Boxer Kasim Gashi: Zwei Fäuste wollen zurück in die Top 200

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Dieses Team soll den Erfolg im Juni sichern, v.l.: Trainer Pascal Stern, Profi-Boxer Kasim Gashi und Cutman Andrej Klause
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Fast neun Monate nach seinem letzten Kampf tritt Kasim Gashi am 4. Juni gegen Siarhei Huliakevich in Aalen an. Der Heubacher Weltmeister kündigt aber für das Jahresende noch großes an.

Heubach / Aalen

Kasim Gashi steigt wieder in den Ring. Das von vielen Fans heiß erwartete Box-Spektakel findet am 4. Juni in Aalen statt - auch für Gashi eine Premiere. „Das ist das erste Mal, dass ich etwas in Aalen veranstalte“, sagt der Profisportler. In der Ulrich-Pfeifle-Halle wird der Heubacher, der auch jahrelang in Schwäbisch Gmünd gefightet hat, gegen den belarussischen Boxer Siarhei Huliakevich antreten.

„Ich freue mich riesig darüber. Vor allem jetzt in Aalen. Ich schätze, wir werden komplett ausverkauft sein“, so Gashi - also in etwa 1 400 Zuschauer.

Nachdem er vergangene Woche im österreichischen Hochrindl mit seinem Coach Pascal Stern - übrigens aus der Nähe Aalens stammend - im Trainingscamp verbracht hat, geht es nun in der Heimat mit den Vorbereitungen auf den Kampf weiter. „Wir werden jetzt noch mal zwei Wochen Box-Training haben und dann geht's in die heiße Phase“, sagt Kasim Gashi.

Heiß hergehen wird es sicherlich auch im Ring, denn Gashis 38-jähriger Kontrahent aus Belarus kommt definitiv nicht zum Spaß in die Aalener Spion-Stadt. „Huliakevich hat es in sich“, weiß auch der Heubacher Boxer. „Ich darf das nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Für den 31-jährigen Gashi ist außerdem klar, dass an diesem Box-Event „Erfahrung auf Kunst trifft“.

Ein Sieg wäre für den Ostalb-Boxer enorm wichtig. Durch die Corona-Pandemie verlor die ehemalige 143 der Box-Welt viele Ranglistenpunkte. „Als Corona kam, ging gar nichts mehr“, erzählt Gashi. „Nach dem Semjonov-Kampf in 2019 war ich die 143, jetzt bin ich auf 260 oder 270 gerutscht.“ Im angesprochenen Kampf gegen den Esten Pavel Semjonov erkämpfte sich Gashi in zwölf Runden die zwei Interims-Weltmeistertitel der Global Boxing Union und World Boxing Federation.

Seitdem hat sich der Stellenwert der WM-Gürtel bei Kasim Gashi aber deutlich verändert. „Die Gürtel haben in den letzten zwei Jahren an Wert verloren - da sind auch viele andere der Meinung“, so Gashi. „Teilweise haben Leute um diese Titel geboxt, die gar nicht dafür qualifiziert waren und eigentlich zu viele Niederlagen auf dem Konto hatten.“ Das ging dann sogar so weit, dass der Profi-Boxer Anrufe erhielt und sich „rechtfertigen musste, dass das andere aus der Region so gemacht haben. Und deswegen sehe ich das nicht ein, dass ich um diese Gürtel boxe“.

Zurück in die Top 200

Stattdessen geht es im Juni - der erste Kampf für Gashi seit September 2021 - um Ranglistenpunkte. Ein Erfolg gegen Huliakevich würde Gashi wieder zum Sprung in die Top 200 verhelfen. Es soll aber nicht Gashis einziger Kampf in diesem Jahr bleiben. „Etwas ganz großes kommt zum Jahresende“, sagt Gashi kryptisch und wird etwas konkreter: „Es winkt mir ein ganz großer, internationaler Kampf - aber mehr kann ich im Moment noch nicht dazu sagen.“

Gashi könnte daher nicht nur einen, sondern möglicherweise zwei Siege im Jahr 2022 feiern. Gewiss lässt sich der Heubacher aber schon diesen Freitag, an seinem 32. Geburtstag, hochleben. Oder nicht? „Ganz offen und ehrlich gesagt: Es ist für mich ein ganz normaler Tag wie jeder andere auch“, sagt Gashi. Möglicherweise könnten Familie und Freunde, aber doch für eine Party sorgen. „Ich weiß nicht, was die Familie plant, aber falls eine Feier stattfinden sollte, dann auf jeden Fall in Heubach im Haus.“

Dabei wäre, trotz der Trainingsphase und der ausgewogenen Ernährung, mit Sicherheit ein Stück Kuchen eingeplant. „Ich bin der Typ Mensch, der einfach diese Dinge braucht“, verrät Gashi. Aber: „Wenn's nach mir gehen würde, müsste ich nicht feiern, da ich voll im Training bin.“

Das wird auch nötig sein, um für den kommenden Fight bestens vorbereitet zu sein.

Tickets für den Kampf können telefonisch unter 0152-34057047 erworben werden.

Darf das nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Kasim Gashi, Profi-Boxer

Der Aufstieg zum Weltmeister

Anfänge: Im Kosovo geboren und in Heubach aufgewachsen. Mit acht Jahren beim DABC Schwäbisch Gmünd. Mit elf Jahren der erste Boxkampf. 100 Kämpfe als Amateur. Es folgte der Wechsel zu den Profis.

Deutscher Meister: Im September 2015 holt Gashi den Titel der German Box Association in Heubach gegen Adnan Özcoban. Im Januar 2016 sichert sich Gashi den nächsten DM-Titel (GBA) gegen Pietro D'Alessio in Berlin.

Weltmeister: Der Zwölf-Runden-Kampf gegen den Esten Pavel Semjonov beschert Kasim Gashi im September 2019 in Schwäbisch Gmünd am Ende die WM-Gürtel der GBU und WBF und den 143. Weltranglistenplatz.

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