Carina Vogt zurück auf der Schanze

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Carina Vogt ist zurück auf den Schanzen.
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Nächste lange Verletzungspause ist überstanden: Die Olympiasiegerin des SC Degenfeld hat die ersten Sprünge absolviert. Ob es für den Weltcup im Skispringen reicht, ist ungewiss.

Bad Endorf

Comeback, das nächste: Carina Vogt hat nach ihrer erneut langen Verletzungspause die ersten Sprünge auf einer Schanze absolviert. „Witzig“ sei es gewesen. Und „mega Spaß“ habe es gemacht, sagt die Olympiasiegerin und Fünffach-Weltmeisterin des SC Degenfeld. Aber die 29-Jährige ist auch zurückhaltend. Zu viele Rückschläge hat sie in den vergangenen Jahren einstecken und verarbeiten müssen.

„Das Wort nehme ich nicht einmal in den Mund“, sagt Carina Vogt. Es handelt sich um das Wörtchen „Peking“. Denn dort werden im kommenden Jahr die Olympischen Winterspiele ausgetragen. Viel zu weit sei aktuell dieses Großereignis. Und so gerne die 29-Jährige noch einmal bei Olympia dabei wäre, solch hohe Ziele kann und will sie sich im Augenblick nicht stecken. Auch nicht, ob sie es bis zum Weltcup-Auftakt am 27. November in Nischni Tagil zurück ins Team schafft. „Das sind nur noch wenige Wochen, und ich bin nach wie vor nicht komplett schmerzfrei im Knie.“ Außerdem wolle sie sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen.

Aus gutem Grund: Nach ihrer erneuten Knie-OP Anfang März hat die Olympiasiegerin von 2014 wieder eine lange Leidenszeit durchstehen müssen. „Es war dann doch wieder ein größerer Eingriff“, sagt sie. Aus der veranschlagten Zwangspause von drei bis vier Monaten wurden plötzlich sechs. „Vielleicht hätte ich ein bisschen früher anfangen können, aber ich wollte nicht wieder ein unnötiges Risiko eingehen“, sagt die Waldstetterin, die die Zeit in der Reha auch genutzt hat und zur Kommissarin bei der Bundespolizei aufgestiegen ist. Parallel dazu hat sie trainiert. Hart trainiert. Und nun hat sie sich bereit gefühlt für die Rückkehr auf die Schanze. Carina Vogt ist jetzt erstmals seit einem dreiviertel Jahr wieder gesprungen. Natürlich vorsichtig und mit angezogener Handbremse. „Es war ein schönes Gefühl, und es hat nach der langen Zeit wieder mega Spaß gemacht“, sagt die erfolgreichste Skispringerin aller Zeiten. Und auf Instagram postet sie: „Hallo Leeeuteee, ich kann wieder jumpen.“

Was sie allerdings auch sagt: dass der Kopf noch nicht frei ist. „An der Schanzenkante passt alles, das ist bei mir wie in Stein gemeißelt. Aber als es dann ein bisschen weiter hinab ging, habe ich aufgemacht. Mir fehlt aktuell einfach das Vertrauen.“

Jeder Sprung gibt Sicherheit

Um das zurückzubekommen braucht die Olympiasiegerin des SC Degenfeld vor allem eines: viele Trainingssprünge. Und deshalb geht's bereits am Montag nach Oberhof, wo weitere Sprungeinheiten auf dem Trainingsplan stehen. „Ich kann dieses Vertrauen nur auf der Schanze zurückgewinnen“, sagt sie. Und jeder weitere Sprung gebe ihr mehr Sicherheit.

Dass tags zuvor auf dieser Schanze die Deutsche Meisterin 2021 gekürt wird, ist für Carina Vogt ebenfalls nur eine Randnotiz. Sie schaut jetzt nur auf sich selbst.

Das Wort nehme ich nicht in den Mund.“

Carina Vogt, Olympiasiegerin und Weltmeisterin

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