: „Besser geht es fast nicht. Wenn man es sich hätte aussuchen können, dann so.“ Das sagt der 41-jährige Keeper des TSGV Waldstetten. Besser gesagt: ehemaliger Keeper, denn der „Bomber“, wie ihn die meisten nennen und kennen, hat seine aktive Karriere nun an den Nagel gehängt. Sein Zitat bezieht sich auf sein letztes Spiel in seiner langen Laufbahn. Es war ein 3:0 im Derby gegen die SG Bettringen.

Beim TV Straßdorf hat er seine ersten fußballerischen Schritte gemacht, von den Bambini bis zur C-Jugend kickte er für seinen Heimatverein. Dann aber hat sein Vater Willi mit seinem Sohn gesprochen. „Er sagte zu mir: Wenn Du im Fußball etwas reißen möchtest, dann musst Du zur Normannia wechseln“, erinnert sich Scherrenbacher. Gesagt, getan. B- und A-Jugend verbrachte er beim FCN. Wobei, die Jugendzeit wurde bei der Normannia etwas abgekürzt, denn ein halbes Jahr vorher holten ihn die damaligen Verantwortlichen zur ersten Mannschaft, wo er Luft bei den Aktiven schnuppern durfte. Dort stand jedoch Matthias Gruca zwischen den Pfosten, der gerade einmal zwei Jahre älter als Scherrenbacher war, aber als unangefochtene Nummer eins galt. Die beiden sind heute noch befreundet, wie Scherrenbacher sagt.

Bei der Normannia machte er unter anderem Bekanntschaft mit dem damals noch unbekannten Alexander Zorniger, der die Normannia von der Landes- in die Oberliga führen sollte. Das Schöne für Scherrenbacher: In der Aufstiegssaison zur Oberliga stand er ein halbes Jahr zwischen den Pfosten, da Gruca verletzt war. Das war sportlich eigentlich schon das Größte, was ich erleben durfte, neben dem württembergischen Titel mit den A-Junioren“, sagt Scherrenbacher rückblickend.

2005 erstmals nach Waldstetten

2005 dann wechselte er erstmals zum TSGV Waldstetten, der damals noch in der Bezirksliga gekickt hatte. Sein ehemaliger Trainer Thomas Fischer lotste ihn zu den Löwen. Mit den Waldstettern dann wurde er sogleich Bezirkspokalsieger, für den Aufstieg in die Landesliga aber reichte es damals nicht. So verließ er den TSGV damals nach nur einem Jahr wieder und schloss sich dem FC Donzdorf an. Hier war Scherrenbacher wieder in der Verbandsliga angekommen, stieg ab, danach aber prompt wieder auf, erlebte Vieles. „Das war eine Zeit mit Höhen und Tiefen“, blickt Scherrenbacher zurück. Nach weiteren fünf Jahren ging es für Scherrenbacher 2011 zum Göppinger SV. Hier musste er sich mit Manuel Doll im Tor duellieren, der gesetzt war, zudem das Kapitänsamt bekleidete und Bruder von Scherrenbachers späterem Trainer Mirko Doll ist. Nach nur einem Jahr dann wechselte er zum TSV Bad Boll, was fast einer Herzensangelegenheit gleichkam. „Ich habe schon immer begeistert nach Bad Boll geschaut, ein Verein, der super geführt war und ist“, sagte Scherrenbacher. Bei den Bad Bollern war er unumstrittene Nummer eins, fühlte sich wohl, wollte nach sechs Jahren dann aber doch noch einmal einen Tapetenwechsel. 2018 dann ging es zur letzten Station seiner aktiven Karriere, zurück zum TSGV Waldstetten. Mirko Doll war es, gemeinsam mit Scherrenbachers altem Schulfreund Markus Diezi, die ihn zurückholten. „Der TSGV ist schnell zu meinem Heimatverein geworden“, sagt der 41-Jährige. Aber auch Normannia Gmünd, hier war er in Summe zehn Jahre, hat er in seinem Herzen behalten.

Eigentlich war sein Karriereende bereits im vergangenen Sommer geplant gewesen, doch dann riss sich Nachwuchstalent Felix Beyerle das Kreuzband und mit Max Helmli stand nur noch ein Schlussmann zur Verfügung. Bis zum Sommer 2023 wollte er es nun nicht mehr durchziehen. „Es ist kein gutes Zeichen, wenn man morgens denkt: Ich bleibe lieber liegen. Bei mir knackt es fast überall, mein Körper möchte nicht mehr aktiv kicken“, sagt er lachend.

In Straßdorf nochmal am Ball

Nun freut er sich erst einmal auf mehr Freizeit, vor allem ohne Fußball, wenngleich er im Januar noch einmal beim Dreikönigsturnier des TV Straßdorf am 5. Januare mit einigen seiner Kollegen teilnehmen wird. Und: Es ist durchaus möglich, dass Marc- Scherrenbacher noch einmal sein Trikot überstreifen wird. Die Fußballwelt auf der Ostalb würde sich mit Sicherheit freuen, Scherrenbachers Knochen vermutlich die Augen verdrehen.

Beim TSGV Waldstetten wurden Ralph Molner (links) und Marc Scherrenbacher (2.v.l.) offiziell verabschiedet.

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