Chili und als Beilage Pfeffer

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Damit das Gehirn am besten mindestens 80 Prozent der Informationen behalte, legt der wissenschaftliche Lauf-geht's!-Leiter Dr. Wolfgang Feil eine kleine gemeinsame Bewegungseinheit in der neuen Aula der Fachhochschule Aalen ein.

Volle Aalener Fachhochschul-Aula zum Auftakt der fünften Saison. Mehr als 500 Teilnehmer lassen sich vom wissenschaftlichen Leiter Dr. Wolfgang Feil informieren und unterhalten.

Seit vier Jahren ist sie einer der unterhaltsamsten und gleichsam informativsten Höhepunkte der Lauf-geht's!-Saison: die Auftaktveranstaltung mit dem wissenschaftlichen Leiter Dr. Wolfgang Feil. Nicht nur wegen des gemeinsamen Singens der fünf Vokale, bei dem das verbindende Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Oder wegen seiner Eigenschaft als Entertainer, der mit seinen Schlussfolgerungen regelmäßig für herzliche Lacher sorgt und dabei seine Informationen wohldosiert an den Mann und an die Frau bringt. Wie etwa das Mischungsverhältnis von 70 Prozent Frauen bei 30 Prozent Männern in dieser Saison: "Das ist toll für uns Männer, das ist ein ganz anderes Laufen, Frauen schauen auch nach links und rechts. Die Frauen wiederum müssen keine Angst haben, dass etwa ein Bär aus dem Wald gesprungen kommt – der Bär läuft neben ihnen."

Was dem Vortrag einmal mehr richtig Qualität verlieh, waren Dr. Feils Ausführungen über die vielfältigen Möglichkeiten gesunder und leistungsfördernder Ernährung. Einige Teile hatten Lauf geht's!-Wiederholer schon mal gehört, einige nicht.

Grottenschlecht bis Premium

Ganz aktuell zum Beispiel die seit 1. April in vielen Supermärkten eingeführten – bisher noch freiwilligen – Fleischkennzeichnungen hinsichtlich der Tierhaltungsform. Hatte Dr. Feil sich in seinen bisherigen Lauf-geht's!-Vorträgen noch nicht als vehementer Tierschützer präsentiert, sprach er hier doch von einer "Sauerei", nämlich die Kennzeichnungen 1 ("Stallhaltung" und 2 ("Stallhaltung plus") betreffend. "Grottenschlecht" sei hier die Tierhaltung. 1 bedeute für ein Schwein etwa, dass es 0,75 Quadratmeter zur Verfügung habe, eine Kuh 1,8. Kennzeichnung 2 bedeute gerade einmal zehn Prozent mehr. Nummer 3 ("Außenklima") garantiert den Tieren wenigstens Frischluftkontakt, mehr Platz und sogar Stroh. Nummer 4 ("Premium") garantiere zum Beispiel Weiderindern von April bis Oktober richtigen Auslauf.

Das entscheidende Element aus Ernährungssicht heißt Arachidonsäure. Diese vierfach ungesättigte Fettsäure in der Gruppe der (schlechten) Omega-6-Fettsäuren wirkt sich entzündungsfördernd im menschlichen Körper aus. Vergleiche man ein Rind der Kennzeichnung "Premium" mit einem der Kennzeichnung "Stallhaltung", weise letzteres bis zu 20 Mal mehr Arachidonsäure auf. Entzündungshemmende Nährstoffe zu sich zu nehmen, entzündungsfördernde möglichst zu meiden – darauf setzt die Dr.-Feil-Ernährung in besonderem Maße.

So seien etwa Olivenöl, Walnussöl und vor allen Dingen Speiseleinöl absolut zu bevorzugen. Weg könnten dagegen sofort Sonnenblumenöl, Distel-, Maiskeim- und Sojaöl (wegen der Omega-6-Fettsäuren).

Ihr braucht aber nicht päpstlicher zu sein als der Papst.

Dr. Wolfgang Feil Wissenschaftlicher Leiter

Auf Fett verzichten muss bei Lauf geht's! keiner – eine hundertprozentige Umsetzung wird sowieso nicht verlangt. "Fettschlau" heißt die Devise, zu der "Butter statt Margarine" gehört.

Gemüse, Kräuter, Gewürze, Salat

Außerdem ganz wichtig und immer wieder von Dr. Feil wiederholt: Gemüse, Salat, Kräuter und Gewürze. Weil: die Fettverbrennung fördernd, entzündungshemmend, gesund. Unter anderem nannte Dr. Feil den Endorphine ausschüttenden Chili, den er wieder zuhauf auf der Bühne verspeiste, wie auch den Ingwer. Pfeffer sorge als "Beilage" dafür, dass die wünschenswerten Inhaltsstoffe länger im Körper zur Verfügung stehen. Rote Bete, Brokkoli, Zwiebel und Dinkelbrot auf Sauerteigbasis stehen auf der Empfehlungsliste ebenfalls ganz oben.

Der aus Aalen-Hofen stammende Doktor der Biologie und Sportwissenschaftler nannte Wirkstoffe beim Namen, beschrieb die Effekte und versprach Erfolg. Glauben darf man ihm durchaus schenken. Bei 14 Teilnehmern der letzten Olympiade wirkte er in der Ernährungssteuerung mit. Aktuell betreut er den Fußball-Bundesligisten Werder Bremen.

Eingangs hatte sich AOK-Chef Josef Bühler begeistert und beeindruckt "von über 500 Menschen" gezeigt, "die das nächste halbe Jahr etwas Tolles vorhaben". Für die mittlerweile ins fünfte Jahr gehende Partnerschaft bedankte er sich bei SDZ-Marketingleiter Wolfgang Grandjean. Der hatte die Auftaktveranstaltung eröffnet und den Teilnehmern sechs Monate Spaß und viel Freude versprochen. Aber auch: "Es wird nicht unanstrengend."

Markus Brenner

Dr. Wolfgang Feil in gestenreicher Aktion.
AOK-Mitarbeiter geben die Starterpakete aus.

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