Carlo Hörr holt Gold am Reck

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Wetzgaus Bundesligaturner Carlo Hörr lieferte bei der DM in Dortmund eine nahezu perfekte Reckübung ab und sicherte sich Gold.

Vier Wetzgauer Bundesligaturner schaffen den Sprung zur 2. Olympia-Qualifikation. Toba und Trebing mit weiteren Medaillen.

Dortmund.

Die Sensation kam zum Schluss: Der Bundesliga-Turner des TV Wetzgau, Carlo Hörr, holte sich mit der letzten Übung des Tages die Goldmedaille – am Königsgerät dem Reck. So fanden die Deutschen Meisterschaften der Kunstturner am Sonntag in Dortmund einen herausragenden Abschluss für den TV Wetzgau. Stolz konnte Trainer Paul Schneider, der in Dortmund als Kampfrichter fungierte, verkünden: „Alle unsere vier Bundesliga-Athleten sind bei der entscheidenden Olympia-Qualifikation am Samstag in München an Bord.“

Dabei genießt Andreas Toba die besten Chancen, tatsächlich das Ticket für Tokio zu lösen.

Gemischte Gefühle erlebte Toba über die drei Tage in der Dortmunder Westfalenhalle, die – schon fast gewohnt – wegen Corona ohne Zuschauer nahezu leer bleiben musste. Der Wetzgauer Topturner lag im Mehrkampf am Freitag lange Zeit gleichauf mit dem später fünffachen Deutschen Meister Lukas Dauser. Wegen eines Missgeschicks am Reck reichte es am Ende „nur“ zur Bronzemedaille. Die weiteren Wetzgauer Bundesliga-Turner zeigten sich in Form: Glenn Trebing wurde Sechster, Carlo Hörr Siebter und Valentin Zapf 18.

Zweite Olympia-Quali folgt

„Mit der Nominierung für die zweite Qualifikation haben alle vier weiterhin die Chance, das Ticket nach Tokio zu lösen“, freute sich der Wetzgauer Cheftrainer sehr. „Wir werden ein bärenstarkes Bundesligateam im Herbst in Schwäbisch Gmünd erleben dürfen.“

Gleich mehrere Medaillen

Auch in mehreren Einzelfinals waren die Wetzgauer Farben stark vertreten. Andreas Toba durfte sich dabei am Pauschenpferd über Bronze und an den Ringen über Silber freuen. Glenn Trebing sprang am Sonntag am Barren auf das Treppchen und freute sich riesig über die Bronzemedaille.

Der krönende Abschluss gelang aber Carlo Hörr. Er fing sogar den in Bestform befindlichen Lukas Dauser am Reck ein und sicherte sich mit einer überragenden Kür den deutschen Meistertitel: „Das war eine Riesenüberraschung, über die sich das gesamte Team freut“, sagte Paul Schneider. Tröstende Worte hatte er für seinen 18-jährigen Schützling Valentin Zapf: „Er hat die Übung leider verturnt, aber das ist nicht weiter schlimm. Er steckt voll im Abitur – und das in Corona-Zeiten. Da darf auch mal eine Übung daneben gehen. Er hat trotzdem eine tolle Deutsche Meisterschaft gezeigt.“

Extreme Spannung verspricht nun die zweite Olympia-Qualifikation am nächsten Samstag in München in der Olympiahalle. Dort stehen die Zeichen darauf, dass Bundestrainer Valeri Belenki und sein Stab Lukas Dauser auf alle Fälle nominieren werden. Dahinter dürfte Andreas Toba nahezu gesetzt sein, wenn er seinen abschließenden Sechskampf gut über die Bühne bringt.

Und wer folgt dann? „Da spielen viele Faktoren eine Rolle“, sagt Paul Schneider. „Eine Prognose zu wagen, ist fast unmöglich. Lassen wir uns überraschen.“

„Wir werden ein bärenstarkes Bundesligateam im Herbst in Schwäbisch Gmünd erleben dürfen.“

Paul Schneider

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