Comeback: Kasim Gashi zurück im Ring

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Kasim Gashi (rechts) steigt wieder in den Ring. Sein Gegner lautet - wie schon bei der schmerzlichen Niederlage im Juni - erneut Siarhei Huliakevich (links).
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Ein halbes Jahr nach seinem verkündeten Karriereende meldet sich der Boxer Kasim Gashi mit einem Paukenschlag zurück und fordert nun am 21. Januar erneut Siarhei Huliakevich aus. Gashi zum bevorstehenden Kampf: "Ich werde im Ring sterben, wenn es sein muss."

Heubach. Lange hat es der Box-Weltmeister Kasim Gashi nicht ohne Boxen ausgehalten. Nach seiner Niederlage im Juni gegen Siarhei Huliakevich verkündete Gashi noch im Ring sein überraschendes Karriereende. Nun schnürt Gashi nach knapp einem halben Jahr wieder die Boxhandschuhe. Sein Gegner wird am 21. Januar in der Sporthalle in Alfdorf wieder Siarhei Huliakevich heißen.

Herr Gashi, im Juni haben Sie Ihre Karriere zunächst beendet. Wie erging es Ihnen in den letzten sechs Monaten?

Kasim Gashi: Zwei Wochen nach dem Kampf war ich weg vom Boxen. Ich habe meine Ruhe gebraucht, um klar zu kommen. Das hat meine Familie sehr gut verstanden. Alle sind mir aus dem Weg gegangen.

Wie sehr haben Sie das Boxen vermisst?

Ich habe dem Boxen sehr viel nachgetrauert und viel geweint. Es war, als hätte man mir etwas ganz Besonderes weggenommen.

Wie hat Ihr Umfeld auf das Karriere-Aus reagiert? Ihre Sponsoren, die Fans?

Die Sponsoren sind alle - bis auf das Autohaus Baur - am nächsten Tag nach dem Kampf abgesprungen. Jetzt habe ich aber mit der Firma Holzbau Kielwein einen neuen großen Sponsor. Und von den Fans kamen unzählige Nachrichten, dass ich nicht zurücktreten, sondern weitermachen soll.

Und nun geht es für Sie wieder in den Ring. Was war der Auslöser für das Comeback?

Mein Sohn hat meine Welt auf den Kopf gestellt. Er ist zwar erst neun Jahre alt, aber schon sehr frühreif. Er hat seinen ganzen Mut zusammengenommen und gesagt: 'Papa, dir geht’s nicht gut. Ich persönlich glaube noch an dich und du kannst einfach nicht so abtreten.' Das war ein Moment in meinem Leben, an dem ich komplett umgedacht habe. Als hätte er mich wachgerüttelt.

Hätten Sie jemals gedacht wieder so schnell in den Ring zu steigen?

Nein. Ich wollte komplett zurücktreten und mir zwei, drei Jahre für mich nehmen, weil ich die letzten 23 Jahre dem Boxen gewidmet habe. Dann wollte ich zurückkommen, aber nicht als Kämpfer, sondern als Veranstalter.

Was sagt Ihre Familie dazu?

Meine Mutter ist seit Tag eins dafür, dass ich aufhöre. Mein Vater stand immer hinter mir. Ich soll aber mehr Sportler als Geschäftsmann sein.

Wie zuletzt im Juni wird die Gashi Promotion den Kampf im Januar organisieren. Wie hoch ist diese Doppelbelastung?

Ich werden den Geschäftsmann in mir dieses Mal zur Seite schieben. Im Ring bin ich Kasim Gashi der Boxer und nicht der Geschäftsführer von Gashi Promotion. Daher habe ich 28 Leute ins Team geholt, die die ganze Sache für mich übernehmen.

Ihr kommender Gegner ist erneut SiarheiHuliakevich. Wie sehen Sie rückblickend Ihre Niederlage gegen den Belarusen?

Ich bin im Kampf nicht darauf klargekommen. Ich kannte es nicht, dass Gegner, die zu Boden gegangen sind, wieder aufstehen. Huliakevich stand immer wieder auf und hat den Druck weiter aufgebaut. Das hat mich in meiner Psyche zerbrochen. Und zwar so sehr, dass ich gesagt habe, dass ich kein Bock mehr habe.

Geht es bei dem Kampf um Titel oder Ranglistenpunkte?

Ich habe alles auf eine Karte gesetzt. Die Veranstaltung heißt nicht umsonst „All In“. Es geht um die Europameisterschaft. Der Kampf ist auf 12 Runden angesetzt. Durch einen Sieg trete ich auch wieder in die Top 200 der Rangliste wieder ein.

Was passiert, wenn auch dieses Duell an Huliakevich gehen sollte?

Ich werde in diesem Ring sterben, wenn es sein muss, aber ich werde nicht verlieren. Verlieren ist verboten. Ich will es mir beweisen, dass ich ihn schlagen kann. Der Kampf soll auch eine Entschuldigung an alle sein, die mich unterstützt haben.

Dann sind Sie sicherlich bereits mitten im Training.

Ich habe vor fünf Wochen mit dem Training angefangen und bin positiv überrascht. Ich bin sehr diszipliniert. Zuletzt hat die Fitness nicht gestimmt.

Wie geht es jetzt die nächsten Wochen bis zum Kampf weiter?

Ich bin momentan in der Phase, in der ich sehr viel Kraft- und Konditionstraining mache. Ab dem 19. Dezember geht es dann in die heiße Schlussphase. Ich werde drei Mal in der Woche einen Trainingskampf haben. Die anderen Tage bin ich auf Lang- und Bergläufen. Der Körper wird auf 500 Prozent hochgejagt. In der Kampfwoche wird das runtergeschraubt, damit sich die Reserven aufladen können, um am Kampftag einen guten Tag zu erwischen.

Es wird Ihr erster Auftritt in Alfdorf. Wie kam es dazu?

Es wurde eine neue Halle in Alfdorf gebaut. Durch Zufall habe ich Alfdorfs Bürgermeister kennengelernt, der mir angeboten hat, dort einen Kampf auszutragen. Als ich die Halle sah, war das schnell klar. Es ist eine unendlich schöne Halle.

Alles zum „All In Rumble In The Village“ in Alfdorf

Kasim Gashi fordert bei seinem Comeback erneut Siarhei Huliakevich aus Belarus heraus.

Wann:Am Samstag den 21. Januar, Einlass um 17 Uhr. Beginn der Vorkämpfe um 17.30 Uhr. EM-Kampf Gashi gegen Huliakevich circa um 22.15 Uhr.

Wo:Sporthalle Alfdorf, Obere Schloßstr. 72

Preise:Rund 1400 Tickets sind verfügbar. Stehplätze an Stehtischen: 15 Euro, Tribünenplätze: 30 Euro, Ring-Side-Plätze: 50 Euro, VIP-Plätze (inklusive VIP-Eingang, Sektempfang, Getränke-Service, All-You-Can-Eat-Buffet): 150 Euro.

Tickets unter: 0152/34057047

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