Den TSB Gmünd als Team führen

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Gebäudesanierung TSB Laichle
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Bei der Mitgliederversammlung des TSB Schwäbisch Gmünd am 19. Oktober soll kein 1. Vorsitzender mehr gewählt werden. Baubeginn des Sportparks im Laichle 2022?

Schwäbisch Gmünd.

Die 8,2 Millionen Euro aus dem Verkauf des Areals an der Buchstraße liegen bereits seit Dezember 2020 auf dem Konto des TSB Schwäbisch Gmünd. Die Baugenehmigung für den TSB-Sportpark Nord ist erteilt. Doch bis die Bagger im Laichle anrollen werden, wird noch eine Zeit vergehen.

„Die 8,2 Millionen Euro sind ja kein Reingewinn für uns“, sagt Vorstandsmitglied Christian Kemmer. „Davon gehen ja noch Zahlungen ab.“ Das Abrechnungsverfahren laufe noch. „Erst wenn wir wissen, was uns davon letztlich bleibt, haben wir unseren Finanzrahmen für unser neues Projekt im Laichle.“ Nach zwei Jahren müsse aber angesichts beträchtlicher Kostensteigerungen im Baugewerbe die Kalkulation nochmals neu gecheckt werden, ehe mit dem Bau des Vereinssportzentrums im Laichle tatsächlich begonnen werden könne. Wenn alles gut laufe, könne es im Herbst 2022 soweit sein. Kemmer: „Es kann aber auch später werden.“

Neun Monate nach Peter Jursch

Über den konkreten Stand der Dinge und die weiteren Planungen sollen die Vereinsmitglieder am Dienstag, 19. Oktober, ab 19.30 Uhr bei der ordentlichen Mitgliederversammlung ausführlich informiert werden. Um der Pandemiesituation Rechnung zu tragen, findet die Mitgliederversammlung im Leutze-Saal des Stadtgarten statt, wo bis zu 120 Menschen Einlass finden werden (3G-Regel). „Wir gehen davon aus, dass dies ausreichen wird.“ Eine Voranmeldung sei deshalb nicht notwendig, sagt Kemmer.

Der TSB Schwäbisch Gmünd will in dieser Versammlung die Weichen in die Zukunft stellen. Neun Monate nach dem Rücktritt seines langjährigen Vorsitzenden Peter Jursch - der den zu den größten Sportvereinen im Ostalbkreis zählenden Mehrspartenverein 27 Jahre geführt hat - soll es künftig keinen expliziten Vorsitzenden mehr geben.

Ein Team soll die Geschicke des Vereins mit seinen derzeit rund 1600 Mitgliedern führen. „Die vergangenen neun Monate haben uns gezeigt, dass dies sehr gut funktioniert“, erklärt Kemmer und verweist darauf, dass eine solche Form der Vereinsführung in anderen Vereinen längst Fuß gefasst hat. Kemmer: „Es ist einfach besser, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen.“ So wie dies beim TSB Gmünd seit dem Rücktritt Jurschs in den vergangenen neun Monaten geschehen sei. Die weiteren Vorstandsmitglieder hätten dies in Teamarbeit sehr gut bewerkstelligt.

Kandidaten für (fast) alle Ämter

Bei der Mitgliederversammlung am 19. Oktober sollen die Ämter für das Vorstandsgremium wieder besetzt werden. Bis auf eine Ausnahme. Die Position des 1. Vorsitzenden. Eine bzw. einen solchen soll es künftig in diesem Großverein nicht mehr geben. „Um unsere Idee der Teamführung umzusetzen, müssen wir zunächst unsere Satzung ändern. Das haben wir allerdings nicht mehr geschafft.“ Bei der Jahreshauptversammlung im kommenden Jahr sollen die Mitglieder darüber entscheiden. Bis dahin soll die Satzung komplett überarbeitet und auf den neusten Stand gebracht werden.

Das momentane Führungsgremium besteht aus den stellvertretenden Vorsitzenden Christian Kemmer, Helmut Schauaus, Jutta Horn, Michael Schettler und Jugendleiter Dirk Jentzsch. Dazu gehören würden noch die Frauenvertreterin und natürlich der Kassier als weiterer stellvertretender Vorsitzender und der Schriftführer bzw. Schriftführerin. Diese Ämter sind derzeit verwaist.

Bis auf Helmut Schauaus sind alle Amtsinhaber bereit, sich in ihren Ämtern wieder wählen zu lassen. Christian Kemmer signalisiert, dass es der Vereinsführung gelungen ist, am 18. Oktober für alle Ämter Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl vorzuschlagen. Mit Ausnahme eben eines oder einer Vorsitzenden.

Dass die Vereinsleitung des TSB Gmünd künftig als Team ohne echte Führungsspitze agieren will, das soll schon bei der Mitgliederversammlung deutlich werden. „Wir haben uns die Aufgaben aufgeteilt“, sagt Kemmer.

Den Mitgliedern, verspricht Kemmer, werde die Situation des 25 Abteilungen umfassenden Sportvereins ausführlich und mit Hilfe von Powerpoint-Präsentationen auch anschaulich dargelegt. Der Berichtszeitraum betrifft die Kalenderjahre 2019 und 2020.

Das Buchareal wurde auf Grundlage eines Mitgliederbeschlusses bewerkstelligt, der besagt, dass mindestens 3,1 Millionen Euro netto erlöst werden müssen. „Auch wenn es noch keine Schlussabrechung gibt“, sagt Kemmer, „bin ich überzeugt, dass wir am Ende deutlich darüber liegen werden.“

14 Tonnen Eternit und Asbest

Momentan laufen an den TSB-Sportanlagen und -gebäuden im Laichle enorme und Umbauarbeiten. Kemmer: „Wir haben 14 Tonnen Eternit und Asbest entsorgen müssen.“ Die Sanierung der Kegelbahnen ist nahezu abgeschlossen. Der Kegelbetrieb läuft bereits wieder. Umkleidetrakte, der Spiegelsaal, die Wohnung des früheren Gaststättenwirts werden saniert. Nachdem ein Wasserschaden im Juli die Heizung enorm in Mitleidenschaft gezogen hat, wird noch vor dem Winter eine Pelletsheizung eingebaut. Zuletzt soll die Gaststätte saniert und erweitert werden. Die Investitionen insgesamt werden sich auf rund 2 Mio. Euro belaufen. Abzüglich der Zuschüsse wird knapp eine Million Euro am Verein hängen bleiben Auch darüber sollen die Mitglieder im Stadtgarten informiert werden.

Die 8,2 Millionen Euro sind ja kein Reingewinn für uns.“

Christian Kemmer, TSB-Vorstandsmitglied

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