California Dreamin'

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Christoph Wallner (GER/LG Region Karlsruhe); Laufnacht am 06.07.2019 im Universitaetsstadion in Regensburg (Bayern).

Seine sportlichen Erfolge in der Heimat ermöglichten Christoph Wallner ein finanziertes Sportstipendium in den USA. Im Podcast spricht er über seine neue Heimat.

Aalen.

Mit seinen 24 Jahren hat der erfolgreiche Leichtathtlet Christoph Wallner bereits eine beeindruckende „Laufbahn“ hinter sich. Seine Erfolge auf der heimischen Ostalb, bei der LG Region Karlsruhe und sein Deutscher Vizemeistertitel im Straßenlauf ermöglichten ihm ein finanziertes Sportstipendium im Golden State - Kalifornien.

Zusammen mit Schwäpo-Chefredakteur Lars Reckermann, spricht er in der neuesten Podcast-Folge „Ein Glas mit Lars“ über sein Abenteuer.

Über Weihnachten und Neujahr tauschte der Läufer seine gewohnte Laufstrecke von Venice Beach gegen die Pfade der heimischen Wälder. Drei Wochen verbrachte Wallner im Kreise seiner Familie und Freunde, bevor es am 10. Januar wieder zurück in seine neue Heimat nach Los Angeles geht.

Unter der Sonne Kaliforniens

Nach einem corona-bedingten Jahr Online-Unterricht aus Deutschland kann er nun seit fünf Monaten das volle Studentenleben an der „Loyola Marymount University“ genießen. Neben dem belegten Master-Studiengang „System engineering“ liegt der Fokus vorrangig auf den Sport, der den Tagesablauf diktiert. Um 7 Uhr gibt es eine tägliche Trainingseinheit in der zwischen zehn und zwölf Kilometer gelaufen wird. Hinzu kommen wöchentlich bis zu drei Einheiten Krafttraining am Nachmittag. Dazwischen muss sich der Student auf seine abendlichen Vorlesungen vorbereiten. „Der Tagesablauf hört sich extrem an“, sagt Wallner. „Aber es ist trotzdem ein recht gutes Studentenleben.“

Das typische Studentenleben, das in diversen Filmen oftmals als eine niemals enden wollende Party beschrieben wird, ist es nicht. „Außer an Halloween“, gesteht Wallner. „Das war komplett verrückt und es wurden alle Klischees erfüllt.“

Eher süß als sauer ist der Lifestyle der Kalifornier. „Es gefällt mir gut, an der Küste zu wohnen und es ist alles möglich. Man kann vormittags Skifahren und nachmittags surfen“, schwärmt der Athlet. In einem Apartment mit sechs Mitbewohnern fühlt sich Wallner sehr wohl und ist definitiv angekommen. Außerdem konnte er dadurch sehr schnell neue Kontakte knüpfen und hat auch direkt Anschluss an seine neuen Teammitglieder gefunden. Die gemeinsamen Laufeinheiten nutzt die Gemeinschaft auch dafür, um einander näher kennenzulernen.

Das tägliche Training fördert den Zusammenhalt der Gruppe, fordert aber den Laufschuhen einiges ab. „Im Jahr sind es in etwa fünf Paar Schuhe“, verrät Wallner. Einsame Runden dreht der Sportler daher eher selten. Dennoch: „Manchmal freut man sich auch alleine zu laufen. Ein bisschen rausgehen, laufen und den Kopf abschalten. Wenn man daran gewöhnt ist, macht es echt Spaß.“

Wurzeln der Ostalb

Der Grundstein für die Leidenschaft zum Laufsport wurde bei Wallner bereits im Alter von sechs Jahren gelegt. In Unterkochen stieg er damals ins Leichtathletik-Training ein. Außerdem waren sowohl Wallners Schwester als auch sein Vater im Ausdauersport aktiv. In seinen Teenager-Jahren wurden die Wettkämpfe immer ernster und professioneller und während der Abitur-Zeit reifte der Gedanke, in die USA zu gehen. Nach einem aufwendigen Bewerbungsprozess für ein Sportstipendium und einer Verzögerung durch Corona ging es dann also endlich von der Ostalb in die USA.

Über den Jetlag sagt Wallner: „Das ist schon ein Problem. Ich versuche so schnell wie möglich wieder in meinen normalen Rhythmus zu kommen“. Hinzu kommen die durch die Corona-Pandemie erschwerten Bedingungen einer Reise. „Zusätzlich zur Impfung muss man sich testen lassen. Und bevor wir anfangen dürfen, an der Uni zu trainieren, müssen wir ebenfalls einen Test machen.“ Die Unterschiede zur Wahrnehmung von Corona zwischen Deutschland und den USA sind aber deutlich. „Medial ist es weniger präsent. Die Lage ist generell entspannter, aber trotzdem mit Vernunft.“

Das neue Jahr 2022

Ende Februar geht die Saison für Christoph Wallner dann wieder los. Seine Ziele für das neue Jahr 2022 hat er klar definiert: „Sportlich möchte ich verletzungsfrei durch das Jahr durchkommen und eine solide, gute Bahnsaison abliefern.“ Doch auch zum Thema Freizeit hat Wallner konkrete Vorstellungen: „Ich würde mir gerne Hawaii anschauen und ansonsten würde ich mich freuen, wenn meine Familie und Freunde zu Besuch kommen.“

Die komplette Podcast-Folge, sowie alle Folgen der Reihe „Ein Glas mit Lars“ gibt es auf der Homepage unserer Zeitung unter www.schwaepo.de

Es gefällt mir gut, an der Küste zu wohnen und es ist alles möglich.“

Christoph Wallner, Leichtathlet aus Aalen

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