Daniel Dörrer: Richtung 300 mit Respekt und Demut

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Daniel Dörrer
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Daniel Dörrer lebt als Profikämpfer in Thailand und will seine Kampfbilanz noch weiter ausbauen.

Koh Samui

Muay Thai, Thai-Boxen, Kick-Boxen, Grabbling, Ringen, Boxen: Es gibt kaum eine Kampfsportart, in der sich Daniel Dörrer nicht schon versucht hat. Der zehnmalige Weltmeister im Kickboxen hat vor einigen Jahren die für ihn logische Konsequenz gezogen und tritt seither im Mixed Martial Arts, den vereinten Kampfkünsten, an. Und das mit internationalem Erfolg.

Seit fünf Jahren schon lebt und trainiert der gebürtige Ellenberger auf Koh Samui. „Ich lebe den Traum eines Kämpfers. Ich lebe meinen Traum“, sagt der 37-Jährige.

Das Leben als Profikämpfer ist ein diszipliniertes, klar strukturiertes. „Ich finanziere mein Leben durch drei Standbeine“, gibt Dörrer Einblick. Zuvorderst sind es die Profi-MMA-Kämpfe, zu denen Dörrer bei internationalen Events in den Ring steigt. Dafür trainiert er täglich, morgens und abends. „Ich habe es geschafft, mir hier in Thailand einen Namen zu machen“, sagt er. Weswegen der nächste Kampf vor großer Kulisse und mit nationaler Live-TV-Übertragung am 12. November in Thailands Hauptstadt Bankok ansteht. Im MMA trifft Dörrer auf den Niederländer Ivanieldo Mettendaf. Es wird der 233. Kampf in Dörrers langen Bilanz sein.

Respekt lehren und leben

Das „zweite Standbein“ sind Trainingscamps in seinem Stützpunkt, dem Superpro Samui, wo Dörrer Übungsstunden mit kickboxbegeisterten Besuchern aus aller Welt absolviert. Der studierte Lehrer für Deutsch und Sport gibt aber auch Einheiten mit Kindern, in denen es um Koordination, um Bewegung, um Spiel und Spaß geht. „Mir ist es am Wichtigsten, dass die Leute verstehen, dass es auf der Matte um Respekt geht. Um gegenseitigen Respekt.“

Zudem unterrichtet Dörrer auch an der internationalen britischen Schule auf Koh Samui, gibt dort Sportunterricht, lehrt Schwimmen, Basketball und mehr. „Irgendwann komme ich nach Deutschland zurück und gebe ganz normal an einer Schule Deutsch- und Sport-Unterricht“, sagt Dörrer, der sich klar ist, dass jede Kämpferkarriere irgendwann ihr Ende findet.

Doch das ist beim 37-Jähjrigen noch lange nicht in Sicht. „Mir geht es gut, ich war noch nie schlimmer verletzt, mein Körper ist fit. Ich stehe morgens auf und freue mich aufs Training“, schildert Dörrer, der in einem Hotelzimmer mit Balkon recht spartanisch lebt. „Ich habe keine Ehefrau oder Kinder, deshalb brauche ich nicht viel. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Situation.“ Auch wenn dieses Leben Disziplin fordert und manchmal einmütig wirken mag.

Straffer Tagesplan

Dörrers Tagesablauf ist straff durchgeplant. Kondition und Beweglichkeit wollen trainiert sein, regelmäßige Sparringsrunden und Techniktraining gehören dazu. Nach der ersten rund zweistündigen Trainingseinheit gibt Dörrer selbst Übungsstunden, gönnt sich zwischendurch eine Kokosnuss am Strand und kümmert sich um Organisatorisches oder den Schulunterricht. Abends folgt die zweite Trainingseinheit, ein „Cooldown“ und Abendessen, bevor es zum Feierabend – gegen 22 Uhr - in die Hängematte auf dem Balkon geht.

„Leute arbeiten darauf hin, hierher in den Urlaub kommen zu können. Und ich mache jeden Tag genau das, auf was ich Lust habe“, schwärmt Dörrer. Deshalb will er auch noch bis Mitte 40 am liebsten genauso weitermachen. „Ich will die 300 Kämpfe noch vollmachen, das wäre eine schöne Zahl.“

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