Corona-Warnstufe: Für die ungeimpften Sportler wird's teuer

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Trainer Hannes Bosch von der DJK Gmünd.
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Mit der neuen Warnstufe müssen im Hallensport negative PCR-Tests vorgelegt werden für Training und Wettkampf. Ein Kostenfaktor. So mancher Sportler fällt für seinen Verein jetzt aus.

Schwäbisch Gmünd / Aalen

Seit Dienstag gilt in Baden-Württemberg die Corona-Warnstufe, was bedeutet, dass für Veranstaltungen und Besuche in geschlossenen Räumen zwar weiter die 3G-Regel gilt, aber für Ungeimpfte jetzt ein PCR-Test für den Zugang nötig ist. Und das gilt auch für die Teilnahme an Training und Spiel im Sport.

Wie in der Gesellschaft ist auch die Impf-Quote unter den Sportlern unterschiedlich hoch. Und waren bisher die Schnelltests als Nachweis der Nichterkrankung an Corona für Training und Wettkampf noch erschwinglich, sieht das jetzt mit PCR-Test, der deutlich teurer ist und selbst bezahlt werden muss, anders aus. Für Amateursportler und deren Vereine schlicht nicht zu stemmen. Resultat: Ungeimpfte Sportler können ohne PCR-Test nicht mehr an Training und Wettkampf in der Halle teilnehmen.

Schlicht „eine absolute Katastrophe“ nennt es Hannes Bosch, Trainer der Regionalliga-Volleyballerinnen der DJK Schwäbisch Gmünd. Zwar sind in seinem 14-köpfigen Kader nur zwei Spielerinnen nicht geimpft. „Aber das sind absolute Leistungsträgerinnen aus der ersten Sieben“, ergänzt er. Ohne sie könne man eigentlich keine wettbewerbsfähige Mannschaft stellen. Weder Verein noch Spielerinnen könnten die Tests finanzieren, „das wird spannend“, sagt er auch mit Blick auf die Saison im Amateursport. „Der Verband wird sich Gedanken machen müssen“, sagt Bosch, der auch im Präsidium des Württembergischen Volleyballverbands tätig ist.

„Bei uns ist der größte Teil der Spieler geimpft“, sagt Michael Hieber, Abteilungsleiter Handball beim TSB Gmünd. „Aber man kann natürlich niemand zur Impfung zwingen.“ Er sieht Schwierigkeiten für die Saison, wenn die Entwicklung der Corona-Zahlen so weitergeht. Teammanager Jürgen Rilli, glaubt, dass auch bei anderen Vereinen die Sportler weitgehend geimpft sind, mit einer höheren Quote als die Gesellschaft. „Allein aus Liebe für ihren Sport und Rücksicht auf die Mitspieler“, sagt er. „Die ungeimpften Zuschauer werden aber meist keinen teuren Test machen und uns fehlen“, ergänzt er. Auch Roland Kraft, Abteilungsleiter Handball der Aalener Sportallianz, sieht die Lage für seine Mannschaften noch entspannt. „Die Herren 1 sind zu 100 Prozent geimpft, auch die anderen aktiven Mannschaften bis auf ganz wenige Ausnahmen“, betont er. Und bei jungen Spielern und Schüler- und Jugendmannschaften gelten weiter die Tests in den Schulen. Dem schließt sich Amtskollege Philipp Röhrer von der SG Hofen/Hüttlingen an. Die Mannschaften seien weitgehend durchgeimpft bis auf ganz wenige Ausnahmen. Reagieren müsse man bei den Zuschauern.

„Unsere Herren 1 sind vollständig geimpft, die Jungs haben erlebt, wie eine Saison abgebrochen wurde und wollten spielen“, sagt Julius Gaugler, Abteilungsleiter der Volleyballer des TSV Ellwangen. Auch bei den Herren 2 und 3 sei die Quote hoch. Bei den Damen sieht er eventuell Probleme, das müsse man noch genau eruieren und dann eventuell mit Jugendspielern auffüllen. „Der Spielbetrieb ist nicht gefährdet“, betont er. Bei den Herren der SG MADS Ostalb wartet Trainer Frieder Henne auf Rückmeldung seiner Spieler. Er hofft, dass die Zahlen an Infizierten wieder sinken und sich die Situation entspannt. Und dass Tests aus Schulen und Betrieben reichen, um Sportler wieder in die Hallen zu lassen.

„Wir müssen die Oberliga-Mannschaft umbauen, auffüllen mit geimpften Sportlern aus der Zweiten“, sagt Patrick Abele, Sportlicher Leiter der Ringer der KG Dewangen/Fachsenfeld. Diese könne eventuell mal nicht antreten wegen Personalmangel. Er hofft, dass man die Runde regulär durchführen kann.

Sie sind geimpft, schon aus Rücksicht für die Mitspieler.“

Jürgen Rilli,, Teammanager TSB Gmünd
  • PCR-Test: Kosten zwischen 40 Euro und 100 Euro
  • Warnstufe. Mit der Corona-Warnstufe ist für die Teilnahme an Training und Wettkampf ein negativer PCR-Test nötig. Er muss vom Sportler selbst bezahlt werden. Im Profisport übernimmt das der Verein.
  • Kosten. Ein PCR-Test kostet etwa 40 bis 50 Euro. Das Ergebnis ist nach einem Tag erhältlich. Ein Test mit einem schnelleren Ergebnis kostet derzeit um die 100 Euro, erste günstigere kommen gerade auf den Markt.
  • Damit kämen auf einen Sportler bei zweimal Training plus Spiel am Wochenende mindestens 100 Euro Kosten je Woche zu, zusätzlich noch die Schwierigkeit, einen Testtermin zu bekommen. Das gilt auch für Gesundheitssport.
Die Volleyballer des TSV Ellwangen.
Jürgen Rilli (links) und Michael Hieber vom TSB Gmünd.
Die Volleyballer der SG MADS Ostalb.

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